Die britische Verwertungsgesellschaft Performing Right Society (PRS) hat rechtliche Schritte gegen den Steam-Betreiber Valve eingeleitet. Der Vorwurf: Valve habe Musikwerke von PRS-Mitgliedern auf der Plattform Steam verwendet, ohne dafür eine entsprechende Lizenz zu besitzen.
Nach Angaben der Organisation spielt Musik in Videospielen eine wichtige Rolle, da sie das Spielerlebnis emotionaler und immersiver mache. Dennoch habe Valve laut PRS „nie eine Lizenz für die Nutzung der von PRS verwalteten Rechte eingeholt“. Diese Rechte vertreten unter anderem Songwriter, Komponisten und Musikverlage.
PRS zufolge sind zahlreiche Spiele auf Steam verfügbar, die Musik von PRS-Mitgliedern enthalten. Dazu gehörten auch bekannte Spielereihen wie Forza Horizon, FIFA/EA FC und Grand Theft Auto (GTA).
Die Organisation erklärte außerdem, sie habe über mehrere Jahre hinweg versucht, mit Valve über Lizenzfragen zu sprechen. Da es jedoch keine ausreichende Zusammenarbeit gegeben habe, habe man nun rechtliche Schritte auf Grundlage von Section 20 des britischen Copyright, Designs and Patents Act von 1988 eingeleitet. Nach Auffassung von PRS müssen Spiele, die Musik aus ihrem Repertoire verwenden, eine entsprechende Lizenz erwerben.
In einer Pressemitteilung erklärte PRS, dass der Rechtsstreit fortgesetzt werde, sofern Valve nicht konstruktiv in Gespräche eintrete und eine Lizenz für die Nutzung des PRS-Repertoires abschließe – sowohl rückwirkend als auch für zukünftige Nutzungen.
Dan Gopal, Chief Commercial Officer von PRS for Music, sagte dazu:
„Unsere Mitglieder schaffen Musik, die Erlebnisse bereichert. PRS setzt sich dafür ein, den Wert dieser Arbeit mit Integrität, Transparenz und Fairness zu schützen. Rechtliche Schritte sind kein Schritt, den wir leichtfertig gehen. Wenn jedoch das Verhalten eines Unternehmens diese Grundsätze untergräbt, sind wir verpflichtet zu handeln.“
Er betonte außerdem, dass großartige Videospiele oft von ebenso großartigen Soundtracks leben und dass die Songwriter und Musikschaffenden hinter diesen Werken Anerkennung und eine faire Vergütung verdienen.
Erst im Januar hat ein britisches Gericht eine Klage gegen Steam wegen seiner dominanten Marktmacht zugelassen. Außerdem reichte in der vergangenen Woche die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, eine Klage gegen Valve ein. Dabei geht es um die Lootboxen-Thematik in Counter-Strike 2 und Dota 2, die Minderjährige angeblich zum Glücksspiel verleiten soll.
Quelle: gamesindustry.biz
