Gronkh erntet Shitstorm, weil ihm J.K. Rowling egal ist

Gronkh Hogwarts Legacy
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Wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer geht, holt einem die Realität dann doch noch mal ein. Das Urgestein auf Twitch und YouTube schlechthin, Gronkh, erlebt gerade einen gewaltigen Shitstorm, weil er in einem seiner Streams folgende Aussage getätigt hat: „J.K. Rowling ist mir egal“. In den Augen der Queeren-Gemeinschaft ein absolutes Tabuthema, was natürlich nicht einfach so unkommentiert stehen gelassen werden kann – auch von mir nicht! Ein paar Beispiele:

Ich habe bereits ausführlich zum Thema Hogwarts Legacy meinen Senf abgegeben und für mich ist es eine Genugtuung, dass trotz aller negativer Berichterstattung, Cancelei und regelrechter Hetze, die Nummer 1 auf der Steam Wishlist Hogwarts Legacy heißt. Wenn es eure Intension ist Minderheiten zu verteidigen und ihnen Gehör zu verschaffen – was durchaus lobenswert ist – dann bitte macht es so, dass ihnen auch geholfen wird. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass eure nervige Aggressive-Rumgeheule-Attitüde dafür sorgt, dass das Franchise und die Urheberin von diesem, noch viel wertvoller wird.

Die erste Inkonsequenz beginnt darin, dass man sagt, dass J.K. Rowling am Spiel ja gar nichts verdient. Für viele ist diese Aussage ein heraussneaken aus der Debatte, weil man einfach das Spiel genießen möchte und nicht von der Walze an Gegenwind seinen entspannten Feierabend kaputt machen lassen möchte. Die andere Sorte Mensch sind jene, die an vorderster Front für Transrechte einstehen, die Einnahmen von YouTube oder Twitch dann aber doch besser schmecken, als das laute Grölen nach Menschenrechten. Wie es bereits bei Overwatch 2 der Fall war, haben genügend Streamerinnen und Streamer das Spiel schließlich gespielt, obwohl es ein Tabu war, Blizzard-Spiele und damit die sexistische Firma zu unterstützen.

Witcher und Cyberpunk 2077 sind keine Werke von CD Projekt! Das Studio besitzt lediglich die Erlaubnis, daraus Videospiele zu machen und verdient demnach an den Spielen. Weil die Spiele aber einen so großen Erfolg haben, sorgt das auch dafür, dass sich die Bücher besser verkaufen. Die Last of Us-Serie sorgt dafür, dass sich das Spiel besser verkauft und das Spiel sorgte dafür, dass sich die Serie heute derart großer Beliebtheit erfreut. Die Witcher-Serie pusht das Spiel, das Spiel pusht die Serie usw.

So und nicht anders wird es auch mit dem Harry Potter-Franchise sein. Das Spiel wird – davon bin ich überzeugt – dafür sorgen, dass sich die Bücher und Filme noch größerer Beliebtheit erfreuen, wodurch J.K. Rowling noch reicher wird.

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Es gibt aber auch noch Menschen, die konsequent das Spiel ablehnen, es nicht spielen, nicht gucken und nicht verfolgen werden. Sie möchten nicht Kunstwerk von Künstler trennen und gehen auch so weit, auf eine Menge Spaß, die das Spiel sicherlich bereiten wird, zu verzichten. Obendrein verzichten sie damit auch auf potenzielle Einnahme, die das Spiel als Twitch-Format oder Video-Reihe auf YouTube abwerfen kann. Sehr löblich, aber könnt ihr mir erklären, wie ihr eure moralischen Standpunkte gewichtet? Für mich ist es verrückt und suspekt, wie die Moralvorstellung dieser Community funktioniert. Schauen wir uns mal folgende Standpunkte genauer an:

