Überflutet von Reactions: Wie YouTube-Inhalte darunter leiden

Reactions
© gamerliebe

Seit geraumer Zeit fällt mir auf, wie der Content auf YouTube immer schlechter wird und während ich früher gerne Stundenlang vor dieser Plattform gesessen habe und mir lustige und informative Inhalte reinziehen konnte, gibt es diese kaum noch zu sehen.

Ich denke, dass vor allem Reactions schuld daran sind. Eine sehr gewagte These, die ich gerne im Folgenden etwas erläutern möchte. Im Text wird hin und wieder etwas überspitzt, fast schon abstoßend über Content Creator geschrieben und ich möchte deshalb erwähnen, dass sich mein Artikel auf den Content der genannten Personen bezieht, aber hierbei keine dieser Personen privat oder persönlich angegriffen werden soll.

Warum Reactions schuld an der mangelhaften Qualität auf YouTube sind

Formate wie 7 vs. Wild oder Videos von Jules beweisen, dass es durchaus möglich ist, dass man mit gutem Content weiterhin auf YouTube erfolgreich sein kann. Doch von erfolgreichen Videos profitieren vor allem die großen Reaction-Clowns auf YouTube und Twitch, die diesen guten Content nehmen, belanglose Dinge zu ihrem Besten geben oder überspitze Aussagen und gekünstelte Emotionen darstellen.

Aber mittlerweile gibt es zu viele Reactionäre, die ausschließlich diese Art von Content produzieren und zuhauf auf ihren Zweitkanal hochladen. Reaction Content ist schneller verdientes Geld, man benötigt keine Kreativität und es ist förmlich ein Massenprodukt geworden.

Es kommen fast ausschließlich diese Art von Videos oder wann war das letzte Mal, als ein Montanablack, ein Unge eine Honeypuu ein Video hochgeladen haben, was mit komplett eigenen Inhalten geschmückt war?

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Warum produziert ein Montanablack nicht mal wieder coole Gameplays oder Real Life Storys oder unterhaltsame Mario Kart-Folgen oder ein Unge hochwertige Longboard-Videos? Weil es sich schlichtweg nicht mehr lohnt, derart viel Zeit in ein Video zu investieren, wenn man einen ähnlichen Erfolg mit deutlich weniger Arbeit erzielen kann.

Noch schlimmer ist es aber, wenn man noch nie wirklich kreativen und originellen Content produziert hat und neben seinem einfallslosen Reaction Content noch der Zielgruppe seine politische Meinung und Agenda aufdrücken möchte. Weltmeister in dieser Disziplin ist Staiy.

Statt große und hochwertige Videos zu produzieren, streamt die Masse auf Twitch, reagiert dort auf Videos und lädt diesen recycelten Content schließlich auf YouTube hoch. Meistens reagieren sie auf hochwertige Videos von andern Content-Erstellern, die viel Herzblut und Zeit in ihre Kunst stecken, die im Gegenzug aber nur selten Anklang in der breiten Masse finden, da Trymacs, Montanablack, Unge, Papaplatte, Elotrix und Konsorten bereits durch ihre Reactionen Klicks von diesen Künstlern abgreifen.

Profitieren Content Creator wenn größere Influencer Reactions zu ihren Videos machen?

Das Argument, dass Reactions von größeren YouTubern dem anderen Künstler Reichweite bieten, ist bedingt richtig. Hier kann man wie für die Piraterie argumentieren, dass eine Person, die sich einen Film illegal anschaut, trotzdem vom Film Wind bekommt und sich denselben Film oder andere Teile vom Film dadurch möglicherweise später auf ehrliche Weise besorgt.

Wenn also jetzt ein Streamer auf ein Video reagiert, dann präsentiert er dieses seiner Zielgruppe, die auf das Video oder den Channel aufmerksam werden und dadurch möglicherweise auch dieses Video oder ein anderes Video des Urhebers irgendwann noch mal anschauen.

Anhand der Tatsache, dass viele kleinere Content-Ersteller keine größeren wegstriken, wenn sie auf ihre Videos reagieren, beweist ja eigentlich, dass sie vermutlich davon profitieren. Dabei sollte man aber auch im Hinterkopf haben, dass sie ggf. Angst vor den Konsequenzen haben, wenn sie größere Streamer darauf hinweisen oder gar striken lassen.

