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    Home»Reviews»Warum Siedler III ein Meisterwerk der Aufbaustrategie ist
    MuSc129. August 202615 Min Lesezeit

    Warum Siedler III ein Meisterwerk der Aufbaustrategie ist

    Siedler III
    © gamerliebe.de
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    Als ich vor mehr als 20 Jahren das erste Mal intensiver mit Computerspielen in Berührung kam, geschah das noch auf eine Art, die heute beinahe ausgestorben ist: über eine Demo-CD aus einem Computerspielmagazin.

    Auf diesen CDs befanden sich teilweise Dutzende Demos und Programme, von denen mir die meisten heute längst nicht mehr im Gedächtnis geblieben sind. Ein Spiel bildete allerdings die große Ausnahme: Die Siedler III.

    Die Demo bot damals überraschend viele Möglichkeiten und ich verbrachte damit vermutlich wesentlich mehr Zeit, als ursprünglich vorgesehen war. Rückblickend gehört Siedler III für mich sogar zu diesen Spielen, bei denen ich erst viele Jahre später wirklich verstanden habe, warum sie mich damals so sehr fasziniert haben. Auch deshalb zähle ich heute über 116 Stunden, die ich in diesem Spiel verbracht habe.

    Denn hinter den kleinen herumwuselnden Figuren, der gemütlichen Präsentation und dem auf den ersten Blick recht entspannten Spieltempo steckt ein erstaunlich komplexes System. Produktionsketten greifen ineinander, Waren müssen durch die gesamte Siedlung transportiert werden, Gebäude sinnvoll platziert und neue Gebiete erschlossen werden.

    Was damals einfach nur spannend aussah, offenbart bei genauerem Hinsehen eine überraschend durchdachte Wirtschaftssimulation. Und genau darin liegt für mich bis heute die große Stärke von Siedler III.

    In diesem Artikel möchte ich einen Deep Dive in eines der meiner Meinung nach besten Strategiespiele wagen.

    Das Spielprinzip

    Das grundlegende Spielprinzip von Siedler III besteht darin, aus einer kleinen Ausgangssiedlung Schritt für Schritt eine funktionierende Wirtschaft und schließlich ein immer größeres Reich aufzubauen. Dafür müssen Rohstoffe gewonnen, Gebäude errichtet, Produktionsketten aufgebaut und neue Gebiete erschlossen werden. Gleichzeitig gilt es, genügend Siedler zur Verfügung zu haben, die Waren durch die Siedlung transportieren, Gebäude betreiben und neue Bauvorhaben umsetzen.

    Mit zunehmender Spieldauer greifen dabei also immer mehr Systeme ineinander. Aus einfachen Rohstoffen entstehen Werkzeuge und Waffen, Nahrung hält die Minen am Laufen, Mana verbessert Soldaten und ermöglicht Zauber, während das Militär wiederum benötigt wird, um neues Land zu sichern oder gegnerische Gebiete zu erobern.

    Siedler III verbindet damit Aufbau, Wirtschaft, Logistik und Militär sehr eng miteinander. Kaum ein Bereich funktioniert vollkommen unabhängig vom anderen und genau daraus entsteht der besondere Reiz des Spiels.

    Die Wirtschaft

    Das Herzstück von Siedler III ist die eigene Wirtschaft. Zu Beginn wirkt diese noch vergleichsweise simpel: Holzfäller fällen Bäume, Sägewerke verarbeiten die Baumstämme zu Brettern und Steinmetze sorgen für Stein. Holz und Stein bilden wiederum die Grundlage für den Bau nahezu aller weiteren Gebäude und damit für das Wachstum der gesamten Siedlung.

    Was zunächst überschaubar beginnt, entwickelt sich allerdings schnell zu einem Netz aus voneinander abhängigen Produktionsketten. Denn viele Waren können nicht direkt gewonnen oder genutzt werden, sondern müssen erst über mehrere Zwischenschritte hergestellt werden.

    Besonders deutlich wird das bei den Minen. Diese fördern wichtige Rohstoffe wie Kohle, Eisenerz oder Gold, arbeiten aber nicht einfach von alleine. Die Bergarbeiter benötigen Nahrung und bevorzugen je nach Mine unterschiedliche Lebensmittel. Eine Kohlemine arbeitet besonders effektiv mit Brot, die Eisenmine mit Fleisch und die Goldmine mit Fisch.

