Pyramida im Test – Ein entspannter Citybuilder mit Kniff

Pyramida Test
© igdb

Pyramida ist ein kleines, süßes Citybuild-Spiel mit Survival-Aspekten und hat mich aus diesem Grund besonders angesprochen. Die Pixel-Grafik überzeugte mich davon, dass ich bei diesem Spiel das typische Flair eines Indie-Spiels bekomme. Vom Spiel erwartete ich, dass ich mich bei einem gemütlichen Abend vor den Rechner setze und mein kleines Volk beim Wachsen und Arbeiten zusehen kann. Und genau das bekam ich auch. Pyramida schrie mich dabei wortwörtlich an – denn das Spiel hatte keine Lautstärkeregelung, was mir nach einem anfänglichen Ohrenbluten, dann doch nach und nach die harmonische Stille und Entspannung geboten hat, die ich suche. Ich habe das Spiel aus freien Stücken gekauft und getestet und habe kein Key oder eine andere Vergütung vom Hersteller bekommen. Ich habe versucht den Artikel möglichst Spoilerfrei zu verfassen, was mir möglicherweise aber nicht immer gelungen ist!

Das Spiel bot mir kein Tutorial an und so wurde ich ins kalte Wasser geworfen und schickte meine ersten Bewohner zum Holz und Gras sammeln. Es kam wie es kommen musste und meine aufstrebende Zivilisation verhungerte bereits am zweiten Tag. Ich habe schlichtweg nicht verstanden, wie man an Nahrung kommt. Ich musste also mehr herumstöbern und mich ausprobieren. Oben rechts erblickte ich dann einen Build-Bereich, der mir neue Möglichkeiten in Aussicht stellte.

Ich versuchte mich nun statt der Getreideproduktion auf die Produktion von Fleisch, weshalb ich mich an der Jagdhütte probierte. Dass man bei dem Spiel auch auf den Laufweg achten muss, um seine Versorgungsketten möglichst zeiteffizient zu gestalten, war mir bis dato unbekannt. Eine Unwissenheit, die mir später noch einmal das Genick brechen sollte. Doch trotz Jagdhütte nagte ich erneut am Hungertuch, weil der Jäger aus mir unbekannten Gründen es einfach nicht geschafft hat, einen Hirsch zu erlegen. Trotzdem schaffte ich es mich durchzuschlagen – zumindest, solange, bis die Nacht eintrifft. Durch die Nacht und die Monster kamen noch weitere Probleme hinzu. Auch dagegen ist die Jagdhütte ein Must-have, um dein aufstrebendes Imperium vor diesen zu beschützen. Leider besteht keine Möglichkeit, die Einheiten zu steuern – zumindest nicht direkt.

Es ist zwar möglich zu befehligen, wohin sie laufen sollen, aber was sie dort machen, ist dem Zufall überlassen. Das Befehligen der Einheiten, wie man es aus Age of Empires, WarCraft oder StarCraft kennt, ist hier also nicht anwendbar. Der Ehrgeiz und die Sucht in meinen Adern packte mich und so startete ich den dritten Versuch, mit der Intension, alle meine Anfängerfehler zu korrigieren und dem Spiel keine weitere Chance zu geben, über mich zu siegen. Der dritte Versuch lief tatsächlich deutlich runder und ich schaffte es neue Gebäude zu bauen. Dieses Mal bemerkte ich, dass die Büsche auf der Landfläche mit Beeren geschmückt waren, die man für Nahrung einsammeln konnte.

