Der Techgigant in der Gaming-Branche – Microsoft Aktienanalyse

Microsoft Aktienanalyse
© Klobrille

Heute möchte ich eine umfangreiche Analyse zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt bieten und werde – weil gamerliebe.de eben immer noch ein Gaming-Blog ist – mehr auf die Gaming-Sparte von Microsoft eingehen und weniger auf das Kerngeschäft. Man kommt nicht drum herum, die Office- und Cloud-Sparte zu erwähnen, aber wie gesagt möchte ich mich auf den Gaming-Aspekt im Unternehmen konzentrieren. Auch wenn Microsoft schon immer durch Halo, Age of Empires und der Xbox eine Gaming-Geschichte hat, so hat Microsoft in den letzten Jahren massiv in diesen Markt investiert und sehr viele Zukäufe getätigt. Microsoft ist also kein reines Gaming-Unternehmen wie Activision Blizzard, Nintendo oder Take-Two, sondern ein Mischkonzern, der seit über 1975 am Markt ist. Auch aus diesem Grund gilt Microsoft als sehr sicher und solides Investment. Ich denke, dass Microsoft deshalb für viele Anleger sehr interessant ist.

Die Geschichte von Microsoft beginnt in der Garage von Bill Gates und verkörpert den typischen American Dream wohl so gut wie keine anderer Person. 1975 gründet Bill Gates mit Paul Allen und brachte 1981 den Grundstein für das heutige Technologiezeitalter: das DOS Betriebssystem. Durch die immer wichtigere Rolle der Computer in unserer Gesellschaft und dem wichtigen Schritt, das Betriebssystem als Lizenz zu verkaufen, wurde Microsoft in den 80er und 90er Jahren zu einem der wichtigsten und profitabelsten Unternehmen. Nach und nach hat Microsoft durch Zukäufe mehr Unternehmen in ihr eigenes integriert. Die meiner Meinung nach wichtigsten und wohl bekanntesten Einkäufe waren: Bungie im Jahr 2000, Rare 2004, Lionhead 2006, Skype 2011, Twisted Pixel Games im Jahr 2011, Nokia 2013, Mojang 2014, Havok 2015, 2016 Linkedin, GitHub 2018, InXile und Obsidian Entertainment 2018 und 2020 ZeniMax Media und Smash.gg, aber auf die Zukäufe im Gaming-Bereich werde ich noch zu später Zeit eingehen.

Zwischenzeitlich hatte man Microsoft etwas abgeschrieben. Bill Gates hat das Unternehmen zu einem global Player gemacht, was dann im Jahr 2008 – mit seinem Rücktritt – in meinen Augen vor einer sehr großen Herausforderung stand. Das Internet hat immer mehr an Bedeutung gewonnen, Social Media ist auf den Markt gedrungen, Apps, Smartphones und das Cloud-Geschäft waren der Schlüssel, um in Zukunft ein nachhaltiges und profitables Geschäft zu führen. Ich habe mich sehr wenig mit der Amtszeit von Steve Ballmer auseinandergesetzt und es kann durchaus sein, dass er den Grundstein für das gelegt hat, was letztlich Satya Nadella vollendet hat. Denn unter dem Inder Nadella ist Microsoft zu einem neuen Konzern herangewachsen.

 

Die Bewertung der Microsoft Aktie

Microsoft gehört zu einer meiner Lieblingsaktie, weil es meine Anlagestrategie wunderbar auf den Punkt bringt. Wir haben mit Microsoft ein sicheres Investment, einen Dividendenzahler, ein Dividendenwachstum und zusätzlich ein Wachstumsunternehmen. Microsoft ist längst nicht mehr einfach nur Windows oder Xbox, sondern hat mittlerweile eigene Produkte wie die Surface-Laptops, verdient weiterhin kräftig durch Office-Produkte und oder Werbung.

In der gesamten Geschichte von Microsoft gab es erst drei verschiedene CEOs: Bill Gates, Steve Ballmer und Satya Nadella. Dieser ist mit 0,02 Prozent an Microsoft beteiligt und gilt damit als einer der größten Shareholder. Sonst ist Microsoft weitestgehend in Händen von großen Investmentgesellschaften. Das Management ist also selbst im Unternehmen beteiligt, was dafür spricht, dass der CEO am Wohlergehen vom Unternehmen interessiert ist, weil er sonst selbst sehr viel Geld verlieren würde. Hier punktet Microsoft also bei mir.

