Riot Games verkleinert das Entwicklerteam seines Fighting Games 2XKO. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung von Executive Producer Tom Cannon hervor. Die Entscheidung sei nach längerer interner Diskussion gefallen und solle dem Projekt einen nachhaltigeren Weg in die Zukunft ermöglichen.
Anpassung an Nutzerentwicklung
Als Begründung nennt Riot veränderte Rahmenbedingungen nach der Ausweitung des Spiels von PC auf Konsolen. Zwar habe sich rund um 2XKO eine engagierte Kern-Community gebildet, die allgemeine Dynamik habe jedoch nicht das Niveau erreicht, das langfristig ein Team in bisheriger Größe rechtfertige. Mit einer kleineren, fokussierten Mannschaft wolle man gezielt Verbesserungen umsetzen, darunter auch Punkte, die von der Community wiederholt eingefordert wurden. Konkrete Details dazu sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
E-Sport-Pläne bleiben bestehen
Unverändert bleiben laut Riot die Pläne für die 2XKO Competitive Series 2026. Das Unternehmen bekräftigt seine Unterstützung für Turnierveranstalter und lokale Communities. Der Fokus liege weiterhin darauf, bestehende Strukturen der Fighting-Game-Community (FGC) zu stärken, statt neue Parallelformate aufzubauen.
Unterstützung für betroffene Mitarbeitende
Tom Cannon betont in der Mitteilung, dass die Teamverkleinerung keine Bewertung der individuellen Leistung der beteiligten Entwicklerinnen und Entwickler darstelle. Riot habe sich verpflichtet, betroffene Mitarbeitende beim Übergang zu unterstützen – unter anderem durch interne Versetzungsmöglichkeiten sowie mindestens sechs Monate Kündigungsfrist und Abfindung, sofern ein Wechsel innerhalb des Unternehmens nicht möglich sei.
Ein Projekt mit langer Geschichte
Die Entwicklung von 2XKO begann bereits 2016, angekündigt wurde das Spiel erstmals 2019. In den folgenden Jahren durchlief es mehrere Testphasen, in denen auch grundlegende Gameplay-Änderungen vorgenommen wurden. Einige dieser Anpassungen stießen bei Teilen der Community auf Kritik, da frühere Versionen als zugänglicher oder stimmiger empfunden wurden.
Zum geplanten Start soll 2XKO mit rund zehn bis elf spielbaren Charakteren erscheinen, ergänzt um etwa fünf neue Figuren pro Jahr. Gleichzeitig wird das Free-to-Play-Modell des Spiels intensiv diskutiert: Kritische Stimmen verweisen auf umfangreiche Mikrotransaktionen, teils hochpreisige kosmetische Inhalte sowie technische Anforderungen wie einen Kernel-Level-Zugriff des Anti-Cheat-Systems.
Diskrepanz zwischen Reichweite und Entwicklung
Unabhängig davon konnte 2XKO in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus Akzente setzen. Das Spiel erzielte hohe Zuschauerzahlen bei Events wie der EVO, gehörte zeitweise zu den meistgespielten Titeln auf Konsolen und erreichte eine starke Präsenz in Streaming-Plattformen. Gleichzeitig wurde wiederholt eine geringe Marketing-Präsenz kritisiert.
Vor diesem Hintergrund stellen sich Teile der Community die Frage, warum ein Projekt mit fast zehn Jahren Entwicklungszeit, hoher Sichtbarkeit im E-Sport-Umfeld und guter Reichweite dennoch nicht die erhoffte wirtschaftliche Tragfähigkeit erreicht hat. Die aktuelle Umstrukturierung wird daher von vielen als Wendepunkt gesehen – mit offenem Ausgang.
Riot betont, dass die Arbeit an 2XKO fortgesetzt wird und weitere Informationen folgen sollen. Ziel sei es, dem Spiel langfristig eine stabile Perspektive zu geben.
