Das gemütliche Schneiderspiel Dressmaker hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem viralen Erfolg entwickelt. Hinter dem Spiel steckt allerdings eine deutlich persönlichere Geschichte, als es der erste Blick auf das entspannte Gameplay vermuten lässt.
In Dressmaker führen Spieler ihr eigenes Schneidergeschäft. Sie wählen Stoffe aus, schneiden Schnittmuster zu, nähen einzelne Teile zusammen und verzieren anschließend ihre fertigen Kleidungsstücke. Seit der Veröffentlichung am 21. September teilen Spieler zahlreiche aufwendige Kreationen, darunter Kleider, die von berühmten Kunstwerken wie der Mona Lisa oder Vincent van Goghs Sternennacht inspiriert sind.
Entwickelt wurde das Spiel von Cozy Lives, bestehend aus Jonathan Hau-Yoon und seiner Frau Sabrina Becker. Die Idee zu Dressmaker entstand ursprünglich jedoch nicht mit dem Ziel, einen erfolgreichen Steam-Titel zu entwickeln. Vielmehr sollte das Projekt Becker ermöglichen, ihrer Leidenschaft für das Nähen zumindest virtuell wieder nachzugehen.
Becker begeistert sich bereits seit vielen Jahren für das Schneidern. Zu ihrem ersten Date mit Hau-Yoon trug sie sogar ein selbst angefertigtes Kleid. Ursprünglich wollte sie professionell im Bereich Kostümdesign arbeiten. Eine Diagnose mit dem hypermodalen Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) machte diese Pläne jedoch schwieriger. Die Erkrankung betrifft das Bindegewebe und kann unter anderem zu instabilen Gelenken, Schmerzen und starker Erschöpfung führen.
Gemeinsam entwickelten Becker und Hau-Yoon deshalb Dressmaker. Das Spiel sollte ihr die Möglichkeit geben, den kreativen Prozess des Schneiderns auf eine andere Weise weiterzuführen. Becker ist dabei nicht nur Inspiration für das Projekt, sondern arbeitet aktiv an der Entwicklung mit. Ihre Erfahrung fließt unter anderem in die Gestaltung und Auswahl der Kleidungsstücke, die Ästhetik sowie das Playtesting ein.
Aus dem persönlichen Projekt entwickelte sich schließlich ein überraschender Erfolg. Ein TikTok-Video zum Spiel erreichte rund 500.000 Aufrufe, während ein kostenloser Prototyp innerhalb von zwei Monaten etwa 100.000 Mal heruntergeladen wurde. Schon vor der Veröffentlichung landete Dressmaker zudem auf rund 400.000 Steam-Wunschlisten.
Damit ist Dressmaker nicht nur ein erfolgreiches Cozy Game, sondern auch ein Beispiel dafür, wie aus einer sehr persönlichen Idee ein Spiel entstehen kann, das schließlich Hunderttausende Menschen erreicht.
