Don Arts: „Besser zu werden braucht Leidenschaft und ein gutes Mindset“

Don Arts
© Don Arts Instagram

Ich weiß, dass ich diese Ankündigung oft verwende, aber es ist wieder einmal Zeit für eines meiner Interviews und ich habe ebenso oft erwähnt, dass ich einen tollen Gast habe. Dieses Mal ist meine Freude sehr groß, weil ich diese Art von Gast erst einmal auf meinem Blog hatte. Ich kann niemand geringeren als Don Arts himself begrüßen! Ich habe ihm ein paar Fragen stellen dürfen und damit ist er neben Harmii ein weiterer deutscher Progamer, den ich auf meinem Blog vorstellen darf. Wie immer ist es mir sehr wichtig, dass ich Menschen hier auf meiner Seite vorstelle, den ich vorher einige Fragen stellen konnte und ihnen somit Antworten entziehen kann. Die Exklusivität auf meinem Blog mit genau solchem Content zu wahren, ist mir sehr wichtig und sorgt dafür, dass eben nicht jeder einfach einen Artikel über jemand anderes schreiben kann, ohne dabei wirklich hilfreiche Informationen für seine Leser zu verarbeiten.

Don Arts, der mit bürgerlichen Namen übrigens Finn-Lukas Salomon heißt, ist ein deutscher League of Legends Profi, der sogar im Jahr 2019 die EU Masters mit seinem Team Berlin International Gaming gewinnen konnte. Don Arts zählt zweifellos zu einem der bekanntesten deutschen League of Legends Progamern und kann ebenso auf seinen Social-Media-Plattformen eine große Fangemeinschaft vorweisen.

Seine Karriere als League of Legends-Profi beginnt ganz typisch. Seine beiden älteren Brüder brachten ihn das erste Mal mit Videospielen in Kontakt. Zunächst auf Konsole, später dann aber in das MMORPG-Genre. 2011 zeigte ihm sein Bruder schließlich League of Legends. Es stellte sich schnell heraus, dass er ein gewisses Talent für dieses Spiel hatte und wurde immer besser. 2017 trat er dann seinem ersten Team LDLC bei. Auch wenn das Spiel bis dahin für ihn noch immer mehr als ein Hobby war, wurde er wenig später schließlich von Euronics entdeckt, weshalb er seinem Hobby nun eine größere, professionellere Zukunft verschrieben hat.

Natürlich ist es mir immer wichtig, wenn ich einen Gast wie Don Arts ein paar Fragen stelle, wie sich Spieler verbessern können. Zu dieser Sache sagt er beispielsweise: „Ich passe meine Runensets immer meinem Champion bzw. dem Game spezifisch. Wenn also ein Gegner einen Helden spielt um meinen Helden zu countern, nehme ich ein Runenset, was diesen Umstand etwas kompensiert“. Weiter sagt er, dass jeder so spielen soll wie es einem am besten liegt. „Ich habe mich auch personalisiert und spiele zum Beispiel im Farbenblindmodus“.

Aber neben den Settings im Spiel ist vor allem die Einstellung von dir selbst wichtig. „Wenn man sich verbessern will, braucht man Leidenschaft und ein gutes Mindset, dass man sich überhaupt verbessern will. Sich Vorbilder zu suchen und von ihnen zu lernen und sich von ihnen Streams, Guides und Videos anzugucken hilft enorm“. Ebenso wichtig und was jeder Profspieler wohl so unterstreicht ist, dass man sich selbst immer die eigenen Fehler angucken sollte. „Wenn man in einer bestimmten Elo feststeckt, muss man sich bewusst machen, dass es immer an einem selbst liegt“ – so seine Meinung.

Aber darüber hinaus ist auch ein gesunder Lebensstil wichtig, wenn man mit seinem Team die letzten Meter gehen will. Don Arts verrät mir, dass man auch außerhalb vom Spiel perfekt aufgestellt sein muss und eine gute Atmosphäre vorherrschen muss, damit man sich wirklich verbessern kann. „Viele Teams haben daher auch einen sehr großen Stab an Mitarbeitern, die sich dann um die verschiedenen Belange kümmern“.

