Ein YouTuber hat in RollerCoaster Tycoon 2 eine Achterbahn erschaffen, die jede Vorstellung sprengt: Die Fahrt würde unglaubliche 194 Quattorseptuagintillionen Jahre dauern.
Zur Einordnung: Das entspricht etwa einer 2 mit 227 Nullen dahinter, eine Zahl, die das Alter des Universums von rund 13,8 Milliarden Jahren geradezu winzig erscheinen lässt.
Der Schöpfer hinter diesem Wahnsinnsprojekt ist Marcel Vos, der dafür bekannt ist, die Grenzen des Spiels immer wieder neu auszuloten. Bereits seine frühere „Universe Coaster“ war extrem lang, doch seine neue Konstruktion – die „Googol Coaster“ – übertrifft alles bisher Dagewesene.
Da das Spiel klare Limits bei Parkgröße und Attraktionen setzt, konnte Vos die Strecke nicht einfach verlängern. Stattdessen entwickelte er eine clevere Methode, um die Zeit innerhalb des Spiels künstlich zu strecken.
Der Trick basiert auf der Funktionsweise von Attraktionen: Fahrgeschäfte können so eingestellt werden, dass sie auf andere warten. Vos nutzte dieses Prinzip und baute riesige Ketten von Attraktionen, die nur unter ganz bestimmten Bedingungen ausgelöst werden.
Doch damit nicht genug: Auch die Parkbesucher wurden Teil dieses Systems.
Jeder Besucher hat individuelle Vorlieben hinsichtlich Intensität und Übelkeit. Durch geschicktes Parkdesign lenkt Vos bestimmte Gäste gezielt durch verschiedene Wege. Während die meisten Besucher in harmlosen Fahrgeschäften festhängen, lösen nur wenige den nächsten Abschnitt der Achterbahn aus.
So entsteht ein exponentieller Effekt: Jeder Abschnitt verlängert die Gesamtdauer massiv, und durch die Verkettung von 100 solcher Abschnitte entsteht eine nahezu unvorstellbare Gesamtzeit.
Die Umsetzung war extrem komplex. Besucher können müde, hungrig oder unzufrieden werden und den Park verlassen, was das gesamte System zerstören würde. Daher musste Vos Nahrung, Sitzmöglichkeiten, Attraktionswerte und sogar das Wetter präzise kontrollieren.
Zusätzlich entdeckte und behob er Probleme in OpenRCT2, da sich das Verhalten der Besucher von der Originalversion unterschied.
Als humorvolle Anspielung integrierte er außerdem das bekannte „Mr. Bone’s Wild Ride“-Meme in Form eines Skeletts mitten auf der Strecke.
Das Ergebnis wirkt weniger wie ein Freizeitpark, sondern eher wie eine komplexe Maschine zur Erzeugung riesiger Zahlen – und das alles in einem Spiel aus dem Jahr 2002.
Und das Ende? Das ist besonders fies: Nachdem die Fahrgäste eine unvorstellbar lange Zeit gewartet haben und endlich die Station sehen, endet die Fahrt nicht etwa sanft.
Ganz im Stil von RollerCoaster Tycoon sorgt Vos dafür, dass der Zug am Ende einfach entgleist.
