Aktien Anlagestrategie
© Pixabay / Audy0073

Man sollte sein Depot nicht mit einem Wirrwarr aus verschiedenen Aktien zusammenstellen, sondern jede Aktie sollte einen bestimmten Grund haben, warum man eben in ein bestimmtes Unternehmen investiert. Um eben die verschiedenen Strategien zu kennen, werde ich euch eine kleine Übersicht von Investorentypen aufzeigen und ich hoffe, dass ihr eine Art für euch entdecken könnt. Jede Strategie hat seine Vor- und Nachteile und dennoch wird in meinen Augen eine Growth-Strategie von den meisten Menschen – die etwas Ahnung haben – verfolgt. Bevor wir zum Beitrag kommen lest euch die Beiträge zum Thema eine Aktie kaufen und wie man eine Aktie bewertet an.

 

Die Sicherheit

Die wohl langweiligste Anlagestrategie, aber eben auch deshalb die sicherste. Bei dieser Technik schaut man sich Unternehmen an, die bereits über Jahrzehnte erfolgreich sind und eben am Zenit sind. Coca-Cola, MC Donalds, Nike, Microsoft, Apple oder von denen man denkt, dass sie nicht pleitegehen werden – Facebook, Amazon, Alphabet oder Johnson & Johnson. Da diese Anlagen als besonders sicher gelten, sollte man hier investieren, wenn man einfach nicht mit fallenden Kursen an der Börse umgehen kann und man sich einfach zurücklehnen will oder nicht wirklich Lust hat die Märkte aktiv zu verfolgen. Wenn man eine 5-Stellige-Summe auf diese Unternehmen aufteilt, hat man ein Sparbuch was zwar eine verhältnismäßig kleine Rendite fährt, aber immerhin Rendite fährt und eben auch durch Dividende hin und wieder ein bisschen Geld abwirft.

 

ETFS 

Ein ETF ist ein Aktienfonds, also eine Zusammensetzung von verschiedenen Aktien. Das können sehr breit diversifizierte sein – also viele Aktien breit angelegt – oder auf wenige beschränkt sein. Je mehr Streuung dieser Fond hat, desto sicherer ist er. Dafür ist dein Kapital natürlich auch sehr verstreut und kann sich vermutlich eher langsam steigern. Ich habe auch einige ETFs in meinem Besitz. Mein Ziel war es mit diesen alle Kontinente abzudecken.

So gibt es zum Beispiel Fonds die alle stabilen Unternehmen in Europa beinhalten, andere welche die rein auf amerikanische Unternehmen setzen, andere in Asien investieren. Ebenso gibt es den MSCI World ETF, der sehr breit aufgestellt ist und ausschließlich in sichere Unternehmen auf dem gesamten Globus investieren.

Ein ETF ist ein passiv verwalteter Fond und deshalb unschlagbar günstig im Vergleich zu den sog. aktiv verwalteten Fonds. Ein aktiv verwalteter Fond hat immer einen Fondsmanager, der natürlich saftige Boni aus eurem Kapital heraus zieht und somit eure Rendite drückt. Ein ETF, der den Dow Jones abbildet, kauft exakt die Werte des DJ nach und entwickelt sich entsprechend genauso wie dieser. Ich empfehle deshalb unbedingt nach ETFs Ausschau zu halten und auf keinen Fall in aktiv gemanagte Fonds zu investieren! Diese sind einfach viel zu teuer und nicht rentabel in meinen Augen.

Der ETF Global Titan 50 von iShares ist meiner Meinung nach einer der besten ETFs auf dem Markt. Er investiert in die 50 stärksten Unternehmen in der Welt. Dieser ETF ist zu 80 Prozent in den USA investiert, deckt also im Großen und Ganzen die amerikanische Wirtschaft ab. Andere gute ETFS sind der Eurostoxx 50, der die europäische Wirtschaft abdeckt, der MSCI World, der die Weltwirtschaft abdeckt oder der Nasdaq-ETF, der die Tech-Branche der USA abdeckt.

