Der umstrittene Anti-Cheat-Dienst „Vanguard“ von Riot Games sorgt erneut für Diskussionen in der Gaming-Community. Nachdem Berichte aufgetaucht waren, wonach ein aktuelles Update angeblich PCs „bricken“ – also unbrauchbar machen – würde, hat das Unternehmen nun öffentlich Stellung bezogen und die Vorwürfe zurückgewiesen.
Game: Valorant
AC: Vanguard (VGK)
Today’s Vanguard anti-cheat update blocked the majority of DMA firmwares using SATA/NVMe.VGK suddenly triggered an IOMMU restart warning in-game, after which the DMA firmware becomes completely unusable, even without the game running or after… pic.twitter.com/Sk8bK3INKs
— ogisada (@ogisadaDMA) May 19, 2026
Auslöser der Debatte waren Beiträge in sozialen Netzwerken, insbesondere auf X, in denen Nutzer behaupteten, Vanguard habe bestimmte Hardware- oder Firmware-Komponenten dauerhaft deaktiviert. Betroffen seien vor allem sogenannte DMA-Cheat-Geräte – spezielle Hardware, die genutzt wird, um Anti-Cheat-Systeme zu umgehen. Ein Nutzer erklärte, das System löse nach dem Start von Spielen wie Valorant Warnungen im Zusammenhang mit der IOMMU-Sicherheitsfunktion aus. Anschließend seien bestimmte Firmware-Lösungen nicht mehr nutzbar gewesen.
Riot widerspricht dieser Darstellung jedoch deutlich. In einem offiziellen Statement betont das Studio, Vanguard könne weder PCs noch deren Hardware beschädigen. Die kursierenden Bilder zeigten laut Riot ausschließlich Cheat-Hardware, die durch das neue Update lediglich für die Nutzung in Valorant unbrauchbar gemacht werde. Normale PCs oder Betriebssysteme seien davon nicht betroffen.
Well, that escalated quickly.
There’s been a wave of claims by cheaters about Vanguard “bricking” their PCs, so let’s clear that up: Vanguard does not damage hardware or disable your devices.
The photo we posted is a picture of cheat hardware devices that are sold explicitly… https://t.co/dXb75Z91k9
— Riot Games (@riotgames) May 22, 2026
Technisch basiert Vanguard auf einem sogenannten Kernel-Level-Anti-Cheat-System. Das bedeutet, dass die Software tief in das Betriebssystem eingreift, um Manipulationen frühzeitig zu erkennen. Genau dieser weitreichende Zugriff sorgt seit Jahren für Kritik. Bereits bei der Einführung in Valorant sowie später in League of Legends gab es Beschwerden von Spielern, die Probleme mit ihren Systemen meldeten.
Riot verteidigt den Einsatz der Technologie dennoch als notwendig, um die Wettbewerbsintegrität der Spiele zu schützen. Das Unternehmen kündigte an, weiterhin in Anti-Cheat-Maßnahmen zu investieren und zugleich transparenter über deren Funktionsweise zu informieren.
Unter dem Statement von Riot Games melden sich jedoch weiterhin zahlreiche Spieler, die trotz eigener Aussage ohne Cheats Probleme mit Vanguard haben. Einige berichten von Abstürzen oder Fehlern in League of Legends und äußern Sorgen über den tiefen Systemzugriff der Anti-Cheat-Software. Andere Nutzer feiern dagegen Riots Vorgehen und spotten darüber, dass Cheater teure Hardware zum Umgehen von Anti-Cheat-Systemen gekauft hätten, die nun durch das Update nutzlos geworden sei.
