Wie AI-Technologie die Gaming-Branche für immer verändern wird

AI Gaming
© igdb / flaticon

Überall ist die Rede von AI und wie diese Technologie die Wirtschaft, das Arbeitsleben und generell die Welt verändern wird. Vor allem Nvidia ist hierbei im Gespräch, da die Technologie dieser Firma essenziell ist, um AI überhaupt realisieren zu können. Diese Innovation kann aber auch in der Gaming-Branche angewendet werden und neben besseren Erlebnissen für Spieler, auch massive Kosten für Entwicklerstudios einsparen.

Dabei ist AI nicht ferne Zukunftsmusik, sondern diese Veränderung und dieser Wandel findet im Hier und Jetzt statt. In diesem Artikel werden wir einen Blick auf die verschiedenen Aspekte werfen, wie die AI-Technologie die Gaming-Branche transformiert und wo sie bereits erfolgreich Anwendung findet.

Durch maschinelles Lernen können AI-Algorithmen trainiert werden, um automatisch Spielinhalte zu generieren, Charaktere zu animieren und komplexe Verhaltensmuster für NPCs, also Non-Playable Characters zu erstellen. Dies spart Entwicklern nicht nur viel Zeit und Mühe, sondern ermöglicht auch eine Vielzahl von Möglichkeiten für ein weitaus dynamischeres und noch immersives Spielerlebnis. Auch der Schwierigkeitsgrad eines Spiels kann mithilfe von AI trainiert und programmiert werden.

AI-Algorithmen können das Verhalten von Spielern analysieren und daraus lernen, um das Gameplay anzupassen und eine personalisierte Schwierigkeitsstufe zu bieten. Durch maschinelles Lernen kann die AI beispielsweise das Können eines Spielers bewerten und den Grad des Spiels entsprechend anpassen, um eine optimale Herausforderung zu bieten. Darüber hinaus kann AI auch in Echtzeit das Verhalten der Spieler analysieren und anhand dieser Informationen neue Inhalte generieren, um das Spiel immer wieder neu und aufregend zu gestalten.

Ein bemerkenswertes Beispiel für die Verwendung von AI im Spielerlebnis sind sogenannte „prozedurale Generierung“ oder „prozedurale Inhalte“. Dabei handelt es sich um Algorithmen, die automatisch Umgebungen, Level oder Quests generieren. Anstatt jedes Level oder jede Quest von Hand zu entwerfen, kann AI dies auf der Grundlage von bestimmten Regeln und Parametern erledigen.

Dadurch entsteht eine endlose Vielfalt an Inhalten, die den Spielern ein immer neues Erlebnis bieten. Prozedurale Generierung ermöglicht auch eine bessere Skalierbarkeit von Spielen, da Entwickler nicht jedes Mal neue Inhalte erstellen müssen, wenn das Spiel erweitert oder aktualisiert wird.

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Wie realistisch NPCs bald werden können, zeigt die Nvidia Avatar Cloud Engine (ACE), die in Kooperation mit Convai erforscht wurde. Das Unternehmen erklärt die Neuheit auf ihrer eigenen Seite wie folgt: „NVIDIA Omniverse Avatar Cloud Engine (ACE) ist eine Suite von Echtzeit-KI-Lösungen für die durchgängige Entwicklung und Bereitstellung interaktiver Avatare und digitaler menschlicher Anwendungen im großen Maßstab“.

Es ist nicht auszuschließen, dass Rockstar Games diese Technologie anwenden wird, um Echtzeitgespräche mit NPCs in GTA 6 zu ermöglichen. Denn immerhin spricht Take-Two selbst davon, eine neue Ära einzuleiten und neue Standards in der Industrie setzen zu können. Ich denke, dass damit auch der Einsatz von AI-Technologie im großen Stil gemeint ist.

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Eine weitere Anwendung im Falle der NPCs ist die Forschung von Jim Fan, einem AI Scientist bei Nvidia. Mit Voyager hat er einen Bot erschaffen, der von selbst Minecraft spielt und dabei eine bemerkenswerte Autonomie, Lernfähigkeit und Evolution ohne menschliches Eingreifen an den Tag legt. „Fange einen Fisch“, „Baue einen Kaktus ab“ oder „Bekämpfe einen Enderman“ – Alles kein Problem mehr für diesen Bot.

Dieses selbstständige Lernen kann in der Qualitätskontrolle einen regelrechten Umbruch stattfinden lassen. Denn GPT-4 kann durch einen Bot benutzt werden, um die eigene Fähigkeiten zu verbessern und Aufgaben kontinuierlich zu erfüllen. Dabei hat er die Möglichkeit, seinen Code selbst anzupassen und umzuschreiben.

Im Fall von dem Minecraft-Bot Voyager werden zunächst einzelne Blöcke abgebaut, dann eine kleine Basis aufgebaut und später ganze Häuser oder gar Dörfer errichtet. Es kann also in naher Zukunft möglich sein, ohne menschliche Beteiligung ganze Spiele zu testen und währenddessen diese eigenständig zu verbessern – mit vermutlich deutlich geringerem Personalaufwand.

Neben Nvidia und Convai gibt es aber auch im VR-Markt einen herausragenden, technologischen Fortschritt, der auf künstlicher Intelligenz beruht. Das Unternehmen BlockadeLabs kann bereits einfache Skizzen in 360-Grad-Welten verwandeln und somit den Generierungsprozess von Spielwelten massiv beschleunigen und verbessern.

Das, was Photoshop oder Midjourney bereits gut vormachen, kann durch Splinetool bald getoppt werden. Hierbei kann man wie bei ChatGPT Eingaben tätigen, die das Programm – was im Browser läuft – dann ausführt und daraus 3D-Designs fertigt. Objekte und Szenen erstellen, Gegenstände einfärbt, Physik und Stochastik berücksichtigen und auch Animationen erstellen – alles bald kein Problem mehr für dieses Programm.

Ein weiterer Name ist AIcommand und auch er funktioniert im Wesentlichen wie ChatGPT. Man kann es im generellen als ChatGPT für Unity bezeichnen. Dieses AI-Programm ist darauf abgezielt, dass man Nicht-Code-Teile bei der Entwicklung massiv beschleunigen kann. Zudem ist es Open Source und kostenlos verwendbar. An Unity geht diese Art der Innovation natürlich nicht spurlos vorbei.

Und so hat auch der Anbieter der bekannten Engine ein KI-Ökosystem im Aufbau, um Millionen von Menschen und vor allem Entwicklern diese Technologie zu liefern. Vor kurzem ging ihr AI-Insider-Beta-Programm live und somit steht der schnellen Entwicklung von Spielen durch KI nicht mehr viel im Weg. Auch Epic Games hat vor einigen Monaten gezeigt, wie sie KI im umfangreichen Maß nutzen, um ihr Produkt und ihre Technologie zu verbessern.

Sicherlich ist die KI im Moment noch nicht perfekt ausgereift und Texte, Bilder und Animationen sind fehlerhaft – trotzdem muss man anerkennen, dass sich dieser technische Wandel schon jetzt in einem bahnbrechenden Stadium befindet und schon bald die Gegenwart bestimmen kann. Ich denke, dass vor allem in der Gaming-Branche die AI eine Vorreiterrolle einnimmt.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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