Mit einem rund 30-minütigen Gameplay-Trailer hat Microsoft einen ausführlichen Einblick in das kommende Rollenspiel Fable gegeben. Die Neuauflage der traditionsreichen Reihe soll nicht nur die Fantasy-Welt Albion modernisieren, sondern vor allem durch ein weitreichendes Reaktionssystem, tiefgehende Charakterinteraktionen und zahlreiche Freiheiten für die Spieler überzeugen. Im Zentrum steht dabei die Idee, dass nahezu jede Entscheidung sichtbare Konsequenzen nach sich zieht.
Die Spielwelt wird laut den Entwicklern von mehr als 1.000 handgefertigten und vollständig vertonten NPCs bevölkert. Hunderte Dialoge mit verzweigten Antwortmöglichkeiten sowie über zwei Stunden Performance-Capture-Zwischensequenzen sollen die Grundlage für die Geschichte bilden. Anders als viele Rollenspiele setzt Fable dabei nicht auf ein einfaches Gut-und-Böse-System. Entscheidungen können moralisch vielschichtig ausfallen, und selbst freundliche Handlungen werden nicht zwangsläufig von allen Bewohnern positiv aufgenommen. Jeder NPC soll die Taten des Spielers individuell bewerten, während sich Gerüchte und Meinungen innerhalb von Städten und Dörfern verbreiten.
Ruf als zentrales Spielelement
Eine Schlüsselrolle übernimmt das sogenannte „Reputation Cloud“-System. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Eigenschaften und Begriffen, für die die Spielfigur in einer Region bekannt ist. Spieler können ihren Ruf jederzeit auf der Karte einsehen und verfolgen, wie sie von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Die Auswirkungen reichen dabei weit über einzelne Dialoge hinaus. Dorfbewohner erinnern sich an frühere Begegnungen, reagieren auf das Verhalten des Spielers und berücksichtigen dessen gesellschaftlichen Ruf bei zukünftigen Interaktionen.
Auch wirtschaftliche Aspekte werden von diesem System beeinflusst. Händler und Ladenbesitzer besitzen eigene Vorlieben und Abneigungen. Während einige wohlhabende Kunden bevorzugen, stehen andere ihnen kritisch gegenüber. Dadurch können sich Preise individuell verändern. Im Extremfall verlangen Händler deutlich höhere Preise von Spielern, die sie nicht mögen. Selbst das Begleichen von Kopfgeldern oder Strafen löscht einen schlechten Ruf nicht automatisch. Wer sein Ansehen gezielt verbessern möchte, kann dies gegen Bezahlung über einen Stadtausrufer versuchen.
Häuser, Geschäfte und Beziehungen
Der Gameplay-Trailer zeigte außerdem ein umfangreiches Wirtschafts- und Eigentumssystem. Mit genügend Gold sollen Spieler praktisch jedes Haus und nahezu jedes Geschäft in Albion erwerben können. Nach dem Kauf eines Unternehmens lassen sich Preise, Löhne und Personal verwalten. Jeder Angestellte verfügt über individuelle Eigenschaften, die sich direkt auf den Geschäftserfolg auswirken können. Gleichzeitig können auch gewöhnliche NPCs von der Straße angeworben und beschäftigt werden.
Auch Wohnraum spielt eine wichtige Rolle. Häuser können gekauft, vermietet oder selbst bewohnt werden. Spieler dürfen Mieten festlegen, Mieter verwalten oder diese sogar aus ihren Wohnungen werfen. Solche Entscheidungen bleiben jedoch nicht folgenlos und beeinflussen den eigenen Ruf innerhalb der Spielwelt. Neben kleineren Häusern stehen auch größere Anwesen und Villen zum Erwerb bereit.
Umfangreich fallen zudem die Möglichkeiten zur Charaktergestaltung aus. Schneidereien, Friseure, Tattoostudios und weitere Einrichtungen bieten zahlreiche Anpassungsoptionen, die sich je nach Region unterscheiden können. Zusätzlich lassen sich seltene Kleidungsstücke in gefährlicheren Teilen Albions entdecken. Über ein Garderoben-System können unter anderem Körperbau, Hautfarbe, Kleidung und Frisuren verändert werden. Im Spielmenü behalten Spieler außerdem den Überblick über ihre Besitztümer, Beziehungen und ihren Ruf.
Auch zwischenmenschliche Beziehungen sollen erneut einen wichtigen Bestandteil des Spiels bilden. Wer die bevorzugten Eigenschaften eines NPCs erfüllt, kann romantische Beziehungen aufbauen, Verabredungen erleben, heiraten und eine Familie gründen. Gleichzeitig können Beziehungen scheitern oder Ehen geschieden werden, wenn sich das Verhalten des Spielers negativ auf die Partnerschaft auswirkt.
Verbrechen, Kampf und Veröffentlichung
Wie bereits frühere Serienteile erlaubt auch das neue Fable unterschiedliche Spielstile. Spieler können als Held auftreten oder bewusst einen kriminellen Weg einschlagen. Straftaten wirken sich auf den Ruf aus, ziehen die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich und können zur Aussetzung eines Kopfgelds führen. Sicherheitskräfte erhalten Unterstützung, solange sich der Spieler im betroffenen Gebiet aufhält, wodurch eine Flucht zunehmend schwieriger werden kann.
Im Kampf setzt das Rollenspiel auf die Kombination der klassischen Attribute Stärke, Geschicklichkeit und Magie („Will“). Waffen, Fähigkeiten und magische Kräfte lassen sich individuell kombinieren, um unterschiedliche Spielstile zu ermöglichen. Ergänzt wird dies durch einen dynamischen Tag-Nacht-Wechsel, bei dem sämtliche NPCs eigenen Tagesabläufen folgen und so für eine lebendigere Spielwelt sorgen sollen.
Die Welt von Albion besteht aus insgesamt sechs großen Regionen. Im gezeigten Gameplay stand die ländliche Region Oakshire im Mittelpunkt, die einen ersten Eindruck von der offenen Spielwelt vermittelte. Die Veröffentlichung von Fable ist für den 23. Februar 2027 auf PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC geplant.
