Blizzard CEO Bobby Kotick zahlt sich 200 Millionen Dollar Bonus aus – Ist das fair?

Bobby Kotick
© Activision Blizzard

Ich habe gestern über die Entlassungswelle geschrieben, die Blizzard aktuell wieder mal ein wenig in die Kritik nimmt. Während meine Recherchen lediglich von 50 Entlassungen ausgehen, habe ich auch in anderen Quellen gelesen, dass sogar mehr als 200 Arbeitsplätze von diesen Kündigungen betroffen sind. Schon im letzten Jahr, wo 800 Menschen ihren Job verloren haben, gab es haufenweise Kritik an Bobby Kotick, dem CEO von Activision Blizzard. Nun ist bekannt geworden, dass sich der Chef Bobby Kotick einen fürstlichen Bonus von 200 Millionen Dollar auszahlt, ganz zum entsetzen der Investoren. Schon in den letzten Jahren ist das sehr negativ ins Gewicht gefallen. Nun schaltet sich die CtW Investmengruppe ein und übt massive Kritik an der Entlassungswelle und dem überbezahlten CEO. Die Investmentgesellschaft wirft dem Chef von Activision Blizzard vor, dass er ein Schlupfloch ausgenutzt hat, um von dem enorm hohen Bonus zu profitieren, egal ob er Unternehmensziele erreicht oder nicht. Das heißt egal wie viel Gewinn, wie viele Spielerzahlen oder wie stark das Unternehmen wächst – es spielt keine Rolle mehr. Der CEO verdient trotzdem Geld und das ist in meinen Augen eine Sache, die man als Blizzard Aktionär nicht ignorieren sollte.

 

Wo genau liegt das Problem?

Die Moralkeule zu schwingen ist natürlich der einfachste Weg und dass der CEO 300 Mal mehr verdient als ein Angestellter, ist für viele ein absolutes No-Go. Ich sehe das ein wenig anders. Vorweg muss ich sagen, auch ich finde das Gehalt ein wenig zu heftig, muss aber auch gleichzeitig sagen, dass ich selbst wohl am schlechtesten die Messlatte eines Manager-Gehaltes bestimmen kann. Fakt ist, dass die Summe von 200 Millionen Dollar nicht mehr genutzt werden kann, um neue Spiele zu entwickeln oder durch die entlassenen Mitarbeiter die Qualität der aktuellen Spiele nicht mehr aufrechterhalten kann. Das zumindest ist die Befürchtung. Ich kann nur die Fakten beurteilen und sehe, dass der Aktienkurs von Activision Blizzard von Jahr zu Jahr immer besser abschneidet und vor allem nach der miesen Phase von 2018 bis 2019 haben nicht alle mit einer Rückkehr des Entwicklerstudios gerechnet. Das Studio hat sich prächtig entwickelt und daran hat sicherlich auch Herr Kotick seinen Teil beigetragen.

Wenn ein Unternehmen eine Milliarde Umsatz macht, der CEO davon 200 Millionen bekommt, bleiben 800 Millionen übrig. Das ist immer noch besser als ein CEO der eine Million verdient, aber der Umsatz nur 5 Millionen beträgt. Ja der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, aber ich hoffe man versteht, was ich damit aussagen möchte. Wenn der Chef von einem Unternehmen dafür sorgt, dass das Unternehmen mehr und mehr Gewinne einfährt, dann ist mir das eigentlich ganz recht. Aber auch kann ich den Punkt verstehen, dass 200 Millionen Euro eine astronomische Summe ist, von welcher das Unternehmen nicht mehr profitieren kann.

Ich erinnere mich an einen Investorenbericht nach der Entlassungswelle wo verkündet wurde, dass das Unternehmen zwar viele Mitarbeiter entlassen hat, jedoch auch neue – vor allem Entwickler – einstellt, um eben neue Spiele zu veröffentlichen. Viele Positionen, die nicht mehr gebraucht werden, weil das Unternehmen sich zum Beispiel mehr und mehr auf das Onlinegeschäft ausrichtet, werden also gestrichen, um so Platz für neue Mitarbeiter zu schaffen, die eben besser in diese Ausrichtung passen.

Bobby Kotick will in den nächsten Jahren die Zahlen von einer Milliarde monatlichen Nutzer in Blizzarddiensten erreichen und ich bin sehr zuversichtlich, dass er das auch schaffen wird. Der CEO versteht was von seinem Handwerk, weshalb eine Entlohnung in dieser Höhe deshalb gerechtfertigt ist. Dennoch sollte man sich vor Augen führen, dass es Geschäftsführer und Gründer gibt, die sich deutlich weniger Geld auszahlen, weil sie eben alles in ihre eigene Firma investieren. Ich selbst würde mir deshalb auch wünschen, dass er sein Gehalt kürzt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*