Twitch nimmt umfangreiche Änderungen am Partner-Plus-Programm vor

Twitch Partner Plus Programm
© Twitch

Twitch hat am 15. Juni 2023 sein Partner Plus Programm vorgestellt und ist dabei nicht auf viel Begesiterungen aus der eigenen Community gestoßen. Doch die Amazon-Tochter hat nun am Modell umfangreiche Änderungen vorgenommen und damit sein Image etwas aufpoliert. Zu Beginn plante Twitch einen Revenue Share von 50 Prozent einzuführen, was den Content Creatorn auf der Plattform ganz und gar nicht geschemckt hat. Schließlich hat Twitch zurückgerudert und eine Programm vorgestellt,  bei welchem die Streamer ihren 70-30-Share behalten dürfen, wenn sie 100.000 Dollar verdienen.

Heute hat das Unternehmen auf seinem eigenen Blog drei Neuerungen vorgestellt, die eine langfristige und transparente Rahmenwerk schaffen sollen, Streamer fair belohnt und sie weiterin zum Livestreaming motiviert. Diese Drei Punkte lauten:

1. Wir erweitern das Partner-Plus-Programm, um mehr Streamern Zugang zu einer höheren Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen durch bezahlte und Geschenk-Abos zu ermöglichen.

2. Wir schaffen die Obergrenze von 100.000 USD ab, die bisher für die 70/30-Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen galt.

3. Das Auszahlungsmodell für Prime Gaming-Abonnements wird geändert, wobei für jedes Land eine feste Rate festgelegt wird.

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Erweiterung des Partner-Plus-Programms

Zur Erweiterung des Partner-Plus-Programms sagt das Unternehmen: „Im Oktober 2023 haben wir das Partner-Plus-Programm eingeführt, um Streamerinnen und Streamern eine bessere Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen durch bezahlte und Geschenk-Abonnements zu bieten, die auf eindeutigen und objektiven Kriterien basiert. Tausende von euch haben sich bereits für das Partner-Plus-Programm qualifiziert. Ab 1. Mai werden wir das Programm folgendermaßen ausweiten”:

1. Wir fügen dem Programm eine neue Stufe hinzu, damit noch mehr Streamer und Streamerinnen von den Vorteilen profitieren können. Wer drei Monate in Folge mindestens 100 Plus-Punkte vorweisen kann, qualifiziert sich für eine Umsatzbeteiligung von 60/40 an den Nettoeinnahmen durch bezahlte und Geschenk-Abonnements seines/ihres Kanals.

2. Wir verringern die Mindestanzahl von 350 Plus-Punkten, die für eine Umsatzbeteiligung von 70/30 an den Nettoeinnahmen bisher erreicht werden mussten, auf 300 Plus-Punkte.

3. Wir bieten auch Affiliates die Möglichkeit, sich für das Programm zu qualifizieren. Bei der Einführung des Partner-Plus-Programms waren für die Qualifikation 350 Punkte erforderlich. Da fast ausschließlich Partner und Partnerinnen diese Kriterien erfüllen konnten, entstand das Programm zunächst nur für sie. Durch die niedrigeren Anforderungen können sich jetzt auch Affiliates qualifizieren, denn sie sollten für die Unterstützung ihrer Communitys ebenfalls belohnt werden.

Weiter heißt es: „Das bedeutet, dass wir auch den Namen des Programms anpassen müssen. Aus dem “Partner-Plus-Programm” wird somit das “Plus-Programm”, sobald die Änderungen im Mai in Kraft treten.“

Stufe im Partner-Plus-ProgrammUmsatzbeteiligungMindestanforderung
Stufe 160/40100 Plus-Punkte
Stufe 270/30300 Plus-Punkte
Abostufe 1 = 1 Punkt, Abostufe 2 = 2 Punkte, Abostufe 3 = 6 Punkte

„Durch diese Ausweitung des Programms werden insgesamt dreimal so viele Streamerinnen und Streamer von der Premium-Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen profitieren können“, sagt das Unternehmen und verweist auf die Hilfe-Seite für weitere Informationen zum Plus-Programm.

Abschaffung der Obergrenze von 100.000 USD

Einer der größten Dornen im Auge stellt die Obergrenze von 100.000 USD für die Content-Ersteller auf der Plattform dar. Dazu sagt Twitch: „Wir heben die Obergrenze von 100.000 USD, die bisher für die 70/30-Umsatzbeteiligung an Nettoeinnahmen galt, mit sofortiger Wirkung für alle Streamer und Streamerinnen auf – also auch für die Teilnehmenden des Partner-Plus-Programms. Für Nettoeinnahmen aus Abonnements, die über der jährlichen Obergrenze von 100.000 USD liegen, erhielten Streamerinnen und Streamer bisher die standardmäßige Umsatzbeteiligung von 50 % anstatt 70 %. Wir haben das eindeutige Feedback erhalten, dass diese Obergrenze die Verdienst- und Wachstumsmöglichkeiten für Betroffene einschränkt und viele dadurch abschreckt. Die Obergrenze wird deshalb ab heute aufgehoben.“

Änderungen des Auszahlungsmodell für Prime Gaming-Abonnements

Seit 2016 erhalten Nutzerinnen und Nutzer von Twitch, die Amazon Prime-Mitglieder sind, jeden Monat einen Abonnement-Vorteil, mit dem sie ihre Lieblingskanäle auf Twitch abonnieren können. Das Programm wurde weiterentwickelt und der monatliche Abonnement-Vorteil ist jetzt ein Teil der umfassenden Prime Gaming-Vorteile, zu denen auch kostenlose Spiele gehören.

