Behaviour Interactive hat dem Twitch-Streamer TheBurntPeanut während eines Livestreams sämtliche DLC-Charaktere und Perks von Dead by Daylight freigeschaltet. Nach heftiger Kritik aus der Community nahm das Studio die Inhalte wieder zurück und räumte Fehler bei der Zusammenarbeit und der eigenen Kommunikation ein. Die Ereignisse im Überblick:
30. Oktober: Gratis-Inhalte im Livestream
Am 30. Oktober entdeckten Mitglieder des Dead by Daylight-Teams im Twitch-Verzeichnis ein großes Publikum bei einem Streamer, der das Spiel zuvor noch nicht gespielt hatte. Das Team sah darin eine Gelegenheit, neue Spieler willkommen zu heißen. Während des Streams erhielt TheBurntPeanut Zugriff auf alle DLC-Charaktere und Perks.
Als der Streamer die Freischaltung bemerkte, bezeichnete er sie scherzhaft als „Streamer Privileges“ und bot offenbar an, die Inhalte zurückzugeben. Der offizielle Twitch-Account von Dead by Daylight antwortete darauf: „WE CAN TAKE THE HEAT! THEY ARE YOURS TO KEEP“ – sinngemäß: Das Team könne die Kritik aushalten, die Inhalte dürfe er behalten.
Die Entscheidung löste in der Community eine Debatte darüber aus, warum ein einzelner Creator eine solche Freischaltung erhielt und ob dabei die üblichen Prüfungen eingehalten worden waren.
1. November: Erste Stellungnahme und Entschuldigung
Am 1. November reagierte die Community-Seite DbD Pulse auf die Kritik. Das Team räumte ein, dass die Freischaltung ohne die erforderlichen internen Genehmigungen erfolgt war. Als die Bedenken während des Streams aufkamen, hätte man sie prüfen sollen, statt sie abzutun.
This weekend, a Dead by Daylight team member awarded in-game content and currency to a creator streaming our game. Although it is not unusual to unlock content to give creators discovering DbD a chance to have a sneak peek at available content, this decision was made without receiving appropriate approvals. Furthermore, the team member’s subsequent comments and conduct do not align with Dead by Daylight’s core values.
When concerns about this decision became apparent during the stream, we should have responded by looking into these concerns, not dismissing them.
Unfortunately, we’ve now seen the fallout of this decision unfolding in many conversations across the DbD community. We appreciate and stand with our community’s willingness to ensure our shared values are being upheld, at all times, regardless of popularity, and we’re heartbroken at the inflammatory language now being directed towards our community.
At the same time, threatening employees will never be acceptable, and we’re asking everyone to stop engaging with these posts.
We apologize to our community for letting you down. We have already begun reviewing our internal processes to prevent an incident like this from happening again.
— DbD Pulse (@DbDPulse) November 1, 2026
Behaviour entschuldigte sich bei der Community dafür, sie enttäuscht zu haben, und kündigte an, die internen Abläufe zu überprüfen. Zugleich verurteilte das Team Drohungen gegen Mitarbeitende und bezeichnete sie als inakzeptabel.
3. November: Inhalte entfernt, Abläufe sollen sich ändern
In einer ausführlicheren Stellungnahme erklärte Behaviour am 3. November, die gewährten Inhalte inzwischen entfernt zu haben. Das Studio räumte ein, zu schnell gehandelt und die üblichen Prüfungen nicht eingehalten zu haben. Normalerweise schaue sich das Team bei einer Zusammenarbeit die früheren Inhalte eines neuen Creators genauer an und prüfe, ob dessen Auftreten zu den Werten der Community passe. Im Fall von TheBurntPeanut sei das nicht ausreichend geschehen und auch nicht gemeinsam im Team diskutiert worden.
To our community:
We wanted to follow up on yesterday’s message to better address the questions you are actually asking and that matter most to you. https://t.co/OPqAJ9xIoh
— Dead by Daylight (@DeadbyDaylight) November 3, 2026
Behaviour kritisierte außerdem die eigene Reaktion im Twitch-Chat. Die Aussage „WE CAN TAKE THE HEAT!“ habe den Kontext verfehlt, die Situation verschärft und die Community sowie andere Content-Creator belastet. Das sei für die Marke unangemessen gewesen.
Das Studio beschrieb seine Werte als Respekt, Transparenz und Vielfalt. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen sollten sich in der Community willkommen fühlen. Bei Partnerschaften wolle Behaviour deshalb mit Creators zusammenarbeiten, deren Worte und Handlungen diese Grundsätze unterstützen.
Als Konsequenz will das Unternehmen seine Regeln für Creator-Kooperationen überarbeiten. Dazu gehören klarere Zuständigkeiten für Freischaltungen, zusätzliche Prüfungen und Genehmigungen, Mitarbeiterschulungen sowie neue Kommunikationsstandards. Zu internen Maßnahmen gegen beteiligte Mitarbeitende machte Behaviour keine näheren Angaben.
Das Studio räumte ein, mit dem Vorfall Vertrauen beschädigt zu haben. Dieses zurückzugewinnen werde Zeit brauchen.
