AimuCosplay: „Mit Twitch kann mittlerweile jeder Geld verdienen“

Aimu Cosplay
© Photography by Jacky

Das Thema Cosplay ist auf meinem Blog noch immer sehr gefragt und leider habe ich dieses Thema in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt. Mein letzter Beitrag dieser Art war über Farbenfuchs und das ist mittlerweile leider schon wieder viel zu lange her. Dabei ist es gerade für Anfänger wichtig, dass sie regelmäßig mit neuer Inspiration gefüttert werden und ebenso wichtige Tipps und Tricks über das Thema Cosplay bekommen. Und genau deshalb habe ich heute einen Beitrag für euch, der sich auszahlen wird! AimuCosplay hat im Jahr 2017 mit dem Cosplaying und Streamen angefangen und hat sich innerhalb dieser kurzen Zeit eine beachtliche Anzahl an Fans und Followern aufgebaut. Ich denke, dass dieser Fakt zeigt, was innerhalb relativ kurzer Zeit möglich ist. Wenn sie gerade mal nicht ihre künstlerische Facette zeigt, begeistert sie sich für ihren Beruf als Chemielaborantin und hierbei in der Forschung und Entwicklung aufblühen. Ansonsten führt sie ein recht bequemes Leben auf dem Sofa mit ihrem Freund, Animes und ihren flauschigen Kätzchen.

Für Silke – wie Aimu mit richtigen Namen heißt – ist es Spaß, Liebe und das Knüpfen neuer Freundschaften was sie antreibt. Egal ob es das nächtelange Werkeln an den Lieblingskostümen oder eben das Tragen des eigenen Ergebnis ist. Und wenn es Spaß macht, so wird das Geld automatisch kommen. Egal ob es sich um Fashion, Food, Cosplay oder Games handelt. Auf dem Instagram-Profil von AimuCosplay gibt es einen bunten Mischmasch. Sie selbst postet einfach das worauf sie Lust hat. Das hat den Grund, dass sie mittlerweile nicht nur Cosplay betreibt, sondern ebenso Streamerin und Influencerin ist. Ich selbst schaue mich sehr oft auf Instagram um und mittlerweile gleicht jedes Profil einem anderen. Bewiesenermaßen erkennt man bei Aimu, dass es eben auch möglich ist einfach das zu posten, auf was man Lust hat.

Doch natürlich wurde auch die tüchtige Tüftlerin nicht in einem fertigen und maßgeschneiderten Kostüm geboren, natürlich hatte auch sie die Aufgabe zu meistern mit ihrem Hobby zu beginnen. Wie sie mir selbst verriet. Den ersten Kontakt mit dem Thema hatte sie während ihrer Abitur-Abschlussfeier, als sie sich als Kim Possible verkleidet hat. Ihr erstes bewusstes Cosplay ist dann schließlich ein Charakter aus ihrem Lieblings-Anime geworden, den sie auch direkt zur Gamescom getragen hat: Aimu Cosplay in der Rolle von Misa Amane war geboren. Und genau das ist auch die erste wichtige Regel, wenn man mit dem Verkleiden beginnen möchte. „Anfängern empfehle ich ein Cosplay zu wählen, mit denen sie sich identifizieren können. Schließlich bringt es ja Nichts einen Charakter zu cosplayen den man eigentlich gar nicht mag.″

Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt hat Silke das Glück zu Hause zu arbeiten. Viele andere die aktuell zu Hause sind und nichts mit sich anzufangen wissen sollten jedoch nicht einfach nur Däumchen drehen. „Alle die aktuell viel zu Hause sind, können die Zeit nutzen, um sich richtig zu erholen, zum Streamen oder anfertigen von neuen Cosplays. Wer eine Nähmaschine zur Verfügung stehen hat, könnte Masken nähen und sie an Krankenhäusern, Altenheimen, sonstigen Pflegeeinrichtungen oder Supermärkten zur Verfügung stellen.″

Not macht bekanntlich ja auch erfinderisch und wer weiß auf welche netten Ideen man erstmal kommt, wenn man den Stoff in der Hand hält und loslegt. Sicherlich könnt ihr eure Fähigkeiten verbessern oder sogar eigene Accessoires herstellen und diese verkaufen. Krawatten, Fliegen, Gürtel, Haarbänder, Tücher – Ich bin mir sehr sicher, dass auch solche banalen Dinge durchaus einen Markt bieten.

