Das Beenden eines Videospiels kann bei manchen Spielern ein Gefühl von Leere und emotionaler Niedergeschlagenheit auslösen, ein Phänomen, das inzwischen sogar wissenschaftlich untersucht wird. Forscher sprechen dabei von sogenannter „Post-Game-Depression“.
Eine aktuelle Studie der SWPS University sowie der Stefan-Batory-Akademie für angewandte Wissenschaften analysierte erstmals systematisch, was Spieler nach dem Abschluss besonders intensiver und immersiver Spiele empfinden. Dabei entwickelten die Wissenschaftler sogar eine eigene Skala, um diese Emotionen messbar zu machen.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Current Psychology veröffentlicht und zeigen, dass Videospiele längst mehr als reine Unterhaltung sind. Viele Spieler bauen eine starke emotionale Bindung zu Spielwelten und Charakteren auf, sodass das Ende eines Spiels auch psychisch belastend sein kann.
„Moderne Spiele sind komplexer und emotionaler als je zuvor. Ihr Abschluss ist für viele nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern auch eine emotionale Herausforderung“, erklärt der Psychologe Kamil Janowicz.
Für ihre Untersuchung entwickelten Janowicz und sein Kollege Piotr Klimczyk die sogenannte „Post-Game-Depression Scale“. Diese misst, wie stark Gefühle wie Traurigkeit, Leere oder Melancholie nach dem Spielen auftreten.
In zwei Studien mit insgesamt 373 Teilnehmern zeigte sich: Spieler, die besonders stark unter diesen Gefühlen leiden, neigen auch generell zu pessimistischen Gedankenspiralen. Die Forschenden vergleichen die Post-Game-Depression mit einer Art Trauerreaktion, die sehr stark ist und sogar mit dem Abschied einer nahestehenden Person zu vergleichen ist.
Die Erkenntnisse könnten künftig Einfluss auf das Game Design haben und werfen neue Fragen zur Verantwortung der Entwickler gegenüber dem emotionalen Wohlbefinden der Spieler auf.
