Aktuell sorgt ein weit verbreiteter Videocodec für Schlagzeilen: HEVC. Und dieser Fall betrifft gleich mehrere große Namen, darunter ASUS und Acer und der Grund dafür ist Nokia.
Hintergrund ist, dass Nokia zahlreiche Patente im Bereich Videokompression besitzt. Dazu gehört auch der Codec HEVC (High Efficiency Video Coding), der inzwischen auf nahezu jedem PC zum Einsatz kommt. Hersteller müssen daher eine entsprechende Lizenz erwerben, um ihre Geräte legal mit dieser Technologie auszustatten. HEVC ist heute faktisch Standard – umso überraschender ist es, dass zwei große Hersteller offenbar keine gültige Lizenz vorweisen konnten.
Wie Hardwareluxx berichtet, wurden ASUS und Acer in Deutschland wegen Patentverletzung verurteilt. Die Konsequenz: Beide Unternehmen dürfen vorerst keine neuen PCs oder Laptops mehr in Deutschland verkaufen oder importieren, bis eine entsprechende Lizenzvereinbarung mit Nokia abgeschlossen ist.
Ein vollständiger Rückzug vom deutschen Markt bedeutet das jedoch nicht. Drittanbieter und Händler dürfen ihre bestehenden Lagerbestände weiterhin verkaufen. Lediglich der Vertrieb neuer Ware ist bis zur Klärung der Situation untersagt.
Die naheliegendste Lösung wäre der Erwerb einer Lizenz. Ein ähnlicher Fall betraf kürzlich Hisense, das sich im vergangenen Monat eine entsprechende Lizenz gesichert hat. Ob ASUS und Acer noch technische oder wirtschaftliche Hürden klären müssen oder die Lizenzgebühren für den deutschen Markt als unverhältnismäßig ansehen, bleibt derzeit offen.
