Die Epstein-Files ziehen immer weitere Kreise und machen von Tag zu Tag mehr klar, wie groß der Einfluss von Jeffrey Epstein in den verschiedensten Branchen und elitären Kreisen wirklich war. Nun gibt es neue brisante Gerüchte die ihm nachsagen, dass er Geld über das In-Game-Gold von World of Warcraft transferiert und möglicherweise gewaschen zu haben.
Das Prinzip erscheint auf den ersten Blick simpel: Mit illegalen Mitteln gekauftes Spielgold wird über zahlreiche Accounts verschoben, bis die ursprüngliche Herkunft praktisch nicht mehr nachverfolgbar ist. Anschließend wird das Gold wieder gegen Fiatgeld verkauft, bereinigt von seinem Ursprung.
Belegt ist, dass Jeffrey Epstein einen World-of-Warcraft-Account besaß. Ebenso unstrittig ist, dass es in den 2000er-Jahren einen riesigen Schwarzmarkt für WoW-Gold gab. Was allerdings fehlt, sind offizielle Beweise: Weder Gerichtsakten noch Ermittlungen des US-Justizministeriums bestätigen, dass Epstein das Spiel tatsächlich zur Geldwäsche nutzte. Bis heute bleibt diese Behauptung eine Spekulation, die sich vor allem auf Indizien, zeitliche Überschneidungen und bekannte Schwächen digitaler Ökonomien stützt.
Brisanter wird das Thema aber durch die Verbindung zu Steve Bannon. Bannon leitete von 2005 bis 2007 das Unternehmen Internet Gaming Entertainment, das chinesische Niedriglohnarbeiter dafür bezahlte, World-of-Warcraft-Gold zu farmen und es an westliche Spieler weiterzuverkaufen. Berichten zufolge setzte das Unternehmen rund 60 Millionen US-Dollar um, finanziert unter anderem durch Investoren wie Goldman Sachs.
Virtuelle Güter wie In-Game-Währungen eignen sich grundsätzlich hervorragend für intransparente Geldbewegungen: Sie sind global, schwer regulierbar, schnell übertragbar und kaum standardisiert überwacht. Nach wenigen Transaktionen ist es nahezu unmöglich festzustellen, woher ein bestimmter Betrag ursprünglich stammt. Genau darin liegt der Kern der Theorie – nicht in einem belegten Verbrechen, sondern in der strukturellen Schwäche digitaler Systeme.
