Videospiele und Mental Health – das Trostpflaster gegen Quarantäne

Animal Crossing
© Foto: Felicitas Pogan

Die aktuelle Ausnahmesituation in der Welt zwingt viele Menschen in die Isolation. Was ich anfangs eher als Panikmache aufgefasst habe und mich mit Memes darüber lustig gemacht habe, so muss ich der Tatsache ins Gesicht blicken, dass diese Situation schon lange kein Spaß mehr ist. Viele Menschen kommen an ihre Grenze ihrer körperlichen und psysichen Belastung. Viele müssen arbeiten – wie auch ich – und sind in einem Trott gefangen. Vor allem Menschen mit einer bereits bestehenden Depression sollten wir in dieser Zeit nicht vergessen. Dies ist ein Gastbeitrag von Felicitas Pogan.

Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, stellt das vor eine Herausforderung: Fallen Alltagsstruktur sowie Menschenkontakt weg, erleben das einige Betroffene als destabilisierend. Seelische Leiden wie Depressionen oder Angststörungen sind stigmatisiert, wer darüber spricht macht sich verletzbar. Selbst bei Menschen ohne Vorerkrankung steht Quarantäne nach einem Bericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit Angstzuständen, Depression und Schlafstörungen in Verbindung. Wie können sich diese Menschen helfen?

 

Videospiele als Weg aus der Sorgenspirale

Den Nachrichtenkonsum auf ein Minimum reduzieren, Entspannungsübungen und mentale Beschäftigung sollen uns ablenken. Unter mentalen Aktivitäten fallen natürlich auch Videospiele. Sie beschäftigen unsere Sinne mit fantastischen Welten, erzählen uns mitreißende Geschichten und fordern uns heraus. Gerade jetzt bieten sie einen Weg, uns aus der Sorgenspirale zu befreien. Sie lenken uns ab, machen Spaß und sind dabei effektiver als nur ein Film oder ein Buch. Mit dicken Kopfhörern in eine neue Welt versinken verschafft uns ein Durchatmen – ohne Ansteckungsgefahr.

 

Studien belegen heilsame Effekte

Videospiele werden gerade bei tragischen Amokläufen häufig als Sündenbock benutzt. Zuletzt stieß etwa CDU-Politiker Reiner Haseloff nach einem Anschlag auf zwei Menschen in Halle 2019 die Debatte über Gewalt und Videospiele an. Doch gibt es mittlerweile Studien, die Videospielen eine positive Wirkung auf Mental Health zuschreiben. Einer Gruppe aus 20 Veteranen in den USA halfen sie etwa bei Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung. Positive Effekte sind dabei etwa Stressreduzierung, besseres Selbstbewusstsein sowie Ablenkung von suizidalen Gedanken oder Drogenmissbrauch. Zudem bewirken sie einen positiven Effekt auf das allgemeine Wohlbefinden. Zehn der Kriegsveteranen erlebten die gern verrufenen „Ballerspiele“ sogar als positiv.

 

Insel-Spaß oder Höllen-Shooter?

Offenbar ist das Genre für den Spielspaß also unerheblich. Im März erscheinen sowohl das entschleunigte Crafting-Spiel Animal Crossing sowie der kräftige Ego-Shooter Doom Eternal am selben Tag. Auf Twitter scherzten Fans sowie Entwickler bereits über die vollkommen unterschiedliche Natur der beiden Spiele. Bedenkt man, dass bereits ohne Quarantäne über 50% aller Gamer regelmäßig mit anderen Menschen im Multiplayer spielen, können Videospiele so die Lücke zwischen Isolation und Menschenkontakt schließen. Für Betroffene mit psychischen Leiden sind Videospiele also ein potentielles Trostpflaster. „Für einen ganzen Nachmittag habe ich den Zustand der Welt vergessen, habe Käfer und Fische gesammelt und es war das pure Glück“, so ein Twitter-Nutzer über das Spielen in der Krise.

 

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