    Damit eine Kohlemine dauerhaft versorgt werden kann, benötigt man deshalb zunächst eine vollständige Brotproduktion. Auf der Getreidefarm wird Getreide angebaut, anschließend in der Mühle zu Mehl verarbeitet und gemeinsam mit Wasser in der Bäckerei zu Brot gebacken.

    Getreide → Mehl + Wasser → Brot → Kohlemine → Kohle

    Bei der Eisenproduktion wird die Kette noch einmal umfangreicher. Auch hier beginnt vieles beim Getreide. Zusammen mit Wasser wird es für die Schweinezucht benötigt. Die Schweine wandern anschließend zur Metzgerei und werden dort zu Fleisch verarbeitet. Erst dieses Fleisch ermöglicht wiederum eine effektive Förderung von Eisenerz.

    Getreide + Wasser → Schweine → Fleisch → Eisenmine → Eisenerz

    Damit ist die Produktionskette allerdings noch längst nicht beendet. Das geförderte Eisenerz muss zusammen mit Kohle zur Eisenschmelze transportiert werden. Dort entstehen Eisenbarren, die anschließend gemeinsam mit weiterer Kohle in den Werkzeug- und Waffenschmieden verarbeitet werden.

    Eine stark vereinfachte Kette bis zum fertigen Produkt sieht deshalb beispielsweise so aus:

    Getreide → Schweine → Fleisch → Eisenerz → Eisenbarren → Werkzeug oder Waffe

    Parallel dazu muss allerdings weiterhin die Kohleproduktion laufen:

    Getreide → Mehl → Brot → Kohle

    Beide Produktionswege greifen schließlich ineinander, denn sowohl die Eisenschmelze als auch die Werkzeug- und Waffenschmieden benötigen Kohle. Genau hier zeigt sich die eigentliche Komplexität von Siedler III: Eine einzige Waffe hängt indirekt von Bauern, Wasserwerkern, Müllern, Bäckern, Schweinezüchtern, Metzgern, Bergarbeitern, Schmelzern, Schmieden und zahlreichen Trägern ab.

    Und das ist lediglich ein stark vereinfachtes Beispiel. Je nach Volk kommen weitere Rohstoffe und Produktionsketten hinzu. Es gibt eigene Wirtschaftszweige für Mana oder Kriegsmaschinen, Lager zur Aufbewahrung von Waren und Wohnhäuser, die neue Siedler bereitstellen. Gleichzeitig benötigt nahezu jedes Gebäude Platz und konkurriert damit mit Landwirtschaft, Produktionsstätten und anderen Teilen der Siedlung.

    Hinzu kommt die Umgebung selbst. Wasser kann nicht beliebig produziert werden, sondern muss an geeigneten Stellen gewonnen werden. Fischer benötigen Zugang zum Meer, Bauern ausreichend freie Fläche für ihre Felder und Bergwerke natürlich entsprechende Rohstoffvorkommen im Gebirge.

    Dadurch besteht die Herausforderung nicht einfach darin, möglichst viele Gebäude zu errichten. Entscheidend ist vielmehr, die einzelnen Produktionsketten so aufeinander abzustimmen, dass genügend Rohstoffe vorhanden sind und an keiner wichtigen Stelle dauerhaft ein Engpass entsteht.

    Ein einziges fehlendes Glied kann schließlich Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben: Fehlt Brot, produziert die Kohlemine schlechter. Fehlt Kohle, steht irgendwann die Eisenschmelze still. Ohne Eisen gibt es keine neuen Werkzeuge oder Waffen – und ein Problem, das ursprünglich bei der Nahrungsproduktion begonnen hat, endet plötzlich bei der eigenen Armee.

    Platz und Laufwege

    In Siedler III werden Waren nicht einfach zwischen Gebäuden teleportiert. Sie müssen von den Siedlern tatsächlich von einem Ort zum nächsten getragen werden. Steht die Eisenschmelze am anderen Ende der Siedlung als die Eisenmine, entstehen entsprechend lange Transportwege. Gleiches gilt, wenn die Schmieden wiederum weit von den Schmelzen entfernt liegen.