Dieser Versuch löste bei mir einen wahrlichen Lauf aus und alles funktioniere plötzlich wie am Schnürchen. Ich habe meine Nahrungsversorgung auf die Reihe bekommen und schaffte es nun meinen Fokus auf das Ausbauen meiner Siedlung zu setzen. Ich erwähnte bereits, wie wichtig in diesem Spiel die Laufwege sind und im Grunde steht und fällt deine Siedlung mit einer guten Nahrungsversorgung. Zweimal am Tag und zweimal in der Nacht wollen die Bewohner etwas zu essen, was mit steigender Bewohnerzahl natürlich umso schwieriger wird zu gewährleisten. Aber neben der Nahrungsversorgung ist auch die Produktion von Werkzeugen ein wichtiger Aspekt. Mittlerweile habe ich es geschafft, eine Nahrungsversorgung über Getreide und Brot aufzubauen, die jedoch in einer Nacht von Monstern zunichtegemacht wird, indem sie meine Bauern töteten. Bei einem weiteren Versuch schützte ich die Bauern mit Stadtmauern, doch dann kam urplötzlich ein Komet vom Himmel, der auch diesen Versuch scheitern ließ.

Weitere Fehlversuche, das Löschen von Spielständen und weitere Fehlversuche brachten mich langsam an meine Grenzen. Doch meine Technik, alles möglichst eng und geklumpt zu bauen, schien aufzugehen. Keine Laufwege und keine dusseligen Bewohner, die abseits des Dorfes Dinge einsammeln, damit sie ein Monster in der Nacht unbehelligt töten kann.

Ich habe es schließlich geschafft, meine Siedlung vor jeglichen Gefahren zu schützen. Monster, Hunger oder den Kometen und freute mich, dass ich mich nun endlich auf das stürzen kann, was ich von dem Indie-Titel eigentlich erwartet habe: Gemütliches Aufbauen meiner Stadt, Wirtschaften, Ressourcen sammeln und mein Imperium zu führen. Doch als ich schließlich den Kniff raus hatte, neigte sich das Spiel langsam aber sicher dem Ende zu. Denn die Ressourcen auf der Karte gingen aus und nach rund neun Stunden, habe ich das Spiel durchgespielt.

Mir bleibt also abschließend zu sagen, dass das Spiel mir persönlich mehr Spaß gemacht hat, als es schwer war, wie wenn ich alle Hürden gemeistert habe. Pyramidia lädt durch seine Grafik zu einem gemütlichen Abend ein, schöpft dabei sein Potenzial jedoch nicht komplett aus, wie ich finde. Abwechslung und Ehrgeiz befriedigt das Spiel aber alle Mal. Wer also auf der Suche nach einem kniffligen Aufbauspiel ist und ein Faible für das Gestalten von Versorgungsrouten hat, wird mit diesem Spiel sicherlich viel Freude haben. Der Wiederspielwert ist leider gering, da es im Prinzip nur diesen einen Weg zum Ziel gibt und sobald man diesen kennt, jegliche Schwierigkeit beim Spielen wegfällt. Errungenschaften oder Aufgaben wie „Produziere kein Brot“, „Verliere keinen Bewohner“ oder „Töte eine bestimmte Anzahl Monster in einer bestimmten Zeit“ würden dem Spiel noch mehr Abwechslung geben. Ich finde grundlegend die Möglichkeiten, die das Spiel bietet zu gering, aber für seine drei Euro ist das Spiel wirklich mehr als ich überhaupt erwartet hätte.

Mich hat das Spiel sehr angesprochen und vor allem der Publisher Sokpop Collective verfolgt ein interessantes Konzept. Das Studio aus einer Handvoll Leuten bietet ein Subscription-Modell an und verspricht jeden Monat ein Spiel zu releasen, wenn man für drei Euro eine Subscription abschließt. Aus diesem Grund sollte man nicht zu viel von einem Spiel wie Pyramida erwarten. Ich bin der Meinung, dass man für drei Euro hier ein wirklich tolles Spiel bekommt, was für Groß und Klein gleichermaßen geeignet ist.

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Mein Name ist Lukas Mehling, aber online kennt man mich wohl eher als MuSc1. Ich bin der Gründer und Betreiber von gamerliebe.de. Auf meinem Blog geht es vorrangig um das Thema Selbstständigkeit, Arbeiten und Geld verdienen in der Gaming-Branche. Dabei fokussiere ich mich vor allem auf die Gaming-Branche und Aktien von Videospiel-Unternehmen.

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