Die Zeichen mehren sich, dass Nvidia und AMD Anfang 2026 deutliche Preiserhöhungen bei Grafikkarten vornehmen werden. Zwar unterscheiden sich die Angaben zum Umfang je nach Quelle, doch die grundsätzliche Richtung gilt in der Branche als klar: GPUs werden teurer – sowohl für Endkunden als auch für den professionellen Einsatz in Rechenzentren und KI-Systemen.
Besonders belastbar sind derzeit Berichte zu AMD. Demnach sollen die Preise für Radeon-GPUs zu Jahresbeginn 2026 um mindestens rund 10 % steigen. Diese Anpassung soll intern bereits an Partner kommuniziert worden sein und voraussichtlich alle aktuellen Modelle betreffen, nicht nur einzelne High-End-Karten. Branchenbeobachter erwarten zudem, dass Nvidia zeitlich versetzt nachzieht, mit Preiserhöhungen im Zeitraum Januar bis Februar 2026.
Wie stark fallen die Erhöhungen aus – und was ist Spekulation?
In Foren und sozialen Netzwerken kursieren teils extreme Szenarien, etwa Prognosen von 200 bis 250 % Preissteigerung oder eine angebliche RTX 5090 für bis zu 5.000 US-Dollar. Solche Zahlen sind jedoch klar als Gerüchte oder Worst-Case-Szenarien einzuordnen. Konkrete, offiziell bestätigte Preislisten – insbesondere von Nvidia – existieren bislang nicht.
Deutlich realistischer und von mehreren Quellen gestützt sind Preissteigerungen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, also etwa um 10 % oder etwas darüber. Diese Einschätzung deckt sich mit den aktuell bekannten Kostenentwicklungen entlang der Lieferkette und gilt unter Analysten als das wahrscheinlichste Szenario.
Gründe, Sicherheit der Prognosen und Kaufentscheidungen
Der wichtigste Treiber hinter den erwarteten Preiserhöhungen sind massiv gestiegene Speicherpreise. DRAM- und GDDR-Speicher sind durch die enorme Nachfrage aus dem KI-Sektor deutlich teurer geworden. Analysen gehen davon aus, dass sich der Speicheranteil an den GPU-Herstellungskosten um bis zu 80 % verteuert haben könnte. Zusätzlich fließt ein wachsender Teil der GPU-Produktion direkt in Rechenzentren und sogenannte KI-Fabriken, was das Angebot für klassische Gaming-Grafikkarten weiter verknappt.
Die AMD-Erhöhungen Anfang 2026 gelten aufgrund mehrerer übereinstimmender Berichte als sehr wahrscheinlich. Bei Nvidia ist die Datenlage weniger konkret, weshalb extreme Preisangaben klar im Leak- und Gerüchtebereich bleiben. Für Kaufentscheidungen bedeutet das: Wer ohnehin in den kommenden Monaten eine Mittel- oder Oberklasse-GPU erwerben wollte, läuft realistisch Gefahr, 2026 spürbar mehr zu zahlen – auch wenn keine Preisverdopplung zu erwarten ist. Wer abwarten kann, sollte jedoch bedenken, dass manche Analysen angesichts der anhaltenden DRAM-Knappheit erst ab etwa 2028 mit einer echten Entspannung des Marktes rechnen.