    Zusammengehörende Produktionsgebäude sollten deshalb möglichst nah beieinanderstehen. Holzfäller gehören in die Nähe des Sägewerks, Schmieden möglichst zu den Schmelzen und diese wiederum idealerweise nicht allzu weit entfernt von den entsprechenden Minen.

    Lange Laufwege können ansonsten selbst eine eigentlich gut aufgebaute Wirtschaft deutlich ausbremsen. Auf dem Papier kann eine Produktionskette perfekt funktionieren – in der Praxis bringt sie mir aber wenig, wenn die benötigten Waren ständig über die halbe Karte getragen werden müssen. Damit wird auch die Anordnung der eigenen Siedlung zu einem wichtigen strategischen Element.

    Auch Siedler selbst sind eine Ressource

    Neben Rohstoffen, Nahrung und Waren gibt es noch eine weitere Ressource, die man leicht unterschätzt: die eigene Bevölkerung.

    Für praktisch jedes Produktionsgebäude wird ein Siedler benötigt, der dort den entsprechenden Beruf übernimmt. Neue Gebäude bringen mir deshalb nur wenig, wenn mir irgendwann schlicht die freien Arbeitskräfte ausgehen.

    Wohnhäuser übernehmen damit ungefähr die Rolle, die man aus klassischen Echtzeitstrategiespielen als Supply kennt. Sie sorgen dafür, dass weitere freie Siedler zur Verfügung stehen, die anschließend beispielsweise als Bauarbeiter, Träger, Holzfäller, Bergarbeiter oder Schmiede eingesetzt werden können.

    Beim Ausbau meiner Wirtschaft muss ich deshalb immer mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten: Habe ich genügend Rohstoffe? Produziere ich ausreichend Nahrung? Sind meine Transportwege kurz genug? Und stehen überhaupt genügend freie Siedler zur Verfügung, um neue Gebäude zu betreiben?

    Die vier Völker

    Eine weitere Besonderheit von Siedler III sind die unterschiedlichen Völker. Römer, Ägypter, Asiaten und später auch die Amazonen unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander, sondern vor allem durch ihre Wirtschaft, die benötigten Baumaterialien, ihre Mana-Produktion und einige exklusive Gebäude oder Fähigkeiten. Dadurch muss man seine Siedlung je nach gewähltem Volk teilweise unterschiedlich aufbauen.

    • Römer: Die Römer sind der klassische Allrounder. Ihre Gebäude benötigen vergleichsweise ausgewogen Holz und Stein, wodurch sie sich flexibel an unterschiedliche Karten anpassen können. Eine besondere Stärke ist die Köhlerei, mit der Holz zusätzlich zu Kohle verarbeitet werden kann. Auch ihre Mana-Produktion über den Weinbau ist vergleichsweise unkompliziert, wodurch sie sich insgesamt sehr ausgewogen spielen.
    • Ägypter: Die Ägypter sind deutlich stärker auf Stein angewiesen. Viele ihrer Gebäude benötigen große Mengen davon, weshalb gute Steinvorkommen für ihren Aufbau besonders wichtig sind. Dafür können sie viele Gebäude vergleichsweise schnell errichten und ihre Industrie benötigt teilweise weniger Platz. Mana produzieren sie über Bier, wofür wiederum Getreide und Wasser benötigt werden.
    • Asiaten: Bei den Asiaten spielt dagegen Holz eine besonders große Rolle. Entsprechend wichtig ist eine gut funktionierende Forstwirtschaft. Für ihre Mana-Produktion bauen sie Reis in Sümpfen an und verarbeiten diesen anschließend weiter. Darüber hinaus verfügen sie mit Schwefel über einen zusätzlichen Rohstoff und können eigene Kriegsmaschinen wie Kanonen herstellen.
    • Amazonen: Die Amazonen kamen mit der Erweiterung Das Geheimnis der Amazonen hinzu und besitzen ebenfalls einige besondere wirtschaftliche Möglichkeiten. Ihre Gebäude benötigen tendenziell mehr Holz als Stein. Auffällig sind außerdem ihre vergleichsweise kompakten Minengebäude. Dadurch können auf geeigneten Bergen teilweise mehr Minen nebeneinander errichtet und vorhandene Rohstoffvorkommen intensiver genutzt werden.