Für die meisten ist es wohl der größte Traum, wenn ein Montanablack, Gronkh oder ein Trymacs auf unsere Videos reagieren würde und dabei positive Worte über das Video oder uns als Person verlieren.

Es wäre wirtschaftlich und vielleicht auch moralisch ziemlich dumm, wenn wir einen dieser Namen aufgrund einer reaction auf unser Video striken würden, wobei es natürlich unser Recht wäre. Ein wenig heuchlerisch finde ich dabei die Debatte, die Elotrix in einem Video mit Montanablack88 anstößt.

Auch wenn ich grundsätzlich die Argumentation seitens Elotrix nachvollziehen kann und ich einen Revshare von wenigstens 5 Prozent für den Ersteller fair finde, finde ich es sehr heuchlerisch, dass Elotrix scheinbar erst bereit ist etwas von seinem Verdienst abzugeben, wenn YouTube ihn dazu zwingen würde bzw. erst dann, wenn Google ein solches Revshare System einführt. Aus freien Stücken den Urheber zu bezahlen kommt für ihn scheinbar nicht infrage.

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Ich denke, dass es folgendermaßen ist. Irgendwann erreicht ein Video den Punkt, an dem es ohne Reactions und aus eigener Kraft heraus zu einem Hit wird und genau an diesem Punkt ist es meiner Meinung nach für den Content-Ersteller wichtig, ein Zeichen zu setzen und ein Reaction-Verbot von 24 bzw. sogar 48 Stunden auszusprechen. Für kleine und mittelgroße YouTuber ist es ein abgöttischer Segen, wenn große Namen auf sie reagieren.

Doch erreicht ein Video wie eine Folge 7 vs. Wild Blockbusterstatus, glaube ich, dass Reactions dem Format tatsächlich schaden und Klicks wegnehmen. Dabei hat jeder Content Creator natürlich immer noch das alleinige Recht zu entscheiden, ab wann er von wem Reaktionen zulassen möchte und wann er von seinem Recht Gebrauch macht und einen anderen Streamer oder YouTuber strikt.

Die Reaction-Nörgeler, die nicht auf 7vs Wild reagieren können

Welche Ausmaße von Arroganz die Reaction-Szene mittlerweile angenommen hat zeigt die Debatte rund um 7 vs. Wild und dem Release auf Freevee. Dass die erste Folge erst einen Monat nachdem sie auf Freevee erschienen ist, auf YouTube zu schauen ist, holte einige Reaction Streamer auf den Plan und löste einiges an Rumgeheule aus.

Viele Content Creator beschwerten sich, dass sie unter diesen Umständen ja nicht mehr auf die Survival-Show reagieren können. Ich frage mich, mit welchem Recht sich diese unkreativen Menschen herausnehmen, sich darüber aufzuregen, wenn contentschaffende Personen eine Entscheidung treffen, die für ihr Überleben und ihren Erfolg wichtig sind, während sie sich selbst wie Schmarotzer verhalten und von diesem Content nähren, selbst aber nicht in der Lage sind einen so hochwertigen Content auf die Beine zu stellen.

Einfach an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Eine noch größere Dreistigkeit lieferte sich aber Staiy, als er von Leon Machère in meinen Augen zurecht gestrikt wurde. Alles fing damit an, als Apored ein Fake-Statement veröffentlicht hat in welchem er einräumte, wirklich pleite zu sein und in der Vergangenheit viele Fehler gemacht zu haben.

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Zum Ärgernis wurde dieses Video, als Leon Machère ein eigenes Video veröffentlicht hat, in welchem aufgeklärt wurde, dass es sich beim Apored-Statement um einen Prank gehandelt hat. Im Auflösungsvideo wird zu Beginn darauf aufmerksam gemacht, dass man doch bitte zu respektieren hat, dass man erst 48 Stunden nach Upload des besagten Videos darauf reagieren darf.

Eine Methode, die 7 vs. Wild meines Erachtens in die YouTube-Meta etablierte. Während sich viele der großen YouTuber an diese Bitte gehalten haben, nahmen viele es nicht ganz so ernst. Darunter Staiy . Er hat schließlich die Konsequenzen dafür getragen und wurde kurzerhand von Leon gestrikt.

Daraufhin traf Staiy eine Aussage: „[…] Es gibt kein 48-Stunden-Gebot, wenn du Content von anderen Leuten klaust […] das ist frech, das ist dumm und dann gibt es Sti che“.