Bei ETF gibt es auch noch einige weitere kleinere Sachen zu beachten. Die laufenden Kosten, ob er ausschüttend oder thesaurierend ist, wie groß das Volumen ist und wo sein Fondsdomizil ist. Die laufenden Kosten sollten so gering wie möglich sein. Diese sollten unter 0,5 Prozent liegen. Das Volumen sollte natürlich so groß wie Möglich sein. Je kleiner das Volumen eines Fonds ist, desto höher fährt man mit dem Risiko, dass er pleite geht, weil zum Beispiel größere Investoren ihr Geld rausnehmen. Ausschüttend und thesaurierend bedeutet, ob der ETF deine Rendite wieder reinvestiert (thesaurierend) oder dir Geld, ähnlich wie Dividenden, ausschüttet.

Das Fondsdomizil erkennst du daran, mit welchem Länderkürzel die ISIN beginnt. Beim Global Titan 50 ist es DE, weshalb dieser Fond – wenn es um seine Besteuerung geht – sehr einfach ist. Manche ETFs sind beispielsweise in Luxemburg (LU) gelistet. Dennoch können sie in der Besteuerung gleich wie ein DE-ETF sein. Ob ein ETF in seiner Besteuerung einfach ist, kann ich selbst nicht sehr gut erklären. Lest euch zum Thema den Beitrag von Homemade-Finance durch!

 

Das Risiko 

Diese Art von Anleger möchte in kleine Unternehmen investieren, über die möglichst wenig bekannt ist und pokert darauf, dass diese durch die Decke gehen werden. Es gibt ebenso Hebelprodukte, die eben sehr viel Gewinn bringen können, aber auch einen hohen Verlust mit sich ziehen. So kann man ein Unternehmen Shorten – wie es im Fachjargon heißt – und darauf spekulieren, dass das Unternehmen stark fällt. Ist das erreicht, macht man eine Menge Profit. Steigt es hingegen, wird man hohe Verluste fahren.

Diese Art von Personen mit dieser Anlagestrategie begrüße ich auf meinem Blog sehr, aber nur damit ich sie zum Umdenken bewegen kann. Die Geduld an der Börse ist das, was sich auf lange Sicht auszahlt und wer auf Trading steht, ist auf meinem Blog falsch und wird hier auch Nichts von verstehen. Ich selbst bin kein Spekulant, weshalb ich auch keine Tipps auf diesem Gebiet geben kann und werde.

Risiko ist ein sehr schwammiger Begriff, weshalb es wichtig ist, das Chancen-Risiko-Verhältnis abzuwägen. Und Risiko ist berechenbar. Anhand einer richtigen Aktienanalyse, einen Blick auf die Bilanzen und Zahlen ist es möglich genau zu wissen, woran man bei einem Unternehmen ist.

 

Dividenden Strategie

Die Dividenden-Strategie ist äußerst beliebt bei einfachen Leuten um sich einen Nebenverdienst oder eben bei Rentnern, um ihre Rente aufzustocken. Denn hierbei kann man bereits mit wenig Kapital sehr gute Erlöse erzielen. Nebenbei 50 Euro zu verdienen, ohne einen Handschlag mehr zu machen? Klingt doch gut oder? Es ist hierbei zu beachten, dass eine hohe Dividendenrendite zwar auf den ersten Blick sehr schön ist, doch man sollte auch das Unternehmen dahinter beachten!

Dividenden Aristokraten sind Unternehmen die seit Jahrzehnten ihre Dividende ohne Unterbrechung erhöhen. Das heißt, dass sie jedes Jahr immer etwas größer werden und eben auch euch mehr zurückgeben können. Ich denke, dass man sich eher diese Unternehmen zum Investieren anschauen sollte und Aktien wie Pro7Sat1 Media die eine hohe Dividende haben, jedoch ein Geschäft bedienen, was sich auf einem absteigenden Ast befindet. Auch Unternehmen wie Telefonica (O2 und E Plus) wirken auf den ersten Blick mit einer Dividendenrendite von rund 14 Prozent äußerst lukrativ, jedoch ist auch dieses Unternehmen sehr instabil und fällt und steigt stetig.