    Eine Karte mit vielen Steinen kann für die Ägypter besonders attraktiv sein, während große Waldflächen den Asiaten entgegenkommen. Auch die Mana-Produktion, Spezialgebäude und später die unterschiedlichen Zauber verändern die jeweilige Spielweise.

    Blue Byte ist es dadurch gelungen, vier Völker zu schaffen, die grundsätzlich nach denselben Regeln funktionieren und trotzdem eigene Stärken und Schwächen besitzen. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welches Volk man wählt, sondern auch, wie gut dessen Besonderheiten zur jeweiligen Karte und zur eigenen Strategie passen. Ein guter Spieler versucht entsprechend, die Stärken seines Volkes auszunutzen, vorhandene Nachteile auszugleichen und gleichzeitig mögliche Schwachstellen des Gegners zu erkennen.

    Militär, Mana und Expansion

    Wie bereits angesprochen, ist die Expansion der eigenen Siedlung eng mit dem Militär verbunden. Wer neue Rohstoffvorkommen erschließen oder sich langfristig gegen andere Spieler behaupten möchte, kommt deshalb irgendwann nicht mehr darum herum, eine eigene Armee aufzubauen.

    Dabei reicht es allerdings nicht, einfach möglichst viele Soldaten zu produzieren. Auch deren Zusammensetzung, Rang und allgemeine Kampfkraft spielen eine wichtige Rolle.

    Grundsätzlich gibt es drei klassische Soldatentypen: Schwertkämpfer, Speerkämpfer und Bogenschützen. Sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern übernehmen unterschiedliche Aufgaben auf dem Schlachtfeld.

    Der Schwertkämpfer verursacht den höchsten direkten Schaden und ist gleichzeitig die schnellste der drei Einheiten. Dadurch eignet er sich besonders für aggressive Angriffe und die Eroberung gegnerischer Militärgebäude. Seine größte Schwäche ist seine geringe Reichweite, da er unmittelbar an den Gegner herankommen muss.

    Der Speerkämpfer verursacht zwar deutlich weniger Schaden, besitzt dafür aber eine größere Angriffsreichweite. Dadurch kann er auch aus der zweiten Reihe zuschlagen, während bereits andere Soldaten direkt am Gegner kämpfen. Gerade in größeren Gefechten können dadurch mehrere Einheiten gleichzeitig denselben Gegner angreifen. Zusätzlich ist der Speerkämpfer etwas widerstandsfähiger und eignet sich damit gut für längere Auseinandersetzungen.

    Der Bogenschütze übernimmt hingegen die Rolle des klassischen Fernkämpfers. Mit seiner großen Reichweite kann er gegnerische Soldaten bereits unter Beschuss nehmen, bevor diese überhaupt in den Nahkampf gelangen. Dafür ist er im direkten Kontakt mit feindlichen Einheiten sehr verwundbar und sollte deshalb möglichst hinter den eigenen Nahkämpfern positioniert werden.

    Eine gute Armee besteht deshalb im Idealfall aus einer Mischung verschiedener Soldatentypen und nicht einfach aus einer möglichst großen Masse derselben Einheit.

    Damit endet die militärische Entwicklung allerdings noch nicht. Zusätzlich gibt es eine allgemeine Kampfkraft, die vor allem durch verarbeitetes Gold erhöht wird. Interessant ist dabei, dass die Kampfkraft nicht gleichmäßig wächst: Die ersten Goldreserven bringen vergleichsweise große Verbesserungen, während für spätere Steigerungen immer größere Mengen benötigt werden.

    Mana

    Eine weitere Möglichkeit, die eigene Armee zu verbessern, bietet das Mana-System. Jedes Volk produziert Mana auf einem anderen Weg und benötigt dafür unterschiedliche Rohstoffe und Produktionsgebäude. Damit wird auch die Mana-Produktion zu einem eigenen Wirtschaftszweig, dessen Aufwand sich je nach Volk und Karte deutlich unterscheiden kann.

    Mana erfüllt dabei zwei wichtige Funktionen. Zum einen wird es benötigt, um die eigenen Soldaten aufzuwerten und zum anderen können die Priester der jeweiligen Völker damit verschiedene Zauber und Wunder einsetzen.

    Priester und Zauber

    Auch bei den Zaubern unterscheiden sich die vier Völker deutlich voneinander. Jedes besitzt eine eigene Auswahl und damit unterschiedliche taktische Möglichkeiten.

