Der beste Gaming-Publisher – Activision Blizzard Aktienanalyse

Activision Blizzard Aktienanalyse
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In diesem Beitrag werde ich mich einer weiteren Aktien bzw. Unternehmensanalyse annehmen und euch diesmal das Unternehmen Activision Blizzard vorstellen. Neben CD Projekt habe ich auch hier Anteile zu einem Kurs von rund 31 Euro je Aktie erworben und denke, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren noch viel mehr im Wert steigen wird. Auch mit diesem Beitrag ist es wieder einmal meine Intention mehr über das Investieren in Unternehmensanteilen (Aktien) zu erzählen und es potentiellen Anlegern schmackhaft zu machen. Ich möchte keine Kaufempfehlung aussprechen, verdiene mit keinem Link hier im Beitrag Geld oder möchte euch auch nicht ein Depot mit kostenlosen Trades aufschwatzen. Hier geht es um meine Erfahrungen und meine Herangehensweise beim Aktienkauf, anhand des oben genannten Beispieles. Wie immer versuche ich das Gefasel über komplexe Bilanzen und Zahlen zu unterlassen und werde die wichtigsten Kennziffern für mich erklären.

 

Was ist Activision Blizzard?

Das Unternehmen aus Irvine, Kalifornien wurde im Jahr 1991 gegründet und ist im Jahr 2002 nach einer Fusion mit Activision schließlich zum heutigen Activision Blizzard geworden. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte der französische Medienkonzern Vivendi noch seine Finger im Spiel. Diesen Fängen musste sich Activision Blizzard noch loslösen und somit ist Activision Blizzard seit dem Jahr 2008 quasi unabhängig. Heute kennen wir Blizzard vor allem für die legendären Warcraft oder Starcraft-Titel. Ebenso haben sie mit Diablo das Hack and Slay-Genre revolutioniert. Mit mehr als 14 Millionen Spielern zählte World of Warcraft im Jahr 2008 zu dem erfolgreichsten Videospiel der Welt. Zur damaligen Zeit ein Rekord der so viele Menschen in ihren Jugendtagen geprägt hat. Wir alle kennen Blizzard und Activision-Titel und uns geht das Herz auf, wenn wir an unsere guten Zocker-Zeiten zurückdenken.

Vor allem die durchgehende Qualität ihrer Spiele, ihre Philosophie und Erweiterungen, wie auch die großartige Communitynähe haben sich als Marke bei Blizzard etabliert. Auch, wenn es durchaus harte Zeiten gibt. Vor allem in den Jahren 2018 – 2019 lief es gar nicht gut für den Konzern. Wechsel in der Führungsebene, Abschmettern von Titeln wie Destiny, PR-Desaster auf der Blizzcon durch Mobile-Diablo-Version, die Blitzchung-Affäre und viele kleinere Eskapaden sorgten für Wut innerhalb ihrer Fanbase. Doch warum eigentlich nicht gerade dann einsteigen, wenn das Blut auf den Straßen klebt? Werden diese Skandale Auswirkungen auf das Blizzard haben, was es in 10 Jahren sein wird? Ich denke eher nicht. Denn Activision bereitet sich auf einen sehr großen Umbruch vor und erntet deshalb erheblichen Shitstorm. Was sie jedoch sähen, wird sich in wenigen Jahren auszahlen.

 

Das Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Activision Blizzard besteht darin hochwertige Spiele zu entwickeln und daraus permanente laufende Gewinne zu erzielen. In meinen Augen schafft das Blizzard so gut wie kaum ein anderer Mitbewerber der Branche. Vor allem die Marktmacht im eSport durch Titel wie Overwatch, Hearthstone, Call of Duty und Starcraft II lassen die Gewinne sprudeln.

Doch nicht ausschließlich der Wettbewerb im eSport, sondern es ist der Spagat zwischen diesem und dem Casual-Gamer-Markt, den der Konzern wunderbar meistert. So haben sie mit Diablo und Call of Duty einen Klassiker geschaffen und mit dem Zukauf von King ebenso einen Smartphone-Publisher, der diese Titel für den mobilen Markt fit macht. Auch das Filmgeschäft ist nicht mehr sicher vor Blizzard und so haben sie – auch wenn der Kinofilm Warcraft als Flop gilt – das Kinogeschäft angegriffen. Serien auf Netflix sind ebenso geplant und auch Lizenzgeschäfte mit der Markte Overwatch wie Lego oder Kellogs sind keine Hürde mehr.

