Roots of Pacha im Test: Aufbausimulation im Steinzeit-Setting

Roots of Pacha
© Roots of Pacha

Über Roots of Pacha hat man in den letzten Wochen recht viel mitbekommen, auch ich hatte vor einiger Zeit die Demo gespielt und mich gefreut als die Vollversion endlich herauskam. Doch bevor ich es mir holen konnte, kam der Streit über die Rechte vom Entwicklerstudio Soda Den und dem Publisher Crytivo.

Aufgrund der Meinungsverschiedenheit der beiden traten dann die Valve-Richtlinien von Steam in Kraft und das Spiel wurde von der Seite genommen, bis der Streit beigelegt sei. Zum Glück ist der Streit bereits nach wenigen Wochen geklärt worden und so ist meine Zeit gekommen, das Spiel zu spielen.

Das Spiel an sich wird oft mit dem berühmten Kronträger Stardew Valley verglichen und auch ich als begeisterter Stardew Spieler erkenne durchaus die Ähnlichkeiten, was aber bei vielen dieser Spiele kaum vermeidlich ist. So startet man wie in Stardew an einem neuen Ort und bekommt dort von einem älteren Herren ein Feld, welches man benutzen kann, um Landwirtschaft zu betreiben. Auch gibt es einen Wald zum Erkunden, eine Höhle zum Erz schürfen und viele Gebiete zum Freischalten.

Doch bietet Roots of Pacha ganz klar seine eigenen Stärken: Zum Beispiel die liebenswürdige Grafik oder eine sehr schönen Storyline in der wir als Spieler die Hauptrolle spielen. Beginnen tut die Geschichte mit einer Erzählung von der Stammesältesten, die dem Stamm am Lagerfeuer erzählt, wie die Reise der Ahnen war und wie sie uns in unsere neue Heimat führte. In süßen Höhlenmalereien erfahren wir zudem, warum wir hier sind und dass wir das Rätsel um „Die Wurzeln von Pacha“ lösen müssen, wobei Pacha die Große Baumgöttin des Volkes darstellt.

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Am nächsten Tag können wir dann auch endlich mit unserem Abenteuer beginnen und anfangen das kleine Dorf zu erkunden oder die Felder von Gras, Stöcken und Steinen freizuräumen. Dies tun wir nicht wie in Stardew mit Axt, Spitzhacke oder Harke, sondern in Höhlenmenschenmanier mit unserem Allzweck-Tool – dem Feuerstein. Zum Bewässern der Pflanzen haben wir auch keine Gießkanne, sondern einen einfachen Wasserschlauch und die Saat für unser Feld müssen wir in der Wildnis finden, da es diese nicht zu kaufen gibt.

Auch das Fischen tun wir mit unserem Feuerstein, dabei können wir ein sehr geduldvolles und schönes Minispiel genießen. Doch nicht nur beim Fischen werden wir von Minispielen erfreut, auch im Dorf selbst befinden sich Personen, die einem mit kleinen Spielen die Zeit vertreiben. Ebenso positiv fallen die Wettrennen mit Tieren oder das Zähmen dieser auf.

Beim Zähmen der Tiere ist es ratsam die Musik und die Melodie vom Spiel zu aktivieren, da man Flötentöne im richtigen Moment erwischen muss. Zudem ist die Musik einfach sehr harmonisch und gibt einem einfach ein comfy feeling.

Auch das Prozedere rund um das Kennenlernen der Stammesbewohner ist sehr schön gemacht und erinnert sehr stark an Stardew. Wie bei unserem Bauernhof-Spiel gehen wir auch hier durch das Dorf und sprechen dabei jeden an, der uns auf der Karte angezeigt wird.

Das Finden von Aufgaben ist hier also deutlich einfacher, was ich persönlich nicht verkehrt finde. Ebenso bin ich der Meinung, dass diese dadurch deutlich besser in die Story eingebunden werden. Durch unsere Reise kennen wir die Bewohner bereits, eine schnelle Information gibt aber ebenso noch einmal Aufschluss darüber, wer diese Personen – mit denen wir uns abgeben – sind.

