Games als Wachstumstreiber: Netflix möchte eigene Spiele entwickeln

Netflix Gaming
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Die letzten Quartalszahlen von Netflix vielen weniger gut als von den Analysten und Aktionären erhofft aus. Es kamen weniger neue Abos dazu. Und obwohl Netflix am Ausbau der Plattform arbeitet, zum Beispiel mehr Merchandise, mehr Kinderserien und hochklassische Regisseure wie Steven Spielberg bietet, will der Streamingdienst in anderen Bereichen angreifen, um weiter auf anderen Ebenen zu wachsen. Streaming Dienste wie Disney+ oder HBO bleiben weiterhin weit abgeschlagen.

Das Entwickeln von Videospielen soll die Lösung sein. Kein geringerer als Mike Verdu ist bereits von Netflix angeheuert worden, damit er die Leitung des neuen Vorhabens übernimmt. Verdu hat bereits für Electronic Arts an mobilen Spielen wie Sims, Plants vs. Zombies und dem Star Wars Franchise mitgewirkt. Sogar als Chief Creative Officer für Zynga war er tätig. In den nächsten Monaten baut Netflix sein Gaming-Team aus.

Mit diesem Schritt macht Netflix den größten Entwicklern der Branche massive Konkurrenz. Sehr viel Geld, viele zahlende User und somit ein breites Aufgebot einer bereits vorhandenen Community könnten für einen großen Durchbruch sorgen. Aber zu bedenken ist auch, dass Geld alleine keine guten Spiele programmiert. So erlebt zum Beispiel Amazon mit ihrem Studio immer wieder Rückschläge.

Netflix hat sehr gute Erfahrungen mit der Verfilmung von Videospielen gemacht. Es ist also denkbar, dass sie auch weiterhin diese Erfahrungen nutzen, um Spiele nicht nur auf Konsole, dem PC und dem Smartphone zu bringen, sondern ebenso als Verfilmung in ihrer Mediathek. Auch die Einnahmen können dadurch steigen. Mit einem zusätzlichen Aboangebot könnte zum Beispiel Netflix seinen Kunden spezielle Keys oder kosmetische Inhalte für die eigenen Spiele anbieten.

Vor allem Fortnite ist dem Unternehmen ein kleiner Dorn im Auge. Co-Chief Executive Officers Reed Hastings und Ted Sarandos haben in einem Interview mit Analysten das Spiel als einen wichtigen Konkurrenten genannt, weil sehr viele Menschen in diesem Spiel ihre Freizeit verbringen. Es ist wichtig, dass Netflix sich mit der Videospielbranche vergleicht, weil Microsoft, Sony, Activision Blizzard und auch allem Voran Fortnite sich um die Zeit der Menschen streitet. Jeder möchte erreichen, dass so viele Menschen wie möglich Zeit in ihrem Spiel bzw. ihren Communitys verbringen. Vor allem das Battle Royal von Epic Games ist mit den Jahren mehr und mehr zu einem Entertainment Produkt geworden. Besondere Events wie Konzerte im Spiel oder Kooperationen mit großen Filmstudios. Auch Call of Duty fährt die Strategie, dass sie immer wieder neue Waffen und Map-Patches bringen, um die Spielzeit der Userbase zu erhöhen.

Ich selbst bin mit einer kleinen Position in Netflix investiert, wie auch in Disney mit einer größeren Summe. Leider hat Disney über die Jahre dem Gaming-Markt komplett den Rücken gekehrt und benutzt seine Star Wars und Marvel-Lizenzen um indirekt aus dem Gaming-Markt Profit zu schlagen. Disney hat ebenso versucht öfters im Gaming-Markt mit eigenen Produktionen zu glänzen, wie Eingangs aber bereits erwähnt, kann Geld alleine nicht gute Spiele releasen.

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