Die Gaming-Branche verliert eines ihrer renommiertesten Remake-Studios: Sony schließt Bluepoint Games. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Unternehmensangaben. Rund 70 Mitarbeiter verlieren im Zuge der Entscheidung ihren Arbeitsplatz. Offiziell soll das Studio im kommenden Monat schließen.
Ein PlayStation-Sprecher erklärte, die Maßnahme sei „nach einer kürzlichen Geschäftsüberprüfung“ getroffen worden. Gleichzeitig würdigte das Unternehmen die Arbeit des Teams und betonte dessen „außergewöhnliche technische Expertise“ sowie den Beitrag zur PlayStation-Community.
Vom Remaster-Spezialisten zur PlayStation-Tochter
Bluepoint Games wurde 2006 in Austin, Texas, gegründet und machte sich früh einen Namen als Spezialist für hochwertige Neuauflagen klassischer Spiele. Besonders gefeiert wurden das Remake von Shadow of the Colossus für die PS4 sowie Demon’s Souls für die PS5. Letzteres galt als technisches Vorzeigeprojekt zum Start der neuen Konsolengeneration.
Zuvor verantwortete das Studio mehrere erfolgreiche Remaster-Sammlungen und Neuveröffentlichungen, darunter die Uncharted: The Nathan Drake Collection, die Metal Gear Solid HD Collection, die God of War Collection sowie Gravity Rush Remastered.
Nach dem Erfolg von Demon’s Souls übernahm Sony das Studio im Jahr 2021 offiziell und integrierte es in die PlayStation Studios. Anschließend unterstützte Bluepoint die Entwicklung von God of War Ragnarök, das 2022 erschien und sowohl kommerziell als auch kritisch überzeugte.
Gestrichenes God-of-War-Projekt besiegelt das Aus
Nach God of War Ragnarök arbeitete Bluepoint an einem Live-Service-Projekt im God of War-Universum. Dieses wurde jedoch im Januar 2025 eingestellt. Damals hieß es seitens PlayStation noch, man prüfe gemeinsam mit dem Studio mögliche nächste Schritte.
Offenbar führte die interne Neubewertung nun zu einer endgültigen Entscheidung: Bluepoint Games wird geschlossen, ohne ein eigenständiges neues Spiel unter Sony-Flagge veröffentlicht zu haben.
Mit dem Aus verliert PlayStation ein Studio, das über fast zwei Jahrzehnte hinweg für technische Präzision, Respekt vor dem Originalmaterial und außergewöhnliche Remakes stand. Für die rund 70 betroffenen Mitarbeitenden bedeutet die Entscheidung vor allem einen harten Einschnitt und für die Branche ist es ein weiteres Zeichen anhaltender Umstrukturierungen und strategischer Neuausrichtungen.