    Grob lassen sich die Wunder in mehrere Bereiche einteilen. Es gibt Buff-Zauber, mit denen eigene Soldaten gestärkt oder geschützt werden können, sowie Debuff-Zauber, die gegnerische Einheiten schwächen, behindern oder zeitweise aus dem Kampf nehmen.

    Daneben gibt es verschiedene Wirtschafts- und Warenzauber. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Rohstoffe umwandeln, zusätzliche Waren bereitstellen oder Engpässe innerhalb der eigenen Wirtschaft ausgleichen. Andere Wunder verändern das Gelände, ermöglichen Aufklärung oder können gezielt den Aufbau des Gegners stören.

    Entscheidend ist auch hier, dass Römer, Asiaten, Ägypter und Amazonen nicht dieselben Möglichkeiten besitzen. Manche Völker können ihre Armee besonders gut unterstützen, andere verfügen über starke wirtschaftliche oder offensive Zauber.

    Territorium erobern und verteidigen

    Militärgebäude erfüllen eine besonders wichtige Funktion: Sie bestimmen, wem das umliegende Gebiet gehört. Dadurch werden gegnerische Türme und Burgen zu wichtigen Angriffszielen. Erobert man ein solches Gebäude, übernimmt man auch das dazugehörige Territorium. Liegen anschließend gegnerische Gebäude innerhalb des neu gewonnenen Einflussbereichs, können diese verloren gehen.

    Ein erfolgreicher Angriff kann deshalb weitreichende Folgen haben. Es geht nicht nur darum, einige gegnerische Soldaten zu besiegen, sondern im besten Fall darum, wichtige Teile der gegnerischen Wirtschaft abzuschneiden und gleichzeitig selbst Zugriff auf deren Land und Rohstoffvorkommen zu erhalten.

    Umgekehrt müssen strategisch wichtige Gebiete entsprechend verteidigt werden. Besonders Minenregionen, Industriezentren oder Engstellen an der eigenen Grenze können schnell zum Ziel eines gegnerischen Angriffs werden.

    Kriegsmaschinen

    Neben den normalen Soldaten gibt es außerdem Kriegsmaschinen, die eine weitere Möglichkeit bieten, gegen befestigte gegnerische Positionen vorzugehen.

    Auch hier unterscheiden sich die Völker teilweise voneinander. Die Kriegsmaschinen ermöglichen es vor allem, gegnerische Militärgebäude aus größerer Entfernung anzugreifen und damit stark verteidigte Positionen unter Druck zu setzen, ohne sämtliche Soldaten direkt in den Kampf schicken zu müssen.

    Damit entsteht neben dem klassischen Angriff mit Schwertkämpfern, Speerkämpfern und Bogenschützen noch eine weitere taktische Möglichkeit, um gegnerische Verteidigungslinien aufzubrechen.

    Schifffahrt und Handel

    Auch Wasserflächen setzen der Expansion nicht zwangsläufig eine Grenze. Mithilfe der Schifffahrt können Siedler weitere Inseln erreichen, dort neue Gebiete erschließen und auf Rohstoffe zugreifen, die auf dem Landweg nicht erreichbar wären.

    Dadurch kann eine Partie weit über die ursprüngliche Startregion hinauswachsen. Neue Kolonien müssen versorgt, Waren transportiert und gegebenenfalls auch militärisch geschützt werden.

    Zusätzlich gibt es Möglichkeiten zum Handel. Waren können über Handelsrouten zwischen verschiedenen Gebieten beziehungsweise Spielern ausgetauscht werden. Dadurch lassen sich fehlende Rohstoffe beschaffen oder Überschüsse anderweitig nutzen.

    Spätestens an diesem Punkt besteht die eigene Siedlung nicht mehr zwangsläufig aus einem einzigen zusammenhängenden Wirtschaftsgebiet. Stattdessen kann ein Netzwerk aus verschiedenen Produktionsstandorten, Rohstoffgebieten und militärisch wichtigen Positionen entstehen.

    Fazit: Warum Siedler III bis heute funktioniert

    Siedler III zieht unglaublich viel von seinem Reiz daraus, wie eng Wirtschaft, Logistik, Expansion und Militär miteinander verbunden sind. Hinter der gemütlichen Präsentation steckt dadurch ein erstaunlich komplexes Strategiespiel. Gleichzeitig besitzt Siedler III allerdings eine Eigenschaft, an die man sich heute erst wieder gewöhnen muss: Es ist langsam. Sehr langsam.

