Falls der Deal gelingt: Meine Hoffnungen der Activision Blizzard-Übernahme

Microsoft Activision Blizzard Deal
© https://twitter.com/klobrille

Es war eine wahrliche Schlammschlacht rund um die Übernahme von Activision Blizzard King seitens Microsoft. Nicht nur, dass es sich hierbei um die teuerste Akquise im Techbereich handelt, sondern ebenso für die Gaming-Szene und die Konsumenten hat dieser Deal mit Sicherheit Auswirkungen. Aber ich sehe auch viel Hoffnung in dieser Übernahme, vor allem für das noch immer sehr angeschlagene Image von Activision Blizzard und vor allem deren Games, dessen Qualität über die Jahre mit Sicherheit zum schlechten Image beigetragen haben. Denn durch die Xbox Studios, die viele Talente, Studios und auch die gesamte Vertriebsinfrastruktur besitzen, kann Activision Blizzard zur alten Stärke finden. Aber auch andere Möglichkeiten die Activision Blizzard für sich nutzen kann und ich mir persönlich wünschen würde, möchte ich nun ein wenig erläutern.

Würdige Game-Fortsetzungen

Es ist schwer zu sagen, ob sich Spiele wie StarCraft, WarCraft, World of WarCraft, Hearthstone oder Overwatch heute noch beliebter wären, wenn Blizzard mehr Engagement in diese Titel gesteckt hätte. Möglicherweise ist aber auch einfach der Zeitgeist der Spielerinnen und Spieler schuld, weshalb sich diese Titel heute derart geringer Beliebtheit erfreuen. Ich bin ein RTS-Fanatiker seit der ersten Stunde und in dieser Hinsicht oftmals sehr befangen, aber ich kann reinen Gewissens und voller Neutralität und Objektivität sagen, dass – egal ob als Multiplayer oder als Singleplayer – die beiden RTS-Urgesteine für beide Spielertypen etwas zu bieten haben. Die Kampagnen der beiden Spiele gehören zu den besten, die es in der gesamten Branche gibt.

Das Storytelling der beiden Games ist auf Weltklasseniveau, weshalb ich mich sehr freuen würde – vom Multiplayer abgesehen – hier Fortsetzungen sehen zu können. Aber nicht nur von den beiden Strategie-Titeln erhoffe ich mir würdige Nachfolger, sondern ebenso von Diablo, World of WarCraft oder Diablo. Ich denke, dass nur mit Microsoft im Rücken Blizzard zu alter Stärke kommen kann, wenn dabei noch andere Dinge von Microsoft umgesetzt werden.

Rückkehr von alten Personal

Ich hoffe, dass mithilfe von Microsoft und der Expansionsstrategie, die das Unternehmen mit dem Game Pass verfolgt, auch Personal notwendig wird, welches aus dem Pool ehemaliger Talente akquiriert wird. Ich hoffe, dass die wirtschaftliche Stärke von Microsoft und das Voranbringen der Spiele von Reichweite, Einnahmen und kreativer Freiheit für die Mitarbeiter dafür sorgt, dass auch alte Legenden wie Mike Morhaime, David Kim, Jeff Kaplan oder Dustin Browder zurück zu ihren Wurzeln finden.

Auch wenn diese Leute mittlerweile neue Arbeitsplätze haben oder eigene Studios gegründet haben, hoffe ich sehr, dass sie sich Blizzard erneut anschließen oder diese Studios von Blizzard übernommen werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Benefits wie eine Gewerkschaft – die Microsoft begrüßt und umgekehrt, kreative Freiheit, eine gute Bezahlung und eine Vision Veteranen der Industrie auf den Plan ruft, um ihre eigenen Visionen einzubringen. Ich denke, dass die gute Lage von Microsoft in einem umkämpften Markt um Arbeitskräfte genau das ist, was viele Talente zu Blizzard zurückbringen kann.

Film- und Serienoffensive

Blizzard hat vieles richtig gemacht, aber immer ein bisschen zu spät. Gerade als sich der Markt änderte und Riot mit dem Free to Play-Modell den Boden aufgewischt hat, hat gerade am Wendepunkt dieses neuen Marktes StarCraft II auf den Markt gebracht, welches leider nicht im Ansatz den gleichen Erfolg einbrachte, wie Riot Games Moba-Titel. Ebenso war es mit dem WarCraft-Film. Netflix war gerade im Kommen und Blizzard hat zu diesem unglücklichen Timing noch auf das herkömmliche Kinopublikum gesetzt. Das Resultat war vernichtend: Die ursprünglich geplante Trilogie von der WarCraft-Filmreihe ist bereits nach dem ersten Teil eingestellt worden. Als Grund wird vernichtende Kritiken der Presse und ein miserables Einspielergebnis genannt. Immer wieder beweist ein Franchise wie Witcher, Last of Us oder auch Cyberpunk, dass eine erfolgreiche Serie auch dafür sorgt, dass die Bindung der Spieler zu diesem Universum wächst und die Umsätze dadurch angekurbelt werden.

Ich erhoffe mir, dass durch das große Kapital und der Marketing-Strategie von Xbox dazugehören wird, vermehrt auf Filme- und Serien auf Netflix zu setzen. Alleine mit einem Overwatch-Anime oder einer WarCraft-Serie im Stil von Vikings, Herr der Ringe oder Game of Thrones würde in meinen Augen wieder viele alte und auch neue Spieler begeistern können. Die Story und das gesamte Setting vom WarCraft-Universum ist bis heute unglaublich stark und zeitlos. In meinen Augen begeistert eine solche Produktion bis heute.

Schon jetzt gibt es mehr oder weniger erfolgreiche Projekte in dieser Richtung, die aber in meinen Augen noch etwas Luft nach oben bieten. Ich denke also, dass Microsoft und die Xbox Studios nicht abgeneigt sind auch Activision oder Blizzard-Produktionen auf Netflix zu bringen.

Synergie-Effekte

Im ganzen Trubel rund um die Übernahme muss man sich stets vor Augen führen, dass auch noch viele weitere geniale Studios im Besitz von Xbox bzw. Microsoft sind. Durch 343 Industries besitzen sie Halo, durch Mojang Minecraft, durch Bethesda und ID haben sie Wolfenstein, Fallout, Quake, Doom und Elder Scrolls, durch Obsidian haben sie Grounded, Playground Games ist für Fable und die Forza-Reihe verantwortlich und man könnte noch viel mehr auflisten. Mit zusätzlichen Marken wie Diablo, Call of Duty, WarCraft, World of WarCraft, Hearthstone, Overwatch oder StarCraft kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich die Talente und Visionen aller Studios vereinen lassen.

Minecraft und Grounded-Elemente kann man meiner Meinung nach wunderbar in ein umfangreiches Survival-RPG-Spiel mit einer offenen Welt einfließen lassen und mit Ideen von Elder Scrolls, Halo und StarCraft kann man einen unglaublichen Weltraum-Loot-Shooter im StarCraft-Setting auf die Beine stellen. Wünschenswert wäre es, wenn jedes Studio ein Stückchen ihrer Fertigkeiten in den Mixer gibt und das Ergebnis daraus auf den Markt bringt.

Über MuSc1 608 Artikel
Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

1 Trackback / Pingback

  1. Lead Software Engineer Brian Birmingham verlässt Blizzard - und packt aus!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*