Der Spielepublisher Ubisoft hat in den vergangenen Jahren eine auffallend hohe Anzahl an Projekten eingestellt. Von ambitionierten neuen Marken über bekannte Franchise-Fortsetzungen bis hin zu experimentellen Spin-offs zeigt sich ein klarer Trend: Strategische Neuausrichtungen, steigende Entwicklungskosten und Unsicherheiten im Live-Service-Markt haben zu harten Entscheidungen geführt.
2019
Bereits 2019 begann eine Phase tiefgreifender Einschnitte. Mit Project Pioneer wurde ein Sci-Fi-Erkundungsprojekt eingestellt, das auf offene Welten und technologische Innovationen setzte. Ebenfalls gestrichen wurde Project Avalon, ein ambitioniertes mittelalterliches Fantasy-RPG, das intern als potenzieller Franchise-Start gehandelt wurde. Besonders schmerzhaft für Fans war die Einstellung eines 2D-Nachfolgers zu Prince of Persia: The Shadow and the Flame, der die klassische Reihe modernisieren sollte.
2021
Im Jahr 2021 traf es vor allem Nostalgie-Projekte. Ein früher Remake-Ansatz unter dem Namen Rayman Remake beziehungsweise Rayman Forever wurde verworfen, noch bevor eine offizielle Ankündigung erfolgte. Damit verschwand eine mögliche Rückkehr der beliebten Plattform-Ikone in der Konzeptphase.
2022
2022 stand im Zeichen gescheiterter Experimente. Ghost Recon Frontline, ein Free-to-Play-Battle-Royale-Shooter, wurde nach überwiegend negativer Resonanz der Community eingestellt. Parallel dazu stoppte Ubisoft die Entwicklung von Splinter Cell VR, einem exklusiv für Oculus geplanten Projekt. Zusätzlich wurden zwei weitere, nie angekündigte Spiele im Zuge interner Sparmaßnahmen gestrichen.
2023
Im darauffolgenden Jahr folgte eine Welle kreativer Projekte, die es nicht bis zur Marktreife schafften. Project Q, ein stilisiertes PvPvE-Arena-Spiel, fand intern keine klare Zielgruppe. Project Oxygen, geplant als direkte Fortsetzung von Immortals Fenyx Rising, wurde trotz positiver Resonanz des Vorgängers eingestellt. Ebenfalls gestrichen wurde Project Renaissance, ein Sandbox-Spiel im Voxel-Stil, das sich deutlich von Ubisofts klassischen Marken unterschied.
2024
2024 zeigte sich, dass selbst etablierte Reihen nicht sicher sind. The Division: Heartland, ein eigenständiges Survival-Spin-off, wurde nach jahrelanger Entwicklung überraschend eingestellt. Mit Project Scarlet verschwand zudem ein Assassin’s-Creed-Projekt, das in einem ungewöhnlichen Szenario im Amerika nach dem Bürgerkrieg angesiedelt war. Auch Project Pathfinder, die ursprüngliche Version von Project U, wurde verworfen und intern neu konzipiert.
2025
Im Jahr 2025 traf es Projekte bereits in sehr frühen Entwicklungsphasen. Eine geplante Fortsetzung von Star Wars Outlaws wurde gestoppt, noch bevor konkrete Inhalte öffentlich wurden. Ebenso eingestellt wurde Project Maverick, ein Extraction-Shooter im Far-Cry-Universum, der das Franchise in eine neue Richtung führen sollte.
2026
Die bisher härtesten Einschnitte folgten 2026 und dabei hat das Jahr gerade erst begonnen. Mit Project League wurde ein kooperatives Assassin’s-Creed-Projekt gestrichen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die endgültige Einstellung von Prince of Persia: Sands of Time Remake, das über Jahre hinweg mehrfach neu gestartet worden war. Zusätzlich wurden drei unangekündigte AAA-Produktionen sowie ein Mobile-Game aus dem Portfolio entfernt.
Insgesamt zeigt die Timeline, wie stark sich Ubisofts Strategie verändert hat. Der Fokus liegt zunehmend auf wenigen, klar definierten Großprojekten, während Risiken und Experimente konsequent aussortiert werden – selbst dann, wenn bekannte Marken oder hohe Investitionen betroffen sind.