Natürlich gibt es kein Gebot oder Gesetz, was einem verbietet, Reactions nach 12 Stunden hochzuladen, obwohl ein Content-Ersteller darum gebeten hat, erst nach 48 Stunden auf ein Video zu reagieren. Dass jedoch Google eine Strike-Option bietet, zeigt doch nahezu perfekt, warum solcher Reaction-Content teilweise mit dem Urheberrecht in Verbindung gebracht werden kann.

Es ist demnach auch in Ordnung, von seinem Recht – welches YouTube einem gewährt – Gebrauch zu machen, um Leute zu striken, wenn sie unpfleglich mit dem eigenen Content umgehen. Davon mal abgesehen hat es einfach etwas mit Respekt und Anstand zu tun, dass man der Bitte eines anderen Content Creator-Kollegen nachkommt auch wenn man den Content nicht gutheißt.

Wenn dir der Content oder die Person nicht passt, dann reagiere gefälligst nicht darauf und sei einfach ruhig. Vor allem wenn du nicht in der Lage bist eigenen Content zu produzieren. Reaction-YouTuber wie Staiy bieten der Plattform nicht nur eine mangelhafte Originalität und Kreativität, sondern manipulieren ihre Zielgruppe bewusst mit vorgegaukelten und inszenierten Emotionen, um auf Krampf den nächsten viralen Clip zu landen oder sich über andere Content Creator zu stellen, obwohl die Reaction-Clowns dabei völlig im Unrecht sind.

Das beste Beispiel für genau diesen Fall ist der Streit zwischen Leon Machère und Staiy. Denn Staiy ist hier absolut im Unrecht und versucht auch weiterhin, nachdem der Fehler publik wurde, Leon schlecht zu reden und seine Meinung und sich selbst über andere zu stellen.

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Es gibt auch gute Reactions

Wie anfangs beschrieben möchte ich auch klar erwähnen, dass es auch guten Reaction Content gibt. Meistens ist eine gewisse Fachkompetenz der Schlüssel, um das Video des Urhebers aufzubessern, um damit einen Mehrwert für die Zuschauerschaft zu bieten. Zum Beispiel gibt es zahlreiche Videos im Netz, in welchen Elitesoldaten der Navy oder der Bundeswehr auf Call of Duty-Missionen reagieren und ihre Expertise dazu abgeben, wie sie in diesen Situationen gehandelt hätten oder eine Einschätzung darüber, wie realistisch ein Spiel tatsächlich ist.

Auch wenn Survival-Experten auf 7 vs. Wild reagieren und ihre Sicht der Dinge schildern, wie sie in bestimmten Situationen gehandelt hätten, was sie gegessen oder konsumiert hätten, um nicht zu dehydrieren. Aber welchen Mehrwert bietet es, wenn ein Streamer auf eine Folge Rosins Restaurants reagiert oder ein Ahnungsloser auf Feuer und Flamme? Was für einen Mehrwert kann er diesem Video beisteuern?

Reaktionen können aus journalistischen Gründen durchaus ihre Daseinsberechtigung haben und sind auch für die Wahrheitsfindung oder um Aussagen von anderen Menschen zu widerlegen wichtig, doch keiner braucht Reaction Papageien, die kommentieren, was gerade in dem Video passiert und noch weniger braucht man die “5 Sekunden das Video laufen lassen um dann irgendwelche belanglose Kommentare über einen umgefallenen Sack voller Reis im Hintergrund des Videos” von sich zu geben.

Natürlich kann man Unterhaltung als Mehrwert betrachten und wenn ein großer Streamer mal wieder seine unehrlichen Emotionen in diese Reaktion einfließen lässt und vergeblich versucht einen neuen viralen TikTok-Hit zu landen, dann ist das eben auch ein Mehrwert für die durchschnittliche Twitch- und YouTube-Zuschauerschaft.

Letztlich bestimmt der Markt über Erfolg und Misserfolg. Solange es also genügend Menschen gibt, die diese Art von Content und jene Personen die ihn produzieren, mit ihrem Geld oder ihrer Zeit bezahlen, desto länger wird das auch der Status quo auf YouTube und Twitch sein.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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  1. An Staiys Wesen mag der deutsche Steuerzahler genesen

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