Sapiens im Test – Die prähistorische Kolonie-Simulation

Sapiens
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Wer an Aufbauspielen wie Anno oder Banished seinen Spaß hat, der wird bei Sapiens voll auf seine Kosten kommen. Auf einer großen generierten Welt darf man sich sein eigenes Volk aussuchen, welches man später durch die Geschichte begleitet. Hierbei muss man auf vielerlei Dinge achten, zum Beispiel das Klima. Ist es warm oder kalt, welche Pflanzen wachsen dort und wie wirkt sich das ganze auf die Materialien aus, die man für seinen Hausbau benötigt? Auch wichtig sind die Charakteristika der Bewohner. Sind die faul, energetisch, essen sie viel oder wenig? Das Klima entscheidet nicht nur wie schnell oder langsam Gemüse oder Obst wächst, sondern auch wie schnell es schlecht wird. Hinzu kommt die Art der Lagerung. Draußen wird das Essen schnell schlecht und kann darüber hinaus von anderen Stämmen geklaut werden, in Strohhütten ist es länger haltbar, aber müssen aber eben über den Umweg der Forschung verfügbar gemacht werden.

Hat man sich dann für ein Volk entschieden, fängt man – wie sollte es auch anders sein – ganz klein an. Am Anfang fängt man damit an etwas Gras zu rupfen und primitive Dinge wie ein Strohbett zu erforschen. Dann wird der erste Stock gesammelt und erforscht. Mit diesem Stock wird dann das erste Feuer erforscht. Dabei wird die Forschung visuell dargestellt. So geht ein Bewohner mit diesem Stock umher, stellt ihn an anderen Stellen auf und probiert mit ihm verschiedenste Dinge aus, bis er schließlich Feuer damit erzeugen kann.

Auch Steine erleben das gleiche Prozedere. Auf diesen wird herumgeschlagen und herum geformt, bis ein Messer, Speer oder eine Axt dabei herauskommt. Und nun hat man die Herstellung von Werkzeug. Bei aller bahnbrechenden Innovationen ist es jedoch auch unabdingbar darauf zu achten, dass die eigene Zivilisation nicht verhungert. Die richtige Balance zwischen Forschung und der Nahrungsversorgung ist also ein grundlegender Teil von Sapiens.

Um auf den Teil der Lagerung zurückzukommen: Ich habe mich dafür entschieden ein Lagerhaus zu bauen, welches die Verwaltung der gesamten Warenwirtschaft deutlich einfacher macht. Mithilfe des Lagers ist es möglich, zu entscheiden, welche Waren eingelagert werden sollen. Die Effizienz wird also deutlich durch diesen Forschungszweig gesteigert. Auch aus dem Ästehtikaspekt ergibt ein Lagerhaus Sinn, weil die Siedlung dadurch einfach deutlich schöner und ordentlicher aussieht.

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Ein weiterer Aspekt, der zu einem meiner Lieblingsfeatures im Spiel gehört, ist der soziale Frieden unter den Bewohnern. Denn sind sie unzufrieden, verlassen sie den Stamm. Eine Mechanik, die bei Dungeon Keeper ebenso wichtig war. Die Bewohner bevorzugen es generell in einem warmen, überdachten Haus zu schlafen. Wer also die Ressourcen falsch einteilt, verursacht Unmut in der Bevölkerung. Wenn man beispielsweise alle seine Wolle für Betten ausgibt, wird man im Winter feststellen, dass die Bewohner erfrieren oder den Stamm verlassen, weil sie keine wärmenden Materialien mehr für sich selbst nutzen können.

Ein Aspekt, mit dem mich Sapiens ebenso überzeugt ist, dass das Spiel ebenso große Elemente vom Sandbox-Genre bereithält. Denn es ist möglich jene Häuser die man platziert, selbst zu modifizieren. Man setzt in dem Haus Wände, Decken und Böden, bestimmt die Holzart und die Ausrichtung. Die Kameraführung funktioniert hierbei überraschend gut und einfach. Diese Möglichkeit bietet dir jegliche Freiheiten, deine Siedlung deinen persönlichen Touch zu geben und sie zu DEINER Siedlung zu machen.

