Der US-amerikanische Unternehmer Tim Sweeney, Gründer und Chef des Spieleentwicklers Epic Games, verfolgt seit Jahren eine ungewöhnliche Strategie: Statt vor allem in Immobilienprojekte oder Prestigegebäude zu investieren, kauft er großflächig Wald- und Naturgebiete im US-Bundesstaat North Carolina – mit dem Ziel, sie dauerhaft unter Naturschutz zu stellen.
Nach Angaben aus Medienberichten begann Sweeney bereits 2008 damit, große Landflächen zu erwerben. Der Zeitpunkt war nicht zufällig gewählt: Die Finanz- und Immobilienkrise hatte zahlreiche Bauprojekte gestoppt, darunter geplante Golfresorts und luxuriöse Ferienanlagen auf bislang weitgehend unberührten Naturflächen. Viele dieser Grundstücke kamen zu deutlich niedrigeren Preisen auf den Markt.
Im Laufe der Jahre erwarb Sweeney mehr als 50.000 Acres (rund 20.000 Hektar) Waldland in 15 Landkreisen des US-Bundesstaats North Carolina. Zu den bekanntesten Käufen gehört die Box Creek Wilderness in den Ausläufern der Blue Ridge Mountains. Das Gebiet umfasst rund 2.830 Hektar und gilt als ökologisch besonders wertvoll: Dort leben mehr als 130 seltene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Sweeney kaufte einen Großteil der Fläche für etwa 15 Millionen US-Dollar, nachdem frühere Entwicklungspläne infolge der Immobilienkrise gescheitert waren.
Die Landkäufe werden über eine Gesellschaft namens „130 of Chatham“ abgewickelt. Das Modell dahinter ist vergleichsweise einfach: Sweeney erwirbt Land, hält es über mehrere Jahre und übergibt es anschließend entweder an staatliche Behörden, verkauft es vergünstigt an staatliche Parks oder überträgt es an Naturschutzorganisationen.
Ein besonders großes Beispiel dafür ist eine Spende aus dem Jahr 2021: Damals überließ Sweeney rund 7.500 Acres (etwa 3.035 Hektar) im Gebiet der Roan Highlands der Naturschutzorganisation Southern Appalachian Highlands Conservancy. Die Übertragung gilt als größte private Landschenkung in der Geschichte des US-Bundesstaats North Carolina.
In jüngerer Zeit hat sich Sweeneys Strategie leicht verändert. Laut einem Interview mit der Zeitung The News & Observer seien die Grundstückspreise seit 2021 deutlich gestiegen, sodass neue Käufe schwieriger geworden seien. Stattdessen konzentriert er sich darauf, seine bereits erworbenen Flächen dauerhaft unter Schutz zu stellen. Dies geschieht über sogenannte „conservation easements“ oder ähnliche rechtliche Konstruktionen, die eine spätere Bebauung selbst bei einem Eigentümerwechsel dauerhaft ausschließen.
Mit einem geschätzten Vermögen von rund sechs Milliarden US-Dollar investiert Sweeney damit gezielt in den langfristigen Schutz von Naturflächen. Die Wälder sollen – so seine erklärte Absicht – unabhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen oder Eigentümerwechseln dauerhaft erhalten bleiben.
