Kaum angekündigt, steht God of War: Laufey bereits im Zentrum einer heftigen Kontroverse. Während viele Fans gespannt darauf sind, die Geschichte aus der Perspektive von Faye zu erleben, dominieren aktuell Diskussionen über das Charakterdesign, die Abwesenheit von Kratos und die kreative Ausrichtung des Projekts die sozialen Medien.
Zusätzlichen Zündstoff lieferten Aussagen von Creative Director Cory Barlog, ein viraler Beitrag von Domino’s UK sowie Kommentare der ehemaligen Autorin Alanah Pearce.
God of War: Laufey ist kein Prequel
Einer der größten Irrtümer rund um das neue Spiel wurde von Cory Barlog selbst ausgeräumt. Gegenüber IGN erklärte der God of War-Veteran, dass Laufey kein klassisches Prequel sei.
God of War’s creator says the new ‘Laufey’ title is “not God of War”
David Jaffe added “the originals, had their hooks, right? It was ‘Kratos is a badass,’ Greek mythology, violence, etc” pic.twitter.com/Y9wr9uACPJ
— Dexerto (@Dexerto) June 3, 2026
Stattdessen spielt das Abenteuer parallel zu den Ereignissen von God of War (2018) und später auch God of War Ragnarök. Spieler erleben die nordische Saga aus Fayes Sicht und erhalten dadurch neue Einblicke in bekannte Ereignisse.
Barlog betonte zudem, dass die Geschichte eng mit den bisherigen Spielen verbunden sei und direkte Verbindungen zu den Ereignissen der Hauptreihe aufweise.
Fayes Design sorgt für Kritik
Während die Story-Prämisse viele Fans neugierig macht, konzentriert sich ein großer Teil der Diskussionen derzeit auf Fayes neues Erscheinungsbild.
In sozialen Netzwerken vergleichen Spieler das neue Ingame-Modell mit Deborah Ann Woll, die Faye in den bisherigen Spielen per Motion Capture und Sprachausgabe verkörperte. Zahlreiche Fans vertreten die Meinung, dass sich die Spielfigur optisch deutlich stärker von ihrer realen Vorlage entfernt habe als zuvor.
The new God of War Faye spin-off is getting huge backlash for making the in-game character way uglier than Deborah Ann Woll, the voice and motion-capture actress behind Faye.
Sony did it again, you can thank the usual consultants pic.twitter.com/3P1bErAwpY
— Pirat_Nation 🔴 (@Pirat_Nation) June 3, 2026
Die Debatte reiht sich damit in eine Reihe ähnlicher Diskussionen ein, die in den vergangenen Jahren bei mehreren AAA-Produktionen geführt wurden.
Andere Spieler verteidigen dagegen das Design und argumentieren, dass Charaktere nicht ausschließlich nach ihrem Aussehen bewertet werden sollten.
Alanah Pearce spricht über ihre Arbeit an Laufey
Der Grund hinter der Designentscheidung Faye deutlich hässlicher zu machen als ihre Motion Capture und Synchronsprecherin Deborah Ann Woll, ist – mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit – der Einfluss von Alanah Pearce sein.
Alanah Pearce has said she worked full-time for four years on God of War: Laufey but left in late 2024 and is no longer involved at all.
“So here’s the God of War game I spent four years writing.”
When asked how involved she was with the project, Pearce replied:
“I worked on… pic.twitter.com/VtC0e32G7o
— Pirat_Nation 🔴 (@Pirat_Nation) June 3, 2026
Die ehemalige Santa Monica Autorin Alanah Pearce erklärte, dass sie vier Jahre lang Vollzeit an dem Projekt gearbeitet habe und unter anderem an Charakteren, Dialogen, Story-Elementen und Level-Inhalten beteiligt gewesen sei.
Alanah Pearce ist in der Gaming-Community unter anderem für ihre Verteidigung “moderner”, hässlicher Charakterdesigns in AAA-Spielen bekannt. Dabei äußerte sie sich mehrfach positiv zu Darstellungen wie Mary Jane in Spider-Man 2 und vertrat die Ansicht, dass stärker stilisierte Charaktere wie in Stellar Blade eher die Ausnahme als den Branchenstandard darstellen sollten.
Gleichzeitig stellte sie klar, dass sie das Studio bereits Ende 2024 verlassen habe und heute nicht mehr an der Entwicklung beteiligt sei.
Nach ihren Aussagen dürften zahlreiche Inhalte inzwischen verändert oder ersetzt worden sein, weshalb ihr tatsächlicher Einfluss auf die finale Version des Spiels schwer einzuschätzen ist.
Auch Domino’s UK stichelt gegen das Spiel
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ausgerechnet Domino’s UK.
Der offizielle Account veröffentlichte einen Beitrag mit der Aussage:
„God of War game with no Kratos = Pepperoni Passion with no pepperoni.“
Der Vergleich verbreitete sich schnell viral und spielte auf die Tatsache an, dass Kratos im Spin-off nicht die Hauptrolle übernimmt.
Santa Monica Studio reagierte kurze Zeit später mit einem trockenen Kommentar:
„OK thanks for the feedback, Domino’s pizza corporate account.“
Der Schlagabtausch wurde von vielen Spielern gefeiert und entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem der meistdiskutierten Themen rund um das Spiel.
Die Diskussionen dürften noch lange weitergehen
Aktuell scheint God of War: Laufey gleich mehrere Debatten gleichzeitig auszulösen. Einige Fans kritisieren das neue Charakterdesign, andere sehen die fehlende Präsenz von Kratos als Problem. Gleichzeitig gibt es viele Spieler, die gerade die neue Perspektive auf die bekannte Geschichte spannend finden.
Fest steht: Kaum ein PlayStation-Spiel hat bereits so früh nach seiner Enthüllung für derart intensive Diskussionen gesorgt. Ob sich die Kritik bis zum Release legt oder weiter zunimmt, dürfte maßgeblich davon abhängen, welche neuen Informationen Santa Monica Studio in den kommenden Monaten veröffentlicht.