    Langsames Spieltempo

    Produktionsketten benötigen Zeit, Gebäude entstehen nicht innerhalb weniger Sekunden und jede Ware muss tatsächlich von einem Siedler von A nach B getragen werden. Wer normalerweise schnelle Strategiespiele wie StarCraft oder Age of Empires spielt, muss sich daran erst einmal gewöhnen.

    Ich selbst fühle mich eigentlich ebenfalls eher schnellen und actionreichen Echtzeitstrategiespielen zugehörig. Trotzdem funktioniert Siedler III für mich – vielleicht sogar gerade deshalb.

    Denn diese Langsamkeit gibt einem die Möglichkeit, die eigene Siedlung tatsächlich zu beobachten. Man kann Produktionsketten verfolgen, Engpässe erkennen, Gebäude besser platzieren und Stück für Stück herausfinden, warum an irgendeiner Stelle plötzlich nichts mehr funktioniert. Man muss nicht innerhalb der ersten Minuten einen perfekten Build-Order beherrschen oder sofort wissen, wie man den Gegner möglichst früh unter Druck setzt. Man kann bauen, beobachten, Fehler machen und anschließend versuchen, es besser zu machen.

    Einsteigerfreundlich bedeutet dabei keineswegs anspruchslos. Je besser man Siedler III versteht, desto mehr Möglichkeiten zur Optimierung entdeckt man. Produktionswege lassen sich verkürzen, Gebäude sinnvoller gruppieren, Warenströme verbessern und einzelne Teile der Wirtschaft genauer aufeinander abstimmen.

    Wuselfaktor

    Und dann wäre da natürlich noch der berühmte Wuselfaktor. Die Wirtschaft von Siedler III findet nicht irgendwo unsichtbar in einem Menü statt. Man kann ihr direkt bei der Arbeit zusehen. Holzfäller schlagen Bäume, Bauern bestellen ihre Felder, Träger schleppen Waren durch die Siedlung, Bauarbeiter ziehen von Baustelle zu Baustelle und Soldaten marschieren Richtung Grenze.

    Natürlich ist es nicht besonders effektiv, minutenlang einfach nur den eigenen Siedlern zuzusehen. Aber manchmal macht genau das erstaunlich viel Spaß.

    Gerade die stark stilisierte Grafik und die vielen kleinen Figuren sorgen dafür, dass eine funktionierende Siedlung beinahe etwas Lebendiges bekommt. Man hat irgendwann nicht mehr nur einzelne Gebäude vor sich, sondern eine riesige Maschine, in der ständig irgendwo etwas produziert, transportiert und weiterverarbeitet wird.

    Trotzdem gibt es Dinge, die ich heute gerne anders sehen würde. Vor allem eine Möglichkeit, das Spieltempo zu erhöhen, würde Siedler III meiner Meinung nach guttun. Dadurch könnten Partien vielleicht auch einmal nach zwei oder drei Stunden abgeschlossen werden, ohne dabei gleich das grundlegende Spielprinzip zu verändern.

    Auch die direkte Steuerung der eigenen Einheiten könnte komfortabler sein. Sie ist zwar vorhanden und war für die Reihe damals ein großer Schritt, fühlt sich heute aber teilweise sperrig und schwammig an. An der grundlegenden Faszination ändert das für mich allerdings wenig.

    Denn wahrscheinlich muss Siedler III sogar ein Stück weit langsam sein. Und vielleicht ist genau das auch der Grund, warum mir Siedler III mehr als 20 Jahre nach dieser alten Demo-CD noch immer im Gedächtnis geblieben ist.

    Damals fand ich es einfach faszinierend, den kleinen Figuren dabei zuzusehen, wie aus dem Nichts eine immer größere Siedlung entstand.

    Heute verstehe ich zusätzlich, wie viel Planung eigentlich dahintersteckt. Und genau diese Mischung aus Wuselfaktor, komplexer Wirtschaft und überraschend viel strategischer Tiefe macht Siedler III für mich bis heute zu einem ganz besonderen Strategiespiel.

    Quelle: siedlercommunity.de

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    Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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