Aktienrückkäufe sind ebenso bei diesem Unternehmen vorhanden. Wie man auf wallstreet-online sehen kann, kauft das Unternehmen über die letzten Jahre immer Aktien zurück und das kann das Unternehmen sich auch leisten. Denn die Bilanz ist ebenso absolut sauber und zeigt, dass das Unternehmen wenig Schulden hat und diese ebenso abgebaut werden.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Dividenden vom Unternehmen eingehen. Das Unternehmen ist für jeden ideal geeignet, der keine großen Risiken eingehen möchte. Microsoft ist seit Jahrzehnten ein absoluter Brocken im Geschäft. Das Unternehmen bewegt sich nicht nur in absoluten Wachstumsmärkten und kann deshalb massiv von Kurssteigerungen profitieren, sondern erhöht gleichermaßen seine Dividende.

 

Das Geschäftsmodell

Wie ich bereits Eingangs erwähnt habe, werde ich mich vor allem auf die Gaming-Sparte fokussieren, weil das für meinen Blog und auch für meine Kaufentscheidung der entscheidende Faktor war. Dafür versuche ich umso detaillierter in diesen Bereich.

Microsoft ist schon immer ein Gaming-Unternehmen und konnte bereits in im Jahr 2001 mit dem Erwerb von Ensemble Studios einen Namen im Gaming-Sektor machen. Ein Jahr früher, im Jahr 2000, erwarb Microsoft bereits Bungie, die mit Halo einen wichtigen Meilenstein in der Shooter-Szene setzen. Der Zukauf von Mojang und später von Bethesda und vielen weiteren, bekannten Studios hat es schlichtweg bewiesen: Microsoft macht Ernst und möchte den Markt erobern.

Das Unternehmen hat es jedoch nicht gerade einfach, weil es sich gegen sehr große Konkurrenten durchsetzen muss. Nicht nur die Konsolenhersteller wie Sony und Nintendo, sondern auch alle anderen Entwicklerstudios muss sich Microsoft entgegenstellen. Vor allem aber sind es Nintendo und Sony, die mit ihren eigenen Konsolen der wesentlichen Strategie im Weg stehen. Durch das Internet hat sich die Gaming-Industrie sehr schnell und sehr stark verändert und auch die Art und Weise wie wir in der Zukunft diese Medien konsumieren hat sich verändert. Konzepte wie Netflix oder Spotify im Abo haben sich bewährt, weshalb auch der Rest der Unterhaltungsindustrie wie die Gaming-Branche verstärkt auf solche Modelle zurückgreift. Das primäre Ziel von Microsoft ist es also langfristig durch ein Abo-Modell auf der Xbox mehr und mehr Content anzubieten, um sich so eine treue Fanbase aufzubauen.

Statt dass sich Spieler jedes Spiel immer für sehr viel Geld kaufen müssen, sollen sie mithilfe vom Game Pass die Möglichkeit bekommen, eine Bibliothek aus etlichen Spielen zu spielen und dafür lediglich einen verhältnismäßig kleinen Betrag pro Monat bezahlen. Es geht also im Wettstreit von Sony und Microsoft darum, wer die besseren und beliebteren Spiele für seine Konsole anbieten kann. Doch ich finde, dass Microsoft Sony in einer Sache voraus ist: Der PC- und Mobile-Markt spielt in der Strategie von Microsoft eine wichtige Rolle und könnte in Zukunft dafür sorgen, dass tolle Synergien entstehen. Microsoft kann seinen Game Pass mit der Xbox, einem mobilen Gerät, dem Computer und den eigenen Surface-Laptops verknüpfen. Das kann dafür sorgen, dass gleichzeitig Microsoft auch mehr Laptops absetzt, weil sie ebenso auf die Bibliothek des Game Passes zugreifen kann.