  • Hogwarts Legacy spielen, J.K. Rowling gut finden oder sich nicht abfällig über sie äußern = böse
  • Smartphones besitzen – durch dessen Produktion Menschen aus dem Fenster springen = in Ordnung
  • Activision Blizzard spiele zocken, obwohl das Unternehmen von Sexismus heimgesucht wird = böse
  • Auf Twitch streamen, obwohl die Plattform Slots zulässt, wodurch Menschen ihre Existenzen zerstören, auf einer Plattform, wo Erwachsene systematisch auf Kinder geiern, auf welcher insbesondere Frauen massiver sexueller Gewalt, Mobbing, Stalking, physischen Druck ausgesetzt sind, was Twitch komplett egal ist = in Ordnung

Aber weil man via. Twitter, Twitch, Discord und Instagram Geld verdient, scheinen alle moralisch, verwerflichen Elemente kein Problem mehr darzustellen. Denn wer immer sich auf dieser Plattform bewegt und am lautesten für Menschenrechte einsteht, sollte in erster Linie damit anfangen, das eigene Konto auf diesen höchst menschenverachtenden Plattformen zu löschen. Löscht euch.

Der Schuh am Fuß, das Surfen im Netz, das Kaufen von Produkten, das Nutzen von Dienstleistungen – ein jeder Mensch, welcher wirklich konsequent wäre und in allen Belangen sein Konsumverhalten anhand eines moralischen Kompasses festzumachen, würde vermutlich nackt unter der Brücke schlafen müssen.

Doch selbst das wäre nicht im Ansatz vergönnt. Die Brücke wurde von Staatsbürgern errichtet, die mitverantwortlich für die heutige Klimakrise sind – laut einigen vielen, die wie oben aufgeführt argumentieren. Darüber hinaus hat der Staat vermutlich ein privates Unternehmen bezahlt, um diese Brücke zu errichten. Der Staat, welcher Menschen mit verschiedensten Sexualitäten und Identitäten ausgrenzt und einfach zu wenig gegen Rechtspopulisten, Transfeindlichkeit, Rassismus und oder sonstige menschenverachtende Hetze tut.

Wie in der Easy Mode-Debatte rund um das Thema Elden Ring werden jene Menschen, die direkt von den Tweets von J.K Rowling betroffen sein könnten, gar nicht zu Wort kommen. Viele Transpersonen lieben Harry Potter und für sie ist es das tollste, ein solches Spiel in den Händen halten zu können und können sich mit der Künstlerin arrangieren und für sie – wie auch für Gronkh – könnte sie nicht mal im Ansatz eine Relevanz in ihren Leben haben.

Der mickrige Versuch, Gronkh öffentlich bloßzustellen, beweist einmal mehr, dass es nicht im Ansatz darum geht, etwas auf der Welt zu bewirken, sondern das eigene Narrativ und die eigene politische Agenda durchzuboxen, Reichweite und Aufmerksamkeit zu generieren, um einmal gehört zu werden. Gronkh – und dafür lege ich meine Maushand ins Feuer – hat mehr Tugend, Erziehung, Anstand und Toleranz in seinem kleinen Finger als ihr jemals in eurem gesamten Körper haben werdet. Ständig versucht man sich über andere zu stellen, weil man selbst in seinem einsamen Dasein und im Internet wenig zu sagen hat, also sucht man sich eine potenzielle Angriffsfläche, um auch mal den großen kurz ans Bein pinkeln zu können.

Meine Message bleibt die gleiche: Wenn Menschen aus irgendeinem Grund etwas nicht spielen, kaufen oder in Anspruch nehmen wollen, ist das ihr gutes Recht. Niemand zwingt euch – wie in diesem Fall – das Spiel zu kaufen und keiner zwingt euch dazu, es nicht zu kaufen. Es ist auch euer gutes Recht, wenn ihr Menschen hasst, die das Spiel dann kaufen, obwohl es in euren Augen problematisch ist. Im Endeffekt entscheidet der Konsument mit seinem Geld, wem er noch mehr Geld zustecken möchte. Und so wie ich bereits angesprochen habe, seid ihr mit dafür verantwortlich, dass sich das Spiel derart stark verkauft. Ihr habt euch also selbst ins eigene Fleisch geschnitten. Doppelmoralisten: -1 – Hogwarts Legacy: 1.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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