Frost Giant und Dreamhaven entwickeln zusammen ein RTS

Frost Giant Dreamhaven
© Frost Giant

Ich habe bereits über die beiden Unternehmen Frost Giant und Dreamhaven berichtet, die beide von ehemaligen Blizzard Mitarbeitern gegründet wurden. Beide haben es sich zur Aufgabe gemacht ein RTS zu entwickeln, weil Activision Blizzard das Genre mit Füßen getreten hat und seither auch nicht wirklich den Eindruck vermitteln, dass sie es weiterhin unterstützen wollen. Ich habe es von Beginn an sehr schade gefunden, dass so viele Ex-Mitarbeiter sich auf zwei Studios aufgeteilt haben, anstatt ihre Expertise auf ein Studio und ein Projekt zu fokussieren. Dieser Wunsch und ich denke, dass es auch ein großer Wunsch der RTS-Fans ist, ist nun in Erfüllung gegangen. Doch es gibt auch Kritik.

Denn den Fans missfällt es sehr, dass das Spiel in einer Kooperation mit Epic entstehen soll und auf Basis der Unreal Engine laufen soll. Kann das Spiel wirklich was werden? Ein RTS auf Basis der Unreal Engine? Ich denke, dass ein RTS viel leichter sein muss, damit es für die breite Masse interessant sein kann. StarCraft ist einfach zu schwer für die meisten und aufgrund dessen nicht massentauglich. Es spielen zwar noch immer viele Spieler und die Turniere werden auf Twitch von vielen Personen geguckt, verglichen jedoch mit Fortnite, Valorant oder League of Legends ein Witz.

Zunächst benötigt es in einem profitablen RTS extra Inhalte wie Voicepacks von bekannten Streamern, Hosts oder Castern oder eben Skins für Gebäude, Helden und Einheiten. Auch denke ich, dass ein RTS nicht wie StarCraft, sondern viel mehr wie WarCraft sein sollte. Ich denke, dass vor allem der Helden-Aspekt im Vordergrund stehen sollte. Für die Zuschauer, aber auch für den Spieler selbst ermöglichen die Helden viel mehr Schlüsselszenen und der eigene Skill kann durch diese Helden viel mehr ausgereizt werden. Einer der Gründe warum ich WarCraft auch immer besser als StarCraft angesehen habe ist das Konzept der Low, Average und High Costs. Je mehr Einheiten man baut, desto mehr verbraucht die Goldmine, gleichzeitig fördert sie aber auch weniger. So verbraucht eine Goldmine 10 Gold, fördert aber nur 7 pro Arbeiter.

Ich bin der Meinung, dass dadurch einfach viel schneller action im Spiel aufkommt, weil jeder Spieler seinen Einheiten-Count möglichst niedrig halten möchte. Aber auch der Faktor Grinding und Items spricht mehr für WarCraft. Helden bringen eine strategische Tiefe in das Spiel ein. Ebenso geben sie dem Spieler und vor allem dem Zuschauer ein Schlüsselelement. Jeder weiß, dass wenn der Held stirbt, dass es schlecht für denjenigen ist. Bei StarCraft passieren einfach so viele Dinge gleichzeitig, aber es fühlt sich nicht wirklich essenziell wichtig an. Natürlich denkt man sich als Fan, wenn ein Spieler ein Mikrofight gewinnt: „wow, wie krass war das“, aber das sind nur kurze Augenblicke, die viel zu selten vorkommen, weil in meinen Augen Blizzard diese Art von Spielstil nicht gefördert hat. Blizzard hat in meinen Augen viel zu stark die Allins und eher langweiligen Spielstile gefördert und dadurch ist immer mehr die Lust vergangen, ein Spiel zu spielen bzw. es zu gucken.

Ein großes Problem von StarCraft war, dass Allins und Cheese-Games einfach an der Tagesordnung waren. Ich bin deshalb der Meinung, dass Einheiten mehr leben bekommen sollten, ggf. weniger Schaden gegeneinander anrichten müssen und zudem die Maps größer werden sollten. Auch glaube ich, dass es ein guter Ansatz wäre, auf der Karte verschiedene Dinge wie Sidequests einzubauen die ein Spieler erfüllen muss, um dadurch dann zum Beispiel zusätzliche Materialien zu bekommen. Wie man das RTS-Genre noch leichter und einsteigerfreundlicher gestalten kann weiß ich leider nicht. Auch weiß ich nicht, ob es unter diesen Umständen überhaupt möglich ist, dass das RTS-Genre wachsen kann.

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