Twitch Celebrations: Streaming-Plattform stößt mit neuer Methode auf Gegenwehr

Twitch Celebrations
© Twitch / Zach Bussey

Twitch kann in diesen Tagen mit gleich zwei Meldungen für großes Aufsehen sorgen – besser für mich, denn so kann ich zwei Artikel in einem kombinieren. Die erste Sache ist dabei die Copyright-Regel, die einigen Twitchstreamern seit Monaten bereits große Probleme bereitet. Nun weitet sich diese Schlacht um die Urheberrechte noch weiter aus und Twitch gibt bekannt, dass sie alle Clips und Videos muten und oder löschen, die urheberrechtlichen Content beinhalten. Musik ist in Zukunft also nicht länger auf Twitch geduldet, weshalb viele Streamer sich dort in ihrer Freiheit beraubt sehen. Ich finde es richtig, dass Künstler selbst entscheiden sollen, ob Musik, Kunst oder sonstiger Content einfach von anderen Personen genutzt werden darf.

Außer Frage steht, dass vor allem kleine und unbekannte Künstler durch Streamer profitieren, die eine große Fanbase haben. Wie viele Künstler ich bereits durch andere Videos, Streams oder damals Counter-Strike-Fragmovies kennengelernt habe, kann ich gar nicht mehr aufzählen. Und dennoch bleibt ein Diebstahl eben ein Diebstahl. Dass das Copyright grundlegend verändert gehört, der Meinung bin ich seit der besten Produktion, seit es Video gibt: The Pirate Bay: AFK. Netflix und auch Spotify existieren nur, weil es Piraterie gibt. Und für den Endkonsumenten ist Netflix und Spotify ja wohl einer der besten Dinge, die der Kapitalismus hervorgebracht hat. Ein Grund, warum also der Gaming-Markt meiner Meinung nach die Film- und Musikindustrie längst als Unterhaltungsmedium abgelöst hat, ist, dass Raubkopierer nicht als Verbrecher, sondern lediglich falsch verstandene Kunden angesehen werden. Und ich bin der absoluten Meinung – weshalb ich auch Amazon-Aktien besitze – dass Twitch in naher Zukunft Netflix und auch Spotify ernsthafte Konkurrenz macht. Twitch hat die Stars von Morgen, die schon jetzt mehr Reichweite besitzen, als 0815-Influencer. Die Künstler werden irgendwann mit den Streamern zusammenarbeiten und eine Art Lizenzvertrag mit ihnen schließen, dass pro gespielter Song und Zuschauer auf dem Stream des Spielers, der Künstler Geld von Twitch oder dem Streamer selbst bekommt. Für diese Sache kann Twitch eigentlich gar nicht so viel, was also sitzt da im Argen, was User von Twitch stört?

Hierbei geht es darum, dass besondere Alerts ausgelöst werden, wenn jemand Geld oder Bits an den Streamer donated. Dieses Feature gibt es bereits seit April 2019. Doch nun weitet sich dieses Feuerwerk-Feature noch weiter aus. Dabei will jedoch Twitch 50 Prozent der Einnahmen selbst für sich beanspruchen, wenn es sich um First-Time-Donations handelt. Amazon möchte also weiterhin Twitch dazu nutzen, um daran Geld zu verdienen. Wenn ich mir vorstelle, dass Twitch als soziales Medium immer mehr Relevanz bekommt, so ist dieser Schritt nicht verwunderlich und ich stelle mir vor, dass in der Zukunft am Tag sehr viele One-Time-Donations stattfinden. Ob es sich wirklich um diese Art von Donations handelt oder um Donations, die als Erstes an diesem Tag getätigt werden, kann man nur vermuten. Ich finde, dass Twitch hier immer noch sehr fair bleibt und ein Streamer dadurch nicht sonderliche wirtschaftliche Schäden davon tragen hat. Man muss bedenken, dass immerhin Twitch diesen Streamern auch die gesamte Infrastruktur anbietet, um überhaupt in eine finanzielle Unabhängigkeit zu gelangen.

1 Kommentar

  1. Was mir etwas Bauchschmerzen bereitet, ist das Amazon dahin sitzt. Wenn man sich anschaut wie die Händler auf Amazon gemolken werden und vor allem wie mit ihnen umgegangen wird, ist schon sehr heftig.
    In dem Fall sind die Content Creator = wie auf Amazon die Händler. Amazon sind nur die Kunden = Twitch Besucher wichtig. Daher denke ich das Twitch hier immer weiter an der Preis schraube drehen wird und versuchen wird alles raus zu quetschen.

    Liebe Grüße
    Tom

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