Diese Abonnement-Vorteile im Rahmen von Prime Gaming bieten vielen Streamern und Streamerinnen auf Twitch eine zusätzliche Einnahmequelle und den Zuschauenden die Möglichkeit, von Abonnenten-Vorteilen auf Twitch zu profitieren – ganz ohne zusätzliche Kosten. Prime Gaming ist ein wichtiger Partner, der von der langfristigen Unterstützung von Twitch-Streamern und -Streamerinnen im Rahmen des Programms enorm profitiert.

Bisher wurden diese für Prime Gaming-Abonnements genauso bezahlt, wie das bei Auszahlungen von bezahlten Abonnements der Fall ist. Damit Twitch diesen Vorteil auch langfristig anbieten kann, wechselte das Unternehmen zu einem Modell mit festen Raten für Prime Gaming-Abonnements, die auf dem Wohnsitzland der Abonnentinnen und Abonnenten basieren. Die Umstellung auf das neue Modell tritt am 3. Juni 2024 in Kraft. Auch hier verweist Twitch für weitere Informationen auf die Info-Seite.

Twitch versichert: „Für die meisten Streamer und Streamerinnen wird diese Änderung keine spürbaren Auswirkungen auf ihre Einnahmen haben. Auch wenn geringere Einnahmen immer enttäuschend sind: Der Unterschied zwischen den aktuellen Einnahmen aus Prime Gaming-Abonnements und den zukünftigen Einnahmen durch die festgelegte Rate wird in den meisten Ländern weniger als 5 % betragen. Wichtig ist auch, dass nur Prime Gaming-Abonnements betroffen sind, die wiederum nur einen Teil der Gesamteinnahmen ausmachen“.

Weiter heißt es: „Außerdem sind wahrscheinlich die Streamerinnen und Streamer am stärksten betroffen, die aufgrund älterer Vertragsbedingungen eine Umsatzbeteiligung von 70 % an Prime Gaming-Abonnements erhalten. Durch die Abschaffung der Obergrenze von 100.000 USD werden die Auswirkungen für einige – jedoch nicht für alle – dieser Betroffenen wieder ausgeglichen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Struktur die richtige Wahl für die Zukunft des Programms ist. Mit dieser Änderung möchten wir sicherstellen, dass die Twitch-Community auch langfristig von monatlichen Twitch-Abonnements für Prime-Mitglieder profitieren kann.“

Fazit

Der Blog-Post von Dan Clancy endet mit einem Fazit und einigen Schlussworten. „Jeden Monat erzielen mehr als eine Million von euch Einnahmen auf Twitch. Für manche ist der Umsatz auf Twitch nur zweitrangig, da die Plattform überwiegend dazu genutzt wird, um durch Livestreams eine Community aufzubauen. Viele haben das Streaming jedoch zu ihrem Beruf gemacht. Und noch viele mehr träumen von einer solchen professionellen Karriere.“

Weiter sagt er aus, dass Streamerinnen und Streamer aus verschiedenen Quellen Einnahmen erzielen, aber die Einnahmen die sie direkt von Twitch erhalten, eine wichtige Rolle für ihren Lebensunterhalt spielen. „Der langfristige Erfolg von Twitch hängt davon ab, wie wir diese Karrieren auf lange Sicht unterstützen können. Da der berufliche Erfolg unserer Creator und Creatorinnen auch von Twitch abhängig ist, müssen wir die Umsatzbeteiligung so gestalten, dass wir unser Unternehmen nachhaltig und langfristig betreiben können.“

„Die heute angekündigten Änderungen sollen ein transparentes Rahmenwerk für die Umsatzbeteiligung schaffen, durch das der finanzielle Erfolg von Streamerinnen und Streamern besser kalkulierbar wird. Die Änderungen, die in diesem Blog-Post beschrieben werden, sind teilweise ziemlich komplex. Deshalb hoste ich heute (24. Januar) um 19:30 Uhr MEZ (10:30 Uhr PT) einen Stream auf /Twitch, in dem ich Fragen beantworten und unsere Pläne etwas genauer erläutern werde. Wir freuen uns wie immer über Feedback, damit wir weiterhin dafür sorgen können, dass Twitch der ideale Ort für alle Streamer und Streamerinnen bleibt.“

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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