© AimuCosplay

Sicherlich interessiert es euch brennend, wie man denn jetzt eigentlich als Cosplayer/in Geld verdienen kann. Und hierbei habe ich einige Informationen von meinem Gast erhalten können. „Ich würde behaupten es gibt unglaublich viele Möglichkeiten Geld zu verdienen als Cosplayer. Beim Streamen kann man wohl am besten die Möglichkeit nutzen sich bekannt zu machen, um zusammen mit Social Media Kanälen an Reichweite aufzubauen und somit an Donations oder Subs zu kommen.″ Die erste Anlaufstelle für Fotografen und Cosplay-Künstlern ist das erstellen und verkaufen von Prints. In meinem Cosplay Anfänger Guide habe ich bereits die Seite Saal-Digital.de empfohlen.

Weitere Möglichkeiten sind natürlich die bekannten Seiten wie Patreon, KoFi und Onlyfans. Hierbei ist jedoch Vollgas angesagt! Deine Follower dort erwarten für ihr Geld auch regelmäßigen Nachschub und das heißt, dass es sich hierbei um einen Fulltime-Job handelt. Diese Methode ist nicht wirklich empfehlenswert für Anfänger, da auch hier zunächst eine große Followerschaft den gewünschten Erfolg bringt. „Ich habe mich gegen KoFi, OnlyFans und Patreon entschieden, da ich einfach viel zu wenig Zeit habe um meine eigenen Ansprüche und eine gute Qualität aufrechtzuerhalten. Du bist im ständigen Content-Liefer-Stress″, bestätigt mir Silke. Doch auch sie hat im Schneiden und anfertigen von Kostümen ihre Nische gefunden und kann somit ihre eigenen Fertigkeiten verbessern, sich eine großzügige Deadline setzen und eben auch ein gutes Nebeneinkommen sichern.

Üblicherweise sind bekannte Cosplayer-Künstler auf Events in Form von Kooperationen mit anderen Firmen an Ständen zu sehen. Aber auch das setzt eine enorme Fanbase voraus und oder einfach sehr starke und künstlerischen Fähigkeiten. In meinen Augen ist jedoch die blanke Anwesenheit auf solchen Conventions bereits ein enormer Boost der eigenen Person. Ich merke selbst an mir, dass ich nach zwei Dreamhacks sehr viele neue Gesichter kennengelernt habe. Vor allem ein Cosplay-Wettbewerb ist eine gute Möglichkeit sich selbst zu beweisen und etwas Bekanntheit abzugreifen.

Ich habe die junge und ambitionierte Schneiderin darüber ausgequetscht, ab wann man denn im Schnitt mit ersten Einnahmen rechnen kann. „Geld auf Twitch kann mittlerweile jeder verdienen. Man muss nur mal den Schritt wagen und sich intensiv mit seinen Content auseinandersetzen und überlegen, ob das was man tut auch authentisch und sympathisch bei anderen rüberkommt. „Es ist natürlich pauschal nicht zu beantworten, da – wie Aimu ebenfalls mir gegenüber bestätigte – die Zielgruppe von einem selbst auch dazu beiträgt. Zum Beispiel ist die Kaufkraft der Community wichtig. Wenn man weitestgehend eher junges Publikum anspricht, wird es prozentual schwieriger eben Donations zu bekommen, da heranwachsende vermutlich eher wenig Geld ausgeben können. Ältere Fans hingegen haben aufgrund ihrer Arbeit vermutlich eher etwas Taschengeld übrig, was sie gerne zum Unterstützen ausgeben. Ich bin ebenso wie Aimu der Meinung, dass nicht die Größe der Community entscheidend ist, sondern die Treue und die Harmonie innerhalb dieser.

© Aimucosplay

Wenn man über 100.000 Personen hat die einem folgen, diese aber jeden Tag nur ihre schlechte Laune an dir auslassen, dann ist das sicherlich alles andere als gut für das eigene Wohlbefinden. Auch größere Twitch-Streamer bestätigen, dass sie lieber eine kleinere Community hätten, dafür eben eine, die einen gucken, weil sie den Streamer wirklich mögen und aktiv verfolgen, statt dass sie nur dann Einschalten, wenn es gerade Drops, Raffles, Gewinnspiele oder eben einen neuen Hype um ein Spiel gibt.

