Die Gaming-Branche gerät immer wieder durch Kontroversen und Skandale in die Schlagzeilen. Auch der aktuelle Fall rund um zwei Mitgründer von CD Projekt sorgt für Aufsehen: Im Mittelpunkt stehen laufende Ermittlungen zu einem schamanischen Ritual, das tödlich endete.
Ermittlungen zu Vorfall aus dem Jahr 2018
Polnische Medien berichten unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen über den Tod einer Frau während einer spirituellen Zeremonie in Tschechien. Der Vorfall ereignete sich 2018 auf einem Bauernhof im Ort Janov. Während eines Rituals, bei dem das psychedelische Getränk Ayahuasca konsumiert wurde, kam eine 35-jährige Frau aus Polen ums Leben.
Im Zuge der Ermittlungen stießen Staatsanwälte auf Dokumente, in denen die Namen zweier bekannter polnischer Unternehmer auftauchen: Marcin Iwiński und Michał Kiciński. Beide sind als Mitgründer von CD Projekt bekannt, dem Studio hinter erfolgreichen Spielreihen wie The Witcher und Cyberpunk 2077.
Verbindung zu dem Veranstaltungsort
Nach Medienberichten könnte Michał Kiciński eine Verbindung zu dem Grundstück gehabt haben, auf dem die Zeremonien stattfanden. Es wird behauptet, er habe früher an ähnlichen Veranstaltungen teilgenommen und Kontakte zu den Organisatoren gehabt – darunter Personen, die solche Rituale mit psychedelischen Substanzen durchführen.
Kiciński bestätigte zwar, den Veranstalter zu kennen, erklärte jedoch, dass sich ihre Bekanntschaft eher zufällig ergeben habe. Laut seinen Aussagen war ihm nicht bewusst, welche Aktivitäten diese Person organisierte.
Vor Beginn der Gerichtsverhandlungen soll Kiciński zudem versucht haben, die Immobilie in Janov zu verkaufen. Letztlich übergab er das Grundstück jedoch an eine Organisation, die von einem engen Bekannten des Ritualleiters geführt wird.
Auch Marcin Iwiński taucht in Unterlagen auf
Auch der Name von Marcin Iwiński wurde in den Ermittlungsakten erwähnt. Welche Rolle er in dem Zusammenhang spielen könnte, ist bislang jedoch unklar. Die Ermittler prüfen derzeit, ob die Unternehmer möglicherweise Kontakt zu den Personen hatten, die die Rituale organisierten, oder ob sie über Informationen verfügen könnten, die für die Aufklärung des Falls relevant sind.
Die Staatsanwaltschaft betont, dass aktuell keine Anklage gegen die beiden Unternehmer erhoben wurde. Dennoch hat die Erwähnung der bekannten Gaming-Persönlichkeiten in einem Fall mit tödlichem Ausgang für große Aufmerksamkeit gesorgt, sowohl in Polen als auch international.
Ermittlungen dauern weiterhin an
Die Untersuchung des Vorfalls ist weiterhin im Gange. Ermittler schließen nicht aus, dass neue Erkenntnisse ans Licht kommen könnten, die dabei helfen, die Ereignisse rund um das Ritual auf dem tschechischen Bauernhof vollständig aufzuklären.
Bemerkenswert ist außerdem, dass beide Unternehmer seit mehreren Jahren nicht mehr aktiv bei CD Projekt tätig sind. Dennoch bleiben ihre Namen eng mit dem Unternehmen verbunden. Erst vor wenigen Monaten wurde berichtet, dass ein ehemaliger CD-Projekt-Mitgründer die digitale Spieleplattform GOG übernommen hat.
Hintergrund: Was ist Ayahuasca?
Ayahuasca ist ein traditionelles Pflanzengetränk aus dem Amazonasgebiet und wird in Ländern wie Peru, Brasilien und Kolumbien im Rahmen religiöser oder spiritueller Zeremonien verwendet. Die Mischung enthält psychoaktive Substanzen, die starke Veränderungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins hervorrufen können.
In vielen europäischen Staaten gilt Ayahuasca jedoch als illegal, da es DMT (Dimethyltryptamin) enthält – eine Substanz, die unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.
Quelle: Onet