Gegen eine Dividendenstrategie sprechen doch auch ein paar kleinere Dinge. Erstens müssen auf Dividenden Steuern gezahlt werden, was wiederum euer Kapital mindert was ihr zur Verfügung hättet. Das Gute an Dividenden ist auch gleichzeitig eine große Schwäche. Denn das Geld, was das Unternehmen an die Aktionäre ausschüttet, könnte es selbst besser investieren, um noch weiterzuwachsen. Stellt euch ein verhältnismäßig kleines Unternehmen wie CD Projekt würde mehr Dividenden ausschütten als es, das jetzt tut.

Und statt einer Million Dollar würde es 10 Millionen Dollar ausschütten, also von sich selbst weg nehmen. Diese 10 Millionen Dollar könnte es aber, als kleines Unternehmen sehr gut gebrachen um eben noch bessere Produkte zu entwickeln, um noch schneller zu steigen. Dividenden sind also Wachstumskiller – vor allem für kleine Unternehmen. Darin liegt eben auch der Unterschied zwischen einer Growth-Stategie und einer Dividenden-Strategie. Unternehmen wie MC Donalds und Coca-Cola, die nicht mehr so viel Wachstum haben gelten, als sicher und können deshalb auch tolle Dividenden zahlen.

 

Growth-Strategie

Den Unterschied zwischen einer Dividenden- und Growth-Strategie habe ich ja bereits eben erklärt. Unternehmen wie Amazon, Facebook, Netflix oder Alphabet gelten als absolute Growth-Aktien, obwohl sie bereits so wertvoll sind, so wachsen sie noch immer stärker als andere. Diese Unternehmen zahlen eben keine Dividende, weil sie alle ihre Gewinne direkt reinvestieren für neue Geschäftsfelder, Produkte oder Zukäufe von anderen Firmen. Das Ziel hinter diese Strategie ist es eben ein Unternehmen zu kaufen, für mindestens sieben Jahre zu halten und darauf setzen, dass sie Jahr für Jahr steigen.

Sie zahlen keine Dividenden, das heißt, dass 100 Prozent eures eingesetzten Kapitals in die Firma reinvestiert wird und nicht Vaterstaat seine Hand aufhält. Diese Unternehmen sind noch relativ jung und benötigen eben jeden Cent um ihre Stellung halten zu können. Sicherlich werden diese Unternehmen auch eines Tages Dividenden zahlen, doch der Gewinn soll eben von der Wertesteigerung kommen. Über Jahre angelegtes Geld was das Unternehmen wieder vermehrt und in sich investiert ist nach einem Jahrzehnt deutlich mehr wert. Man kann seine Erträge also dann aus kleineren Teilverkäufen beziehen. Diese Altien Anlagestrategie ist die beliebteste, vor allem für junge Leute unter 30 Jahren.

 

Meine Strategie

Meine Aktien Anlagestrategie ist eine Mischung aus Dividenden und Growth-Aktien. Mit diesen Dividenden versuche ich mir einen kleinen Nebenverdienst aufzubauen und reinvestiere das erwirtschaftete Geld wiederum in andere Aktien, die zu jenem Zeitpunkt günstig sind. Die Musterbeispiele für meine Strategie sind Unternehmen wie Microsoft, Nike, Pepsi und SAP. Sie alle zahlen eine ganz gute Dividende und haben noch sehr viel Luft nach oben. Das Cloud- und Gamingeschäft von Microsoft, Nike in den Schwellenländern, Pepsi die sich immer mehr Marken wie Rockstar Energy, Mountain Dew, Lays oder Sodastream unter den Nagel reißen und SAP als das wertvollste deutsche Unternehmen, die in ihrem Bereich führend sind und von immer mehr Unternehmen genutzt werden.

Außerdem investiere ich nur in Unternehmen, die ich selbst kenne und deren Geschäftsfeld ich kenne. Bei Activision Blizzard beispielsweise weiß ich exakt wie gut das Unternehmen in der Branche dasteht und kann durch Insider-Informationen sehr gut abwägen, wann ein Punkt zum Kaufen erreicht ist.