Auch die Bewohner erfüllen ihren Zweck, indem man sie mithilfe eines Skilltrees so anpassen kann, wie man sie selbst gerade am meisten benötigt. Dabei kann ein Bewohner bis zu fünf verschiedene Skills lernen, die man nach Möglichkeit so verteilt, dass entsprechend viele Bewohner ausreichend sind, um deine Logistik aufrechtzuerhalten. Sollte man sich verskillt haben, kann man jederzeit die Bewohner umschulen und sie andere Skills lernen lassen.

Ich selbst habe die Strategie gefahren, dass ich je nach Alter der Bewohner, schonende Aufgaben verteilt habe. Ältere Bewohner habe ich beispielsweise von der Jagd abgezogen, da sie aufgrund der hohen Strecken deutlich ineffizienter arbeiten. Kinder habe ich beispielsweise ins Handwerk geschickt und fitte, Erwachsene haben die Arbeiten im Wald, der Jagd oder dem Steinbau bekommen. Die Ältesten schickte ich ins Dorf, um Kochen oder Schlachten abzudecken. Die Gemeinschaft stärkte sich und jeder war glücklich, sodass sich alle Bewohner am Abend am Feuer trafen, um zusammen zu feiern und zu musizieren.

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Fazit

Das Spiel befindet sich aktuell im Early Access, weshalb es noch nicht sehr viele, wirkliche Gefahren von Entitys gibt. Lediglich Mammuts sind ein großes Problem, wenn man nicht früh genug Speere hat, um diese zu erledigen. Diese kommen gerne an dem eigenen, kleinen Dörfchen vorbei. Ich denke und hoffe, dass noch weitere Monster ins Spiel implementiert werden, die möglicherweise auch durch andere Waffen besser oder schlechter erledigt werden. Doch nicht immer sind es große Tiere die eurem Dorf ein Besuch abstatten.

Kleinere Personengruppen hegen oftmals komplett verschiedenste Absichten. Manchmal wollen sie sich eurer Bevölkerung anschließen, manchmal aber auch euere Waren stehlen. Natürlich bevorzugt man, dass sie sich euch anschließen, da man als Bevölkerung wachsen möchte. Aber auch ohne diese Neuankömmlinge passiert, das im Idealfall schneller als man denkt. Der demografische Wandel ist auch in Sapiens präsent. Familien ziehen zusammen in ein Haus, Frauen werden Schwanger und leider versterben auch hin und wieder ältere Dorfbewohner. Irgendwann findet also ein Generationswechsel statt, der mehr und mehr Häuser und Wohnungen benötigt.

Das Spiel ist für 21 Euro und einem Early Access sicherlich nicht günstig, überzeugt mich aber in allen Belangen. Ich selbst habe noch nie ein Spiel gespielt, wo man seine Stadt derart komplex aufbauen muss, gleichzeitig aber auch stark individualisieren kann. Vielversprechend klingt die Roadmap der Entwickler die aussagt, dass das Spiel einen Multiplayer bekommen soll, neue Möbelstücke für die Häuser und neue Gebäude wie der Burg. Ich empfehle dieses Spiel für jeden weiter, der ein wenig Sims, Dungeon Keeper, Anno, Siedler und Sandbox-Spiele mag und hier den idealen Hybriden sucht, der das Spiel durchaus ist! Sapiens ist umfangreich, bietet viele Schwierigkeiten und Hürden und Herausforderungen, ist aber nicht zu schwer, wodurch es keinen Spielspaß frisst. Zusätzlich muss man anerkennend erwähnen, dass das Spiel von einem einzigen Developer entwickelt wurde, weshalb auch dieser Grund noch mehr dafür sorgt, diesen gerne unterstützen zu wollen.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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