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Anders als in Stardew ist der Aufbau des Dorfes und der Fortschritt den man im Spiel erlangt, denn dieser geschieht nicht durch bloßes Geld verdienen und Pflanzen anbauen, sondern mit dem Interagieren mit dem Dorf an sich. Mit den Bewohnern reden oder dem Dorf Gegenstände schenken – und noch viele weitere Dinge – geben dem Dorf „Wissen“ welches benötigt wird, um Fortschritte und Erfindungen zum Vorteile zu einem selbst vom Dorf entwickeln zu lassen. Man arbeitet also nicht nur dafür reich zu werden, sondern auch um den Stamm voranzubringen.

Das Entdecken neuer Werkzeuge, Ställe für Tiere oder ein Mittel, um diese zu zähmen sind nur wenige dieser Ideen, die durch Wissen erlangt werden können, um das Leben ungemein angenehmer zu gestalten. Doch auch beim Gestalten des Dorfes selbst haben wir sehr viel Mitspracherecht, so können wir im gesamten Dorf unsere Kisten, Trockengestelle oder Räucherwerke aufstellen und auch für Häuser und andere Gebäude, darunter unser eigenes Haus, stehen uns 13 verschiedene Standorte rund ums Dorf zur Verfügung, um dieses individuell zu gestalten.

Des Weiteren kann man auch auf fast jedem Tier – welches man zähmen und sich in den Stall stellen kann – reiten. Von Ziege über Wildschwein, bis hin zu Lamas, Strauß oder Mammuts – es sind hier sehr viele Möglichkeiten geboten. Dabei ist man nicht auf den Platz des Stalles angewiesen.

Natürlich ist es angenehmer, wenn das Tier direkt im Stall nebenan wohnt, doch kann es auch ein Reittier sein, welches zwar befreundet ist, aber noch in der Wildnis lebt. Das Reittier kann man an verschiedensten Orten zu sich rufen, ob man nun an der Höhle steht und schnell nach Hause möchte oder in der Dorfmitte. Überall verstreut befinden sich „Rufhörner“, mit denen man sein Tier zu sich rufen kann.

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Jedes Tier, welches man reiten kann, kann auch für Erzeugnisse genutzt werden, Lama für Wolle, Ziegen für Milch und so weiter. Es funktionieren also all die Tiere für beide Möglichkeiten, allerdings lassen dich die Tiere erst auf Ihren Rücken, wenn sie einem genug Vertrauen. Das Vertrauen erreicht man, indem man täglich mit ihnen spricht oder ihnen auf der Flöte vorspielt.

Ist ein Tier zu klein um als Reittier zu dienen, wie ein Hase oder ein Wolf, so kann man diese als Haustier annehmen, diese ziehen dann im eigenen Haus ein und können mit genug Zutrauen sogar auf die Abenteuer mitgenommen werden. Das allerwichtigste aber ist doch, dass man sie streicheln kann.

Ob im weiteren Spielverlauf auch noch Gefahren hinzukommen, die es zu bekämpfen gilt, ist mir bisher noch nicht bekannt. Was dafür sprechen könnte, ist der Twist der beiden Nachbarstämme, die schlecht über den jeweils anderen sprechen, gleichzeitig aber auch mit uns befreundet sein möchten. Es kann durchaus sein, dass man sich früher oder später auf eine der beiden Seiten schlagen muss.

Darüber hinaus muss man auch das Gleichgewicht des Gebietes wiederherstellen, indem man Aufgaben zu einer vergrabenen Pyramide im Wald neben dem Dorf erledigen muss. Hat man eine Aufgabe beendet, so kann man dies in den Steinen der Pyramide sehen und bekommt zur Belohnung Ausrüstung, welche einem verschiedene Buffs geben.

Abschließend kann ich, jedem – der gerne Stardew Valley oder Games mit einer schönen und liebevollen Atmosphäre genießen möchte – dieses Spiel sehr empfehlen. Ob allein oder mit bis zu vier Leuten macht Roots of Pacha wirklich sehr viel Spaß und ist genauso fesselnd wie einst Stardew Valley.

Man hat immer genug zu tun und doch genug Freizeit um genau das zu machen, was man möchte, auch nach 10 Stunden Spielzeit gibt es immer wieder was Neues und spannende Rätsel zu lösen. Mit schönen Höhlenmalereien und einer sehr schön gestalteten musikalischen Untermalung bekommt das Spiel eine ganz besondere Art und entführt einen in außergewöhnliche Weise in die alte Zeit der Höhlenmenschen, wo man das Wachstum seines Stammes beobachten kann, während man langsam immer mehr ein Teil davon wird und Einfluss auf die besondere Geschichte um Pacha nimmt.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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