Gerücht: Will Microsoft die Xbox-Sparte verkaufen?

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Will Microsoft die Xbox-Sparte verkaufen, wenn der Activision Blizzard King-Deal durch die Behörden nicht genehmigt wird? Dieses Gerücht macht aktuell die Runde und ist in meinen Augen gar nicht mal so abwegig. Prominente Vertreter der Videospielbranche glauben, dass die Verluste der Xbox nicht mehr länger für Microsoft tragbar sind. Vieles innerhalb der Xbox Studios ist verdeckt und es ist nicht einmal bekannt, ob die Xbox Studios als Ganzes rentabel sind. Laut Phil Spencer ist der Game Pass profitabel, aber gleichzeitig sagt er auch, dass er ohne große Mobile-Titel nicht rentabel und haltbar werden wird. Immer wieder wird seitens Phil Spencer erwähnt, dass der Activision Blizzard King-Kauf vor allem die mobile Sparte von Xbox an Popularität verhelfen soll. Genaue Angaben zum Gewinn der Xbox Studios werden vermutlich aus genau diesen Gründen nicht erwähnt.

Wenn wir uns das Szenario vor Augen halten, dass das Geschäft für fast 70 Milliarden Dollar nicht zustande kommt, wird zunächst eine Strafe von 3 Milliarden Dollar an Activision Blizzard fällig und selbst wenn die Behörde das Geschäft verhindert, wird Microsoft dagegen Einspruch erheben und weiterkämpfen. Die letzten Monate zeigen deutlich, dass Microsoft bis auf die Knochen für die Übernahme kämpft.

Quellen von Andy Robinson (videogamechronicles) glauben laut ihm, dass Microsoft aus dem Gaming-Geschäft aussteigen könnte, wenn der Deal scheitert. Diese Quellen sind aus gutem Grund anonym und wir reden hier immerhin von videogamechronicle, einem der höchst angesehensten Blätter der Gamesbranche. Das Argument regt zum Nachdenken an, ist aber nicht unumstritten. Betrachten wir mal die andere Seite, warum ein Verkauf nicht sinnvoll für Microsoft wäre.

Es stimmt: Die Xbox ist auf mobilen Geräten irrelevant und King Entertainment könnte hierfür die Lösung sein – vor allem, weil Mobile-Titel immer wichtiger werden. Aber Microsoft hat sehr viel Geld und Ressourcen in den Aufbau der Xbox und in ein Plattform übergreifendes Ökosystem gesteckt. Dazu zählt das Multi-Game-Abonnement, die Verbindung von Konsole und PC und eine leistungsstarke Cloud-Streaming-Plattform.

Nintendo und Sony gehören mit der Xbox zu den größten Playern im Gaming-Markt, doch im Gegensatz zu Microsoft verkaufen die beiden japanischen Unternehmen Konsolen in deutlich größeren Mengen, zu deutlich größeren Preisen, während die Xbox zu weitaus niedrigeren Preisen ihr Angebot anbieten muss. Third Party-Titel kommen freiwillig auf Sony und Nintendo zu, während der Game Pass für Unsummen Game Pass-Titel einkaufen muss, um dem Produkt Attraktivität zu geben.

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Ich denke, dass Xbox nicht profitabel ist, aber ich bin fest davon überzeugt, dass sie es auch ohne Mobile-Titel sein kann. Ebenso denke ich, dass andere mobile Entwicklerstudios profitabel sind und von Microsoft ohne weiteres geschluckt werden könnten. Titel wie Elden Ring, Hogwarts Legacy, The Last of Us, Cyberpunk 2077, God of War und viele weitere beweisen, dass gute Spiele, die sich oft verkaufen, weiterhin ein profitables Geschäftsmodell sind. Ich halte es für kein Hexenwerk, dass auch Xbox es hinbekommt, großartige First Party-Titel auf die Beine zu stellen und damit die Xbox Studios profitabel zu bekommen.

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Microsoft im Zweifelsfall die Xbox Studios gar nicht verkaufen kann, da es keinen Käufer geben wird. Denn welches westliche Unternehmen – wenn nicht Microsoft – würde es schaffen, dieses Unternehmen profitabel zu kriegen? Wenn es nicht mal Microsoft schafft, bin ich der Meinung, dass es keiner sonst schafft.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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