In meiner Analyse zu CD Projekt habe ich erwähnt, dass CD Projekt genau das ist, was Activision Blizzard heute ist. Für mich ist Activision Blizzard das was Coca Cola oder MC Donalds in den Konsumgütern ist, für die Videospielindustrie. In meinen Augen ist kein börsennotierter Publisher so gut aufgestellt wie Blizzard, wenn es um Expansionspotential geht. Das schöne an einem Investment in Blizzard ist auf der einen Seite die Sicherheit wie auch das gleichzeitige potentielle Wachstum des Unternehmens. Bei Firmen wie Paradox Interactive oder CD Projekt ist die Sorge durchaus berechtigt, weil es eben wenig Sicherheiten gibt. Activision hat einfach so starke Marken aufgebaut, die eben eine solide, sichere Basis bieten.

Doch Activision hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. Kein – und ich lehne mich wirklich weit damit aus dem Fenster – beherrscht Storytelling so gut wie der Konzern aus Irvine. Egal ob Overwatch, Warcraft, Diablo, Starcraft – jedes dieser Spiele ist für ihre einzigartige Geschichte bekannt und wer im Marketingunterricht gut aufgepasst hat der weiß, dass Storytelling der Schlüssel für jedes gute Produkt ist. So verkauft Blizzard nicht nur Spiele – obwohl diese natürlich episch sind – vor allem Geschichten, Community-Zusammenhalt und in gewisser Weise auch Glücksgefühle. Jeder der World of Warcraft gespielt hat weiß, dass dort eben Freundschaften fürs Leben entstehen.

Activision Blizzard Aktie
© Activision Blizzard

Bewertung der Aktie

Wie auch bei meiner Analyse zu CD Projekt möchte ich die Analyse anhand von vielen Zahlen und Bilanzen sparen, sondern es für Menschen verständlich machen, die noch nicht viel vom Thema Wirtschaft oder Aktien verstehen. Dennoch möchte ich ein paar Zahlen nennen, die selbst für Anfänger nicht wirklich schwer zu deuten sind. Ich analysiere meine Aktien kaum, sondern gucke einfach hinter welchen Unternehmen ich stehe und welche Produkte ich selbst nutze oder ein Fan von bin. Nichts anderes habe ich eben genau bei CD Projekt oder der Activision Blizzard Aktie getan. Sicherlich ein unkluges Vorgehen, denn die erste Regel beim Aktienkauf heißt: Emotionen ausschalten! In dieser These steckt sehr viel Wahrheit, allerdings denke ich, dass ich bei Activision Blizzard vor allem eine Sache gut erkennen kann, nämlich den Gaming-Markt. Ich weiß genau was die Konsumenten wollen, weil ich selbst ein Konsument bin und ich weiß auch wie gut Blizzard in der Gaming-Industrie dasteht. Dennoch musste ich mir auch folgende Daten angucken, damit ich meine Kaufentscheidung tätigen konnte.

Schauen wir also zunächst mal ein Blick auf die Schulden. Ein Unternehmen sollte möglichst wenig Schulden haben. Denn je mehr Schulden es hat, desto mehr Zinsen muss es darauf zahlen und desto weniger Geld können sie für eigene Produkte oder die Forschung ausgeben. Activision Blizzard baut auf lange Sicht Schulden ab und steckt somit viel mehr Geld in neue Spiele oder die Entwicklung neuer Games. Der nächste Punkt, der mich für einen Kauf von Activision positiv gestimmt hat, ist die Auszahlung von Dividenden. Ich selbst fahre die Strategie, dass ich Unternehmen kaufe, damit ich Dividende kassiere.

Zu beachten gilt: Das Ausschütten von Dividenden entzieht dem Unternehmen Geld, welches sie eben für den eigenen Wachstum nutzen können. Angenommen es werden 10 Millionen an Dividenden ausgeschüttet, dann sind das 10 Millionen, die das Unternehmen vermutlich viel besser angelegt hätte, als die Investoren.

Im Jahr 2009 stand die Aktie bei rund 6 Euro. Derweil liegt sie bei rund 50 Euro. Der Aktienkurs weist eine gesunde Steigerung vor, die abgesehen von kleineren Einbrüchen durchaus stabil zu sein scheint. Auch wenn die letzten Jahre meiner Meinung nach die besten und gleichzeitig auch schlechtesten Blizzard-Jahre waren, so bin ich optimistisch gestimmt, dass es an alte Erfolge anknüpfen wird. In den Augen der Fanbase und Gaming-Community leistet sich Activision Blizzard heftige Patzer. Was ein Investor jedoch sehen sollte ist die aktuell laufende Rationalisierung und die Ausweitung der Marktmacht im chinesischen Smartphone-Markt. Die starke Performance über mehrere Jahre spricht für sich und gibt mir einen weiteren Grund, weiter in dieses Unternehmen zu investieren.

