Das angekündigte mittelalterliche Rollenspiel Knight’s Path steht derzeit im Mittelpunkt einer hitzigen Online-Debatte. Auslöser war die Einführung einer neuen, heterosexuellen Romanzenoption für einen weiblichen Charakter. In der Community wurde daraufhin verstärkt nach zusätzlicher LGBTQ+-Repräsentation im Spiel gefragt.
Auf diese Nachfrage reagierten die Entwickler mit der Aussage: „We care about gaming and fun, not modern agendas.“ Diese Formulierung wurde von Teilen der LGBTQ+-Community als ablehnend gegenüber Diversität interpretiert. In der Folge riefen Kritiker in sozialen Netzwerken dazu auf, das Spiel zu boykottieren oder zu „canceln“.
Introducing Amelie, one of the female characters you can form a romantic relationship with in the game. https://t.co/mGp6me7tU5 pic.twitter.com/0MpmWcWDSu
— Knight’s Path (@Knights_Path) January 19, 2026
Zusätzlich kursieren seitdem manipulierte Screenshots aus dem Steam-Store, in denen unter anderem behauptet wird, das Spiel sei mit KI generiert worden oder das Entwicklerstudio habe Nutzerrezensionen gefälscht. Für diese Vorwürfe gibt es bislang aber keine bestätigten Belege.
Laut Entwickler wurden KI-Tools ausschließlich unterstützend eingesetzt, etwa für Rechtschreibprüfung, Textverfeinerung und frühes Brainstorming. Sämtliche Inhalte wie Gameplay, Grafik, Dialoge, Audio und Story wurden vollständig vom Entwicklerteam erstellt und manuell bearbeitet. Es gibt keine KI-generierten Inhalte im Spiel selbst und keine dynamisch erzeugten Inhalte während des Spielens.
Knight’s Path ist ein storygetriebenes Action-Rollenspiel in einer bodenständigen Low-Fantasy-Welt, die sich stark am Heiligen Römischen Reich orientiert. Spieler schlüpfen in die Rolle von Alryk, einem entehrten jungen Adligen, der alles verloren hat und sich sein Leben von Grund auf neu aufbauen muss.
Dabei entscheidet der Spieler, ob Alryk den ritterlichen Weg von Pflicht, Opferbereitschaft und Dienst an anderen einschlägt oder aus Eigennutz handelt und persönlichen Vorteil sucht. Entscheidungen prägen nicht nur Alryks Charakter, sondern auch seinen Ruf und die Reaktionen der Spielwelt.
Das Kampfsystem orientiert sich an Historischen Europäischen Kampfkünsten (HEMA) und setzt auf realistische Stellungen, präzises Timing, Positionierung, Parieren und Kontern. Schnelle Arcade-Mechaniken oder ausweichende Rollen gibt es nicht. Jeder Schlag und jede Bewegung ist bewusst und gewichtig.
Der Fortschritt ist eng mit dem Kampf verknüpft: Alryk beginnt als unerfahrener Kämpfer und entwickelt sich durch Übung, Scheitern und Anleitung langsam zu einem Meister. Animationen, Haltungen und Kampfstil verändern sich dabei sichtbar und nachvollziehbar.
Auch Rüstung folgt einem historischen und logischen System. Von einfacher Stoffkleidung über Gambesons bis hin zu nahezu undurchdringlicher Plattenrüstung ist jede Verbesserung spürbar. Gegner lassen sich anhand ihrer Ausrüstung und Haltung taktisch einschätzen.
Die Spielwelt ist handgefertigt und umfasst Dörfer, Wälder, Höhlen, Burgen, Herrenhäuser und die lebendige Stadt Eranthold. Spieler helfen der Bevölkerung, decken Intrigen und Geheimnisse auf, bekämpfen Banditen, Monster und erfahrene Ritter, nehmen an Belagerungen teil, treten einem von zwei Fraktionen bei und kämpfen in einem ritterlichen Turnier, das parallel zur Hauptgeschichte verläuft.
