Nintendo hat erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Frau zur CEO ernannt. Weniger als einen Monat später berichten Spieler von auffälligen Veränderungen in der inhaltlichen Ausrichtung neuer Spiele. Begriffe wie „inklusiv“, „modern“ oder „zeitgemäß“ tauchen vermehrt auf – für Kritiker kein Zufall, sondern Ausdruck eines strategischen Kurswechsels. Während Befürworter von notwendiger Modernisierung sprechen, sehen andere eine ideologisch motivierte Neuausrichtung und werfen Nintendo vor, Zusammenhänge bewusst zu leugnen.
Dispatch, M rated game for adults, gets censored.
Tomodachi Life, game for 8 year old kids, gets “non binary” stuff only mentally ill adults care about.
This has to be a record for Nintendo or any other company ruining their reputation.
— gosuprime (@gosuprime022) January 29, 2026
Zensur von Dispatch
Das narrative Superheldenspiel Dispatch ist seit Kurzem für Nintendo Switch erhältlich, sorgt dort jedoch für erhebliche Kritik, da es im Vergleich zu anderen Plattformen stark zensiert ist. Während Dispatch auf PC und PlayStation eine frei wählbare Zensuroption bietet, ist diese auf der Switch-Version dauerhaft aktiviert und lässt sich nicht deaktivieren.
Konkret betrifft die Zensur sichtbare Nacktheit, sexuelle Geräusche sowie Gesten wie den ausgestreckten Mittelfinger. Statt subtiler Anpassungen werden auffällige schwarze Balken eingeblendet und Audioelemente stummgeschaltet. Viele Spieler empfinden diese Form der Zensur als störend, da sie den Humor, die Inszenierung und einzelne Dialogentscheidungen negativ beeinflusst.
Laut Entwickler AdHoc Studio ist diese Entscheidung eine direkte Folge der Inhaltskriterien von Nintendo. Man habe das Spiel so angepasst, dass es den Vorgaben für eine Veröffentlichung auf der Plattform entspricht. Die Entwickler betonen, dass Handlung und Gameplay unverändert geblieben seien, räumen aber ein, dass die inhaltliche Darstellung angepasst werden musste.
Die Situation sorgt für Frust in der Community, da andere Nintendo-Spiele wie Cyberpunk 2077 oder The Witcher 3 trotz Nacktheit ohne vergleichbare Zensur auskommen. Dadurch entstehen Fragen nach inkonsistenter Anwendung der Richtlinien und danach, warum Dispatch strenger behandelt wird. Sowohl Nintendo als auch AdHoc geraten deshalb in die Kritik.
Eine mögliche Erklärung liegt jedoch in regionalen Altersfreigaben: Da Nintendo oft eine weltweit einheitliche Version pro Spiel vertreibt, könnten die strengen Vorgaben der japanischen Prüfstelle CERO dazu führen, dass Inhalte global zensiert werden. Größere Publisher umgehen dies teils durch getrennte Versionen – für kleinere Studios wie AdHoc ist das jedoch wirtschaftlich kaum realistisch.
Ob es sich bei Nintendos aktueller Linie um eine bewusste kulturelle Neuausrichtung, regulatorische Zwänge oder eine Kombination aus beidem handelt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Debatte um Einfluss, Zensur und kreative Freiheit gewinnt weiter an Schärfe.
Nonbinary Dating-Präfeenz in Tomodachi Life
Ergänzend dazu wird auch Tomodachi Life erneut zum Gegenstand der Debatte. Das ursprünglich für ein sehr junges Publikum – teils bereits ab acht Jahren – gedachte Lebenssimulationsspiel erlaubt es inzwischen, die Dating-Präferenz eines Charakters auf nonbinary zu setzen.
Kritiker sehen darin ein weiteres Beispiel für einen plötzlichen inhaltlichen Kurswechsel bei Nintendo: Nachdem das Unternehmen erstmals eine Frau zur CEO ernannt hatte, seien innerhalb kürzester Zeit vermehrt „inklusive“, „moderne“ und klar zeitgeistige Elemente in Spielen aufgetaucht.
Für Skeptiker sind dies keine isolierten Designentscheidungen, sondern eine auffällige Häufung von Anpassungen, die auf eine strategische Neuausrichtung hindeuten – auch wenn andere weiterhin darauf bestehen, dass zwischen Führungswechsel und inhaltlichen Änderungen keinerlei Zusammenhang bestehe.
