Subnautica 2 erlebt einen sehr erfolgreichen Early Access-Start: Innerhalb von nur zwölf Stunden verkaufte sich das Survival-Abenteuer mehr als zwei Millionen Mal, auf Steam erreichte das Spiel zeitweise fast 470.000 gleichzeitige Spieler. Damit setzt das Sequel den enormen Hype um die Unterwasserreihe eindrucksvoll fort und sorgt gleichzeitig für Diskussionen rund um Millionenzahlungen, kontroverse Nutzungsbedingungen und die Philosophie hinter dem Spiel.
Krafton steht vor 250-Millionen-Dollar-Bonus
Der gigantische Launch-Erfolg könnte für Publisher Krafton teuer werden. Hintergrund ist eine Earn-Out-Klausel aus der Übernahme von Unknown Worlds Entertainment im Jahr 2021. Laut Vereinbarung muss Krafton einen Bonus von bis zu 250 Millionen US-Dollar zahlen, sobald bestimmte Umsatzmarken der Subnautica-Reihe überschritten werden.
Durch die explosiven Verkaufszahlen von Subnautica 2 gilt dieses Ziel inzwischen als nahezu sicher erreicht. Besonders brisant: Krafton soll zuvor versucht haben, die Bonuszahlung durch eine Verschiebung des Releases und personelle Änderungen im Studio hinauszuzögern. Ein Gericht in Delaware stellte sich jedoch gegen den Publisher, setzte den früheren CEO Ted Gill wieder ein und verlängerte die Frist der Bonusvereinbarung bis September 2026.
Für Unknown Worlds könnte der Erfolg damit nicht nur ein Prestigegewinn sein, sondern auch einer der lukrativsten Bonus-Deals der Spielebranche werden.
EULA sorgt für Kritik trotz positiver Steam-Bewertungen
Trotz der überwiegend positiven Resonanz auf Steam sorgt vor allem die Endnutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) von Subnautica 2 für Diskussionen in der Community. Spieler kritisieren unter anderem Klauseln zu Streaming, Screenshots, Datenerfassung und nutzergenerierten Inhalten. Außerdem behält sich der Publisher vor, Nutzungsbedingungen jederzeit anzupassen oder Zugriffe unter bestimmten Umständen zu entziehen.
Besonders kontrovers aufgenommen wurden Regelungen zu VPN-Nutzung, Modifikationen sowie mögliche Einschränkungen bei Content-Erstellung und Monetarisierung. Einige Spieler meldeten nach dem Lesen der Vereinbarung sogar Rückerstattungen an. Andere wiederum halten die Bedingungen für branchenüblich und sehen darin keinen außergewöhnlichen Eingriff.
Unknown Worlds erklärte inzwischen, das Feedback der Community genau zu prüfen. Der Erfolg des Spiels scheint darunter bislang jedoch kaum zu leiden: Die Steam-Bewertungen bleiben weiterhin „Sehr positiv“.
Keine Waffen, keine Kompromisse: Subnautica bleibt gewaltfrei
Auch spielerisch bleibt Subnautica 2 seiner Philosophie treu. Die Entwickler wollen weiterhin bewusst auf klassische Schusswaffen verzichten. Statt aggressive Kämpfe in den Mittelpunkt zu stellen, sollen Spieler lernen, mit den Kreaturen der Unterwasserwelt zu leben und sich an die Umgebung anzupassen.
Studio-Gründer Charlie Cleveland erklärte bereits vor Jahren, dass die Entscheidung gegen Waffen stark vom Sandy Hook-Massaker beeinflusst wurde. Die Reihe solle ein Gefühl friedlicher Erkundung vermitteln und nicht noch mehr Gewalt reproduzieren.
Obwohl viele Fans sich im Nachfolger craftbare Waffen wünschen, bleibt das Team bei seiner Haltung. Stattdessen setzt Subnautica 2 erneut auf Ausweichmanöver, Werkzeuge und kreative Überlebensstrategien. Parallel äußerte sich Lead Designer Anthony Gallegos zuletzt auch zum Thema Piraterie. Zwar könne er illegale Kopien nicht gutheißen, er habe aber Verständnis für die wirtschaftlichen Gründe vieler Spieler. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen Nutzer, die mit Raubkopien offen im offiziellen Discord-Server provozierten.