Doch was ist, wenn man regelmäßig streamt, Content auf Social-Media bringt, mit seinen Followern interagiert und alles macht und tut, dennoch die Fanbase sich gefühlt gar nicht erhöht? „Dabei kann einem die eigene Einstellung weiter helfen″, sagt mir Aimu Cosplay. Weiterhin erzählt sie, dass sie zu Beginn ihrer Streaming-Karriere immer die Zuschauerzahlen ausgestellt hat, weil sie sich davon sehr stark runterziehen lassen hat. Auch viele bekannte Streamer wie Montanablack empfehlen das den Anfängern, da man klar am Verhalten des Streamers sieht, wenn ein Spiel oder eine Aktion schlecht oder gut ankommt und sich entsprechend anpasst. Ab diesem Zeitpunkt ist man nicht mehr authentisch. Schließlich hat AimuCosplay ihre eigentliche Berufung und den Sinn hinter Twitch entdeckt. „Es ist mein Hobby und ich mache es um mich immer wieder selbst herauszufordern und um Spaß daran zu haben. Ich hab ein wenig gebraucht, aber inzwischen bin ich einfach froh über jeden der in meinem Stream dabei ist oder jedem begeistertem Fan der mein Cosplay auf einer Convention feiert.″

Viele weibliche Cosplay-Künstler vermitteln oftmals den Eindruck, dass man mit freizügigen Content schnell und einfach bekannt wird, was jedoch wirklich hilft, verrät mir Cosplayerin Aimu. „Ich will nicht abstreiten, dass man mit Freizügigkeit eventuell schneller die Aufmerksamkeit auf sich zieht, allerdings kann man dieselbe Reichweite auch mit den eigenen Fähigkeiten und Träumen erreichen und ich denke, wenn man das auf seinen Bildern vermitteln kann, dann hat man deutlich mehr Erfolg als sich zu etwas zu zwingen. Es gibt mit Sicherheit viele Cosplayerinnen und Cosplay die denken, dass sie nur so Reichweite generieren. Das ist Schwachsinn!″

Ebenso ist sie meiner Meinung, dass man als Kenner das Wohlbefinden bei einem Shooting herauskristallisieren kann. Wenn man sich also dazu entscheidet sich in heißen Dessous ablichten zu lassen, dabei aber kein Selbstbewusstsein ausstrahlt und sich nicht wohlfühlt, wird das auf keinen Fall mit Erfolg gekrönt sein. Silke liebt heiße Shootings, weil sie es liebt mit ihrem Ausdruck zu spielen und sich selbst attraktiv zu finden. „Ich hatte früher immer das Gefühl nicht hübsch genug oder zu dick zu sein. Seitdem ich ein paar Shootings hatte und gesehen habe, dass auch verschiedene Faktoren wie zum Beispiel der Blickwinkel eine große Rolle spielen, ist es okay, wenn man mal eine Speckfalte sieht. Ich habe gelernt mich selbst zu akzeptieren und zu lieben und das ist das beste Geschenk, was mir das Modelling geben konnte.″ bestätigt sie mir. „Ich bin immer noch derselbe Mensch, ob ich nun was an habe oder eben nicht″.

Aimu Cosplay
© Miss Lumina Photography / Photography by Jacki

Man sollte sich ebenso nicht von anderen Social-Media-Kanälen oder deren Content beeinflussen lassen. Klar ist Inspiration zu einem gewissen Punkt durchaus gut für die eigene Motivation, jedoch sollte man hinter seinem Content und seiner eigenen Marke stehen.

Wenn ich mich auf den sozialen Netzwerken oder auf Twitch umschaue, finde ich wenige Streamer und Streamerinnen die eine eigene Homepage besitzen. Warum? Bei meinem heutigen Gast ist mir das positiv aufgefallen. Ich sehe es so: mittlerweile gibt es Twitter, Facebook, Snapchat, Instagram, Twitch und viele weitere soziale Medien. Leider kann man immer nur eine Seite pro Seite angeben. Und genau hier kann eine Homepage Abhilfe schaffen. Ich denke viele haben einfach keine Homepage, weil es mit zusätzlichen Kosten und Verwaltungszeit verbunden ist. Und wenn man mit der Darstellung via Twitter und Co zufrieden ist, reicht das ja auch voll und ganz.″

Dabei ist eine eigene Homepage so wichtig, da sie die Möglichkeit gibt alle wichtigen Social-Media-Links, Kontaktmöglichkeiten, über Mich-Texte, Referenzen und den eigenen Shop. Aimu Cosplay sagt ebenso: „Eine eigene Homepage hat für mich den Vorteil, meine Seite und somit Selbstdarstellung, selber auf mich zurechtzuschneiden zu können. Mir hat bei Instagram und Twitter immer ein wenig der Stöber-Effekt gefehlt. Und gerade für die Commissions habe ich so mehr Spielraum zur Darstellung.″

 

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