Angriff auf Apple und Google: Microsoft will eigenen Mobile Store starten

Xbox mobile gaming store
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Microsoft befindet sich nicht nur mit Sony und Tencent im Krieg und kämpft an vorderster Front in der Gaming-Industrie gegen die beiden asiatischen Giganten, sondern möchte nun auch den Mobilen-Markt aufmischen und sich gegen Google wie auch Apple behaupten. Schon jetzt befindet sich Microsoft mit Google im Krieg, aber auch mit Amazon, um sich die Vorherrschaft im Cloud Computing zu sichern.

Aktuell scheint die Übernahme von Activision Blizzard ins Stocken zu geraten, weil die britische Kartellbehörde CMA große Zweifel gegen das Vorhaben von Microsoft hegt. Auf die Punkte der Behörde geht Microsoft mit einer Gegendarstellung ein, die das Unternehmen jetzt veröffentlicht hat. Laut dem Konzern berücksichtigt die Behörde den Konsolen- und PC-Markt zu stark und schenkt dabei dem immer wichtiger werdenden Mobile-Markt kaum eine Beachtung. Selbst bei Activision Blizzard ist dieser Fakt zu sehen. Nicht nur machten die Mobilen-Nutzer im Jahr 2022 drei Viertel der MAUs aus, sondern auch die Einnahmen stammen zur Hälfte von der King Sparte. Aber auch der gesamte Markt entwickelt sich in die Richtung, wie Microsoft anhand einer Grafik in ihrem Bericht deutlich macht.

Gaming Market Revenue
© visualcapitalist.com

Candy Crush wie auch Call of Duty gehören zu den beliebtesten Spielen auf den mobilen Endgeräten. Natürlich erhält Google wie auch Apple dadurch massiv viel Einnahmen, die sich Microsoft verständlicherweise selbst einverleiben möchte bzw. dadurch Kosten senken möchte. Microsoft begründet den Schritt aber auch damit, dass der mobile Gaming-Markt über 50 Prozent vom gesamten Gaming-Markt ausmacht und das Unternehmen in diesem Sektor noch überhaupt nicht präsent ist.

Microsoft sagt in seiner Gegendarstellung der CMA Behauptungen, dass die Transaktion Microsofts Fähigkeit verbessert, einen Spielespeicher der nächsten Generation zu schaffen, der über eine Reihe von Geräten funktioniert, einschließlich mobiler Geräte als Ergebnis der Addition Activision Blizzard-Inhalte. Aufbauend auf den bestehenden Spielergemeinschaften von Activision Blizzard wird Xbox versuchen, den Xbox Store auf mobile Geräte auszuweiten und Spieler für eine neue Xbox Mobile Plattform zu gewinnen. Um die Verbraucher vom Google Play Store und dem App Store auf mobilen Geräten wegzubringen, ist jedoch eine grundlegende Änderung des Verbraucherverhaltens erforderlich. Microsoft hofft, dass die Spieler durch das Angebot bekannter und beliebter Inhalte eher geneigt sein werden, etwas Neues auszuprobieren.

Für Microsoft ist die Übernahme von Activision Blizzard deshalb ein wichtiger Schlüssel, um den eigenen App Store zu launchen. Bereits Anfang 2022 hat Microsoft verraten, „einen Store der nächsten Generation“ aufbauen zu wollen. Der große Erfolg von Call of Duty Mobile wie auch Candy Crush soll dabei helfen, um den Store nach den Vorstellungen zu betreiben. Es wird zwar ein schweres Unterfangen, mit dem App Store von Apple und dem PlayStore von Google mitzuhalten, aber Microsoft hat hierbei eine besondere Strategie, die aufgehen kann. Das Engagement von Microsoft für den mobilen Spielemarkt kommt nicht von ungefähr. Im Cloud Gaming-Geschäft sieht das Software-Unternehmen großes Potenzial, vor allem im Hinblick darauf, Xbox Cloud Gaming für mobiles Gaming auf den verschiedensten Handhelds anzubieten.

Der Xbox App Store soll so funktionieren, dass Drittanbieter, also Studios und Entwickler, ihre eigenen Zahlungssysteme für die Abwicklung von Ingame-Verkäufen anbietet. Das heißt, dass der Kauf eines Spiels getrennt vom Store läuft – anders als bei Google und Apple, die dadurch mit jedem Kauf ein Stück vom Betrag verdienen. Ein großer Vorteil für die Anbieter, den Apple nicht bietet. Vor allem Epic Games könnte hierbei ein entscheidender Verbündeter sein, so wie auch Microsoft Epic Games im Rechtsstreit gegen Apple zur Seite stand, wo es ebenso um das Thema der Zahlungsabwicklung im Apple App Store ging.

Ich denke, wir erinnern uns alle an den großen Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple, welcher damit endete, dass Epic Games unrecht bekam und Apple seine Zahlungsmethodik weiterhin fabrizieren kann. In dem Streit ging es darum, dass Epic Games von Apple gefordert hat, dass man auch andere App Stores im Shop anbieten können sollte und nicht ausschließlich auf den Apple Store zugreifen muss. Epic Games hat also Apple Monopolmissbrauch vorgeworfen. Grund für die Anschuldigung seitens Epic Games war auch die Tatsache, dass Epic Games eine Methode in Fortnite einbaute, wodurch man das Bezahlsystem von Apple umgehen konnte. Folglich verdiente Apple nichts an Fortnite und Epic Games wollte sich somit bereichern.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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