Als Nächstes schauen wir uns an, ob das Unternehmen Aktien zurückkauft. Was es damit schon wieder auf sich hat? Ein Unternehmen kann Aktien von sich selbst kaufen, um diese dann in den eigenen Besitz zu bringen. Das hat zur Folge, dass deine Aktien im Wert steigen, weil sie ja nun weniger auf dem Markt vorhanden sind. Außerdem macht sich ein Unternehmen damit weitaus weniger anfällig vor Dritten, die große Anteile der Firma kaufen und sie dann nach ihrer Nase tanzen lassen. Ich denke, dass vor allem in der Gaming-Branche ein Einfluss von Dritten gefährlich ist, da die absolut keine Ahnung von Videospielen als Produkt haben. Die jüngste Geschichte hat uns gezeigt, dass bereits fünf Prozent für ein Unternehmen gefährlich sein können. Bis heute wird Tencent für ihren großen Anteil in Blizzard für die Hongkong-Debatte verantwortlich gemacht. Um genau solche Einflüsse zu verhindern, sollte ein Unternehmen meiner Meinung nach viele eigene Aktien vom Markt kaufen.

Kommen wir nun zum Management, denn auch das ist ein wichtiger Faktor, der mich zum Kauf einer Aktie motiviert. Meiner Meinung nach hätte Mike Morhaime das Unternehmen niemals verlassen sollen, dennoch geht es hier nicht um Emotionen, sondern um faktische Zahlen. Ich denke, dass ein skrupelloser Unternehmer genau das ist, was Blizzard braucht. Jemand der rationalisiert und das Interesse des Unternehmens, nicht der Fanbase umsetzt. Klingt hart, aber das ist das, was ein Unternehmen erfolgreich macht und ich denke nicht, dass die Spiele dadurch schlechter – nein ich denke sie werden dadurch noch besser – werden.

Ein gutes Zeichen ist immer, dass das Management selbst im Unternehmen investiert ist. Denn wenn die Führungsetage mit eigenen Kapital im Unternehmen steckt, so ist es logischerweise an einem florierenden Geschäft interessiert.  Leider finde ich keine konkreten Zahlen mit, wie viel Prozent das eigene Management in Blizzard investiert ist. Im Gegensatz zu CD Projekt ein großer Minuspunkt. Denn bei CDPR ist beispielsweise der Gründer mit vielen Prozenten investiert.

Activision Blizzard Aktie
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Risiko der Aktie

Das Risiko der Aktie schätze ich verhältnismäßig niedrig ein. Wir haben einen immer größer werdenden Gaming-Markt wo Blizzard einen der Hauptakteure spielt. Vor allem im eSport ist Blizzard ein großer Name. Sicherlich hat Blizzard gleiche Risiken wie andere Gaming-Publisher zu überwinden, wie beispielsweise der Flop eines Titels. Wenn man sich allerdings einmal die Vergangenheit von Activision Blizzard ansieht, wird deutlich, dass bisher nicht wirklich Titel gefloppt sind. Jedes Mal aufs Neue schafft es die Firma seine Spiele im elektronischen Sport zu platzieren.

Im Vergleich zur CD Projekt-Aktie haben wir im Westen keine Regierung die Märkte stark überwacht oder krass darin einschreitet. So fällt das Risiko eines kontrollierten Marktes komplett weg. Durch ein starkes Polster hat Blizzard genug Zeit um an neuen Titeln zu arbeiten, Erweiterungen auf den Markt zu bringen oder sich aktuellen Trends zu widmen. Wir kennen aber auch weniger schöne Seiten von Blizzard. Manchmal ist die Patchpolitik wirklich nicht nachvollziehbar und was sie sich mit der Hongkong-Affäre geleistet haben darf man einfach nicht mehr vergessen. Blizzard sorgte schon in der Vergangenheit immer wieder für Dämpfer, die sie zwar wieder gut machen konnten, aber man hat dennoch das Gefühl, dass sie sich immer weiter in die Scheiße reiten. Es ist also oftmals nicht wirklich lukrativ, wenn man sich dazu entscheiden sollte in Blizzard zu investieren.

Meine Empfehlung lautet: Wenn Blizzard das nächste Mal Mist baut, investieren! Selbst jetzt zu den wohl schlechtesten Zeiten bricht Call of Duty alle Rekorde! Die Aktie geht nach oben und das obwohl die Gäste vor der Blizzcon am liebsten Blut sehen möchten. Wie sehr ich das Unternehmen auch oftmals hasse, ich liebe es von Tag zu Tag mehr ein Teil meines Geldes für dieses Unternehmen gegeben zu haben und daran beteiligt zu sein.

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