Eine brennende Frage, die sich jeder Fan von der Profiszene stellt, ist, warum ein Spieler überhaupt eine gewisse Rolle spielt. Spielt er sie, weil er sie selbst gut kann? Weil das Team diese Rolle benötigt? Bei dem Jungler war es einfach der reine Spaßfaktor. Er hat just for fun mit League of Legends angefangen und sich für die Rolle des Junglers entschieden, weil unter seinen Freunden noch gefehlt hat. Und weil diese Aufgabe eben sehr viel Freude bereitet hat, ist er direkt bei dieser Rolle geblieben und hat sich auf diese spezialisiert.

Doch wer die Karriere von Finn-Lukas verfolgt, weiß auch, dass er mittlerweile sogar als Analyst seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. Ein Analyst ist jemand, der sich mit anderen Teams und deren Strategien auseinandersetzen muss, um dort Schwächen zu erkennen. Ebenso arbeitet er Strategien für sein Team aus. Bestimmte Helden auf bestimmten Karten oder verschiedene Laufrouten sind hierbei das tägliche Geschäft. Doch wie wird man eigentlich Analyst? „Man wird nicht direkt Analyst, sondern es ist eher etwas, was Leute machen können, die Erfahrung von der Szene haben. Vor allem ingame. Dann versucht man im broadcast sein Wissen anzuwenden, um das spiel oder die Series gut für die Zuschauer zu erklären.“

Mittlerweile ist der Esport in der Gesellschaft angekommen und ich denke, dass heutzutage immer mehr Geschwister, Eltern und Bekannte Verständnis für das zunächst ungewöhnliche Hobby haben. So steht die Familie und seine Freunde ausnahmslos hinter ihm und unterstützen ihn in allen Belangen. Finn-Lukas ist nur ein paar Jahre jünger als ich und sagt selbst, dass es zu jener Zeit als wir mit dem Zocken angefangen haben nicht selbstverständlich war, dass die Eltern einen in der Hinsicht unterstützen.

Doch was bringt es Progamer oder Streamer in einem Spiel zu sein, wenn das Spiel keine Zukunftsperspektive mehr bietet? Oftmals gibt es Spieler in bestimmten Spielen (WarCraft, Heroes of the Storm), die um ihre Existenz fürchten müssen, weil das Spiel entweder nicht mehr die Popularität genießt oder vom Entwickler selbst vom Markt genommen wird. Doch darum macht sich der junge Moba-Spieler keine großen Gedanken. „Ich denke im Großen und Ganzen hat League of Legends schon eine krasse Entwicklung hingelegt und ich denke auch, dass das in Zukunft so weitergehen wird. Ich persönlich liebe das Spiel und offensichtlich geht es nicht nur mir so.“

Aktuell sieht man im Streaming-Geschäft, dass immer mehr Profispieler sich später auf Twitch Karriere machen. Shroud, Forsen oder XQC haben es vorgemacht und haben aus ihrem Progamer-Status eine wahrliche Musterkarriere auf Twitch hingelegt. In den Augen der Allgemeinheit ist es für die meisten wohl angenehmer einen Streamer-Lebenstil einzuschlagen, weil man hier ganz einfach spielen möchte was man will. In der Vergangenheit habe ich mich sehr an dem Fakt gestört, dass gute Spieler auf Twitch oftmals weniger Views als jene, die schlechter sind und dafür besserer Entertainer sind. Für mich stand schon immer im Vordergrund, dass ich in einem Spiel gut sein möchte und nicht darum, dass ich Spaß daran habe eine tolle Story zu bekommen.

Für Don Arts ist aber klar, dass es für beide Berufsfelder Vor- und Nachteile gibt. „Meiner Meinung nach, steht bei dem Beruf des Progamers vor allem der sportliche Gedanke im Vordergrund. Das kannst du als Content Creator nicht haben und ich denke auch, das ist der größte Vor- aber auch Nachteil an dem Progamer-Dasein gegenüber dem eines Streamers. In guten Zeiten macht der sportliche Aspekt mega viel Spaß, aber kann auch sehr erdrücken werden, wenn es schlecht läuft. Als Streamer bist du nicht an den Erfolg im Spiel gekoppelt, sondern eher an den als Marke“.

Es ist also oftmals sehr schwierig zu entscheiden, was nun leichter ist. Ein Spiel spielen, darin gut werden und dann damit sein Geld zu verdienen? Oder eben als Streamer alles Mögliche zu Spielen um mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen. Für beides braucht man eine gewisse Gabe und bestimmte Skills. Man sollte sich meiner Meinung nach auf das fokussieren, was einem besser liegt.

 

Mehr von DonArts

Instagram

YouTube

Twitter

Twitch

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*