Gleichzeitig erreicht Microsoft durch Kooperationen mit TV-Herstellern die Xbox direkt im Home-Menü zu integrieren. Das GAFAM-Unternehmen möchte den Zugriff auf Videospiele mit deutlich weniger Hürden zugänglich machen. Mit nur einem Controller soll es in Zukunft möglich sein, alle Spiele des Game Pass zu spielen und das direkt über jeden beliebigen Browser. Durch das Cloud-Gaming soll sogar in Zukunft sämtliche Notwendigkeit wegfallen, einen Highend-Rechner zu kaufen. Vor allem Entwicklungsländern wie China, Indien oder weite Teile in Südamerika soll diese Technologie zugutekommen. Hier wartet ein großer Markt von Menschen die unterhalten werden möchten auf Microsoft!

Microsoft sagt selbst, dass kein anderer der Tech-Elite mit so einem starken Vorsprung in die Gaming-Industrie einsteigt wie Microsoft. Das Vorstoßen in den Markt geht bei Unternehmen wie Amazon, Google, Apple oder Facebook deutlich langsamer voran. Trotzdem ist Microsofts CEO Satya Nadella davon überzeugt, dass „Joy & Community“ die Art und Weise ist, wie Spieler in Zukunft zusammen Zeit verbringen. Das Unternehmen fungiert seinen Game Pass zu einem sozialen Medium um, was Spielern die Möglichkeit bietet jederzeit und überall mit wem sie wollen zu spielen. Mit über 18 Millionen zahlenden Usern ist das Angebot von Xbox schon jetzt ein durchaus rentables Geschäft.

Um die Strategie noch besser auf das Abo-Modell abzustimmen, hat sich auch die Art und Weise verändert wie Microsoft und die Xbox Game Studios in der Zukunft Spiele entwickeln. Matt Booty, Head der Xbox Studios für Eigenproduktionen erklärt, dass das Unternehmen pro Quartal mindestens ein First-Party-Spiel quer durch alle Genres releasen möchte. Rollenspiele, Strategiespiele, Shooter, Simulationen und sogar Indie-Spiele – Microsoft hat bewusst verschiedene Studios für verschiedene Genres angeheuert, um jeden Gamer das zu bieten, was er am meisten möchte.

Der Game Pass ist aber auch ein immer lukrativerer Platz um eigene Spiele anzubieten. User, die einen Game Pass besitzen, probieren mehr Genres aus, verbringen mehr Zeit mit Spielen, spielen öfters und geben sogar 50 Prozent mehr Geld als ein User ohne Game Pass aus. Davon profitieren also auch jene Studios, die ihre Markent für die Xbox zur Verfügung stellen.

Um mal einen Vergleich mit Spotify zu ziehen: Wer kennt es nicht, wenn man sich durch seine Lieblingsbands klickt und jedes Album anhört und einem plötzlich ähnliche Bands vorgeschlagen werden? Durch Spotify finden User eben auch neue Bands, die dann diese wieder rauf und runter hören, wodurch dann sie ebenso profitieren. Der Nutzer hat seine Musik, entdeckt neue Musik und wird ein Fan, die Band, die sonst unentdeckt geblieben wäre, verdient an diesem neuen Fan mit.

Für den Künstler gehen vielleicht einige Einnahmen verloren, wobei ich nicht behaupten würde, dass Stars die in den letzten Jahren groß geworden sind unbedingt ein schlechteres Leben haben. Bllie Ellish, Post Malone, Weekend und Ed Sheeran geht verdienen sehr gut. Selbst wenn es für den Künstler schlechter ist, so ist es für den Endkunden besser. Er muss nicht mehr ein Album kaufen, was vielleicht nicht seinen Geschmack trifft oder ein Spiel kaufen, was komplett verbuggt ist. Er kann kostenlos bzw. mit einer kleinen Gebühr auf eine umfangreiche Bibliothek von Medien zugreifen und dabei alles selbst testen und erleben. Die Hürde ein neues Spiel zu kaufen wird durch das Modell Xbox-Abonnement genommen, zusätzlich ist es auch für kleinere Entwicklerstudios ein Anreiz dort ihre Spiele zu platzieren, weil diese eben der gesamten Anzahl von Game Pass-Usern vorgeschlagen werden können.

Die neue Generation der Konsolen ist nun auf dem Markt. Microsoft sagt, dass sie mit dem Absatz zufrieden sind, allerdings schätzen Insider und Experten, dass vor allem in Europa Nintendo und Sony mit ihrer Konsole die Nase vorne haben. Xbox braucht also mehr exklusive Titel, um auch in Zukunft mit Nintendo und Sony mithalten zu können.

 

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