Warum Free-to-Play-Spiele so wichtig für Entwicklerstudios sind

Free to Play
© Reddit/ Activision / Red Bull

Blickt man in der Geschichte der Gaming-Industrie zurück, war es durchaus üblich, dass man für ein Produkt im Laden Geld bezahlen musste. Bis World of Warcraft kam, gab es sogar Abo-Modelle, die einem Nutzer jeden Monat noch mehr Geld gekostet haben. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es MMORPs, die kostenlos spielbar waren, dann jedoch mit starken Pay-to-Win-Aspekten ausgestattet waren. Auch Browser-Games lockten Spieler mit kostenlosen Inhalten, später dann aber mit Kaufoptionen, ohne die man quasi gar nicht vorangekommen ist. Ich würde so weit gehen und sagen, dass League of Legends das erste Spiel war, was man kostenlos spielen konnte, ohne dass man auf lange Sicht einen Vorteil erkaufen konnte. Und damit brach das große Free-to-play -Zeitalter an. Gemäß dem Marktanalyse-Unternehmen SuperData haben die Spielehersteller im Jahr 2020 mehr als 126.6 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Davon stammen 78 % aus den Verdiensten von Free-to-play-Games, was rund 100 Milliarden Dollar ausmacht. 1.8 Milliarden Dollar wurden mit den Konsolen, 22.7 Milliarden mit dem PC und 73.8 Milliarden Dollar im mobilen Sektor mit Free-to-play Games verdient.

Der Begriff „Free-to-play“ oder auch „Free2Play“ genannt kommt aus dem Englischen und heißt auf Deutsch übersetzt „kostenlos zu spielen“. Mit Free2play wird ein Geschäftsmodell der Spielehersteller bezeichnet, bei dem du das Grundspiel kostenlos spielen kannst, dafür aber optionale, spielerische und kosmetische Zusatzinhalte kostenpflichtig sind. Weil die Games kostenlos sind, erreichen sie viel mehr Spieler. Durch die hohen Spielerzahlen und durchdachten Spielkonzepten für längeren Spielspaß, kaufen die Spieler anschließend kostenpflichtige Zusatzinhalte. Erfahrungen und Studien belegen, dass wenn sich Spieler länger mit einem kostenlosen Spiel auseinandersetzen und unterhalten werden, eher gewillt sind auch kostenpflichtige Zusatzinhalte zu kaufen. Bei einem kleineren Prozentsatz der Spieler geht dies sogar so weit, dass sie über einen längeren Zeitraum mehr Geld für Zusatzinhalte ausgeben, als ein kostenpflichtiges Spiel im Durchschnitt kosten würde.

Es gibt aber leider auch Spielehersteller, die es mit den kostenpflichtigen Vorteilen in den Free-to-play-Spielen übertreiben. Dies ist dann der Fall, wenn man ohne den Kauf von Zusatzinhalt fast keine Chance mehr auf Erfolgserlebnisse hat. In diesem Fall spricht man von „Pay-to-win“. Der Begriff kommt auch aus dem Englischen und steht für „zahlen, um zu gewinnen.“ Es ist daher wichtig, dass die Spielehersteller einen Wert auf die Balance zwischen kostenlosem Spielspaß und kostenpflichtigen, spielerischen Vorteilen legen. Sobald nämlich Free-to-play-Titel als Pay-to-win in Verruf geraten, verlieren diese einen Großteil ihrer Spieler. Für die Smartphones und Konsolen ist die Lösung relativ klar: Durchsuche die offiziellen, integrierten Stores nach kostenlosen Games und lies die Reviews. Die Feedbacks der Spieler sind meistens sehr aufschlussreich und entsprechen dem, was du vom jeweiligen Spiel auch erwarten kannst.

Es gibt zwar dutzende von Webseiten und Spiele-Bibliotheken wie Steam oder Origin, die eine Übersicht über kostenlose Games ermöglichen, diese sind aber leider sehr werbe getrieben und auf eine kleine Anzahl von Spieleherstellern beschränkt. Um daher eine werbefreie Auswahl der aus meiner Sicht besten, kostenlosen Games für Windows, macOS, Linux und den Browser zur Verfügung zu stellen, habe ich die Webseite von Gamefolio.de realisiert. Bei der Auswahl der auf Gamefolio.de publizierten Games lege ich besonderen Wert darauf, dass keine Emulatoren vorausgesetzt werden, kein zu starkes Pay-to-Win vorkommt, Early-Access nur in Ausnahmefällen gestattet ist und die Games natürlich fehlerfrei gespielt werden können.

Die Webseite ist ein privates 1-Mann-Projekt und ging im April 2021 online. Mein Plan sieht vor, die nächsten Wochen und Monaten regelmäßig weitere Games zu listen, bis ich das Gefühl habe, dass ich alle guten F2P und Open-Source Games abgedeckt habe. Anschließend werden dann weitere Features wie ein Blog- und Kommentarsystem folgen. Wenn du also auf der Suche nach kostenlosen Games bist, statte Gamefolio.de doch bitte einen Besuch ab. Du findest bestimmt das für dich passende Spiel! Und wenn du der Meinung bist, es fehlt noch ein dir bekanntes, gutes Spiel, dann melde dich doch bitte bei mir. Die Kontaktangaben findest du auf der Webseite.

J. Nessier, online eher bekannt als @rjgamer und @joghurtfresser ist ein leidenschaftlicher PC-Spieler und Webdesigner. Mit Gamefolio.de konnte er seine beiden Leidenschaften in einem Privatprojekt kombinieren. Was nun aber noch bisschen fehlt, sind die Besucher der Webseite.

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