Die weltweite Piraterie von Anime, Manga und Videospielen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Neue Daten der japanischen Regierung zeigen, dass sich der wirtschaftliche Schaden innerhalb von nur drei Jahren nahezu verdreifacht hat.
Laut einem aktuellen Bericht des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), auf den sich das Medium Automaton beruft, sind die Verluste durch illegale digitale Inhalte massiv gestiegen. Während sie im Jahr 2022 noch bei rund zwei Billionen Yen lagen, beliefen sie sich im Jahr 2025 bereits auf etwa 5,7 Billionen Yen. Umgerechnet entspricht das einem Anstieg von rund 13,3 Milliarden auf etwa 38 Milliarden US-Dollar.
Die Berechnungen basieren auf einer Verbraucherumfrage aus dem Jahr 2025, die in mehreren Ländern durchgeführt wurde, darunter Japan, China, Vietnam, Frankreich, die Vereinigten Staaten und Brasilien.
Obwohl der durchschnittliche Konsum illegaler Bücher pro Person rückläufig ist, hat sich der Gesamtschaden dennoch erhöht. Als Gründe nennt der Bericht unter anderem Wechselkursschwankungen, steigende Preise, eine wachsende Zahl internetfähiger Menschen sowie eine zunehmende Nutzung illegaler Plattformen.
Parallel dazu wächst die internationale Nachfrage nach japanischen Inhalten weiter. Anime und Manga erfreuen sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Vor diesem Hintergrund kündigte die japanische Regierung im November 2025 an, den Auslandsumsatz der heimischen Unterhaltungsindustrie bis 2033 um 20 Billionen Yen steigern zu wollen, was etwa 130 Milliarden US-Dollar entspricht.
Um der Piraterie entgegenzuwirken, plant das METI eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, den Ausbau rechtlicher Maßnahmen sowie gezielte Gegenstrategien gegen Urheberrechtsverletzungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Missbrauch generativer KI sowie auf gefälschten Fan- und Charakterwaren.
Ergänzend dazu investiert die japanische Kulturbehörde rund 650.000 US-Dollar in die Entwicklung eines KI-Systems, das gestohlene Manga-Seiten automatisch erkennen und deren illegale Verbreitungswege nachvollziehen soll.
Quelle: dexerto
