Ein neuer Bericht des Marktforschungsunternehmens NewZoo zeigt einen deutlichen Wandel in den Spielgewohnheiten der Gaming-Community. Während Battle-Royale- und klassische Shooter-Titel über das Jahr 2025 hinweg spürbar an Spielzeit verloren haben, erleben Sandbox-Spiele einen starken Aufschwung. Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Interessen vieler Spieler zunehmend weg vom kompetitiven-Prinzip hin zu offenen Spielwelten mit mehr Freiheit und kreativen Möglichkeiten verschieben.
Deutlicher Rückgang bei Battle Royale und Shootern
Laut dem Bericht sank die Gesamtspielzeit von Battle-Royale-Titeln im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 27 Prozent. Besonders bekannte Vertreter des Genres verzeichneten deutliche Einbrüche. So ging die Spielzeit von Fortnite um 29 Prozent zurück, während Apex Legends einen Rückgang von 24 Prozent verzeichnete.
Auch im Shooter-Segment zeigen sich ähnliche Trends. Mehrere große Titel mussten im vergangenen Jahr deutliche Verluste hinnehmen:
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Call of Duty: -33 %
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Overwatch: -29 %
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Destiny 2: -40 %
Weitere Shooter wie VALORANT (-15 %) und Rainbow Six Siege (-24 %) wurden ebenfalls von sinkender Spielzeit betroffen. Selbst erfolgreiche oder neu erschienene Titel konnten den allgemeinen Trend nicht vollständig aufhalten.
Sandbox-Spiele wachsen deutlich
Im Gegensatz dazu verzeichnen Sandbox-Spiele einen starken Aufschwung. Die Gesamtspielzeit dieses Genres stieg laut NewZoo im selben Zeitraum um 36 Prozent. Spiele wie Minecraft, Roblox, Project Zomboid, Terraria und Garry’s Mod profitieren besonders von diesem Trend.
Der Erfolg dieser Titel liegt vor allem in der Freiheit, die sie Spielern bieten. Statt sich in kurzen, kompetitiven Matches zu messen, bauen viele Spieler lieber eigene Welten auf, erschaffen Inhalte oder erleben langfristige Abenteuer in offenen Spielumgebungen.
Veränderung der Spielerpräferenzen
Der Boom von Battle-Royale-Spielen begann etwa ab 2019 mit Titeln wie Fortnite, Apex Legends und Call of Duty: Warzone. Über mehrere Jahre hinweg dominierten sie Streaming-Plattformen, Turniere und Spielerzahlen. Doch inzwischen scheint sich eine gewisse Genre-Müdigkeit eingestellt zu haben.
Selbst Fortnite reagiert bereits auf diese Entwicklung. Mit dem UEFN-Ökosystem (Unreal Editor for Fortnite) und zahlreichen alternativen Spielmodi versucht Epic Games, das Spiel über den klassischen Battle-Royale-Modus hinaus weiterzuentwickeln und neue Spielerlebnisse zu schaffen.
Große Releases konnten Trend nicht stoppen
Bemerkenswert ist, dass der Rückgang trotz einiger großer Veröffentlichungen im Shooter-Bereich stattfand. So war Battlefield 6 eines der meistverkauften Spiele des vergangenen Jahres, und auch der Extraction-Shooter ARC Raiders erreichte Millionenverkäufe. Dennoch konnten solche Titel den generellen Rückgang der Spielzeit in diesem Genre nicht ausgleichen.
Auch positive Ausnahmen ändern das Gesamtbild kaum. So verzeichnete etwa Marvel Rivals zwar einen starken Spielerzuwachs von 546 Prozent, doch dieser Wert ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das Spiel erst im Dezember 2024 erschienen ist und somit im Vergleichsjahr noch kaum Aktivität hatte.
Blick auf die Zukunft
Wie sich diese Entwicklung fortsetzt, wird sich vor allem in den Zahlen für 2026 zeigen. Mit dem Erfolg neuer Titel wie ARC Raiders könnten Shooter und andere kompetitive Genres wieder an Dynamik gewinnen.
Dennoch deutet vieles darauf hin, dass Sandbox-Spiele aktuell den Nerv der Zeit treffen. Die Kombination aus Kreativität, sozialem Spielen und offenen Welten scheint für viele Spieler derzeit attraktiver zu sein als klassische, kompetitive Spielmodi.
