Sony arbeitet an einer neuen KI-Technologie, die Spielern helfen soll, wenn sie in einem PlayStation-Spiel feststecken. Ein kürzlich veröffentlichtes Patent beschreibt ein System namens „Ghost Player“, bei dem eine KI-gesteuerte Version der eigenen Spielfigur bestimmte Abschnitte eines Spiels übernimmt oder Lösungen demonstriert.
Der Spieler könnte demnach eine Art KI-„Geist“ herbeirufen, der entweder zeigt, wie ein Rätsel oder eine Passage zu lösen ist, oder diese komplett selbst abschließt. Das Patent wurde bereits im September 2024 eingereicht, nun aber erst durch einen internationalen Statusbericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum öffentlich bekannt.
Konkret nennt das Patent zwei Varianten: Im sogenannten „Guide Mode“ zeigt eine KI-Figur – etwa Nathan Drake in einem Uncharted-Spiel – Schritt für Schritt, wie ein Rätsel gelöst wird. Der Spieler kann die Lösung anschließend selbst umsetzen. Im „Complete Mode“ übernimmt die KI den Abschnitt vollständig und schließt ihn automatisch ab.
Hilfssysteme in Spielen sind nichts Neues. Viele Titel bieten heute die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad zu senken, Kämpfe zu überspringen oder Hinweise bei Rätseln zu aktivieren. Gerade Puzzle-Spiele setzen häufig auf optionale Tipps für festgefahrene Spieler.
Allerdings standen einige neuere Sony-Spiele wie God of War Ragnarök auch in der Kritik, zu viel Hilfestellung zu geben. NPC-Begleiter sollen dort teilweise schon sehr früh laut Hinweise zur Lösung von Rätseln liefern, was manchen Spielern das Gefühl von Eigenleistung nimmt.
Laut Patent soll sich der Ghost Player deutlich davon unterscheiden. Die zugrunde liegende KI würde nicht auf vorab festgelegten Entwickler-Inputs basieren, sondern aus vorhandenem Spielmaterial lernen. So könnte sie flexibel auf unterschiedliche Spielsituationen reagieren.
Das System wirkt wie eine Weiterentwicklung der PS5-Funktion „Game Help“, die zum Start der PlayStation 5 eingeführt wurde. Diese ermöglicht es, direkt im Spiel über Karten Hinweise, Bilder oder Videos aufzurufen – ohne externe Guides auf Smartphone oder Tablet. Besonders Trophäenjäger schätzen diese Funktion, auch wenn sie bislang nur von wenigen Spielen unterstützt wird.
Trotzdem ist Vorsicht geboten: Es gibt aktuell keinerlei Hinweise darauf, dass Sony diese Technologie tatsächlich in zukünftigen Spielen oder Konsolen einsetzen wird. Patente dieser Art werden häufig angemeldet, ohne jemals in einem Produkt zu landen.
Unabhängig davon zeigt das Patent einen klaren Trend: KI-gestützte Spielhilfen gewinnen branchenweit an Bedeutung. Microsoft stellte im vergangenen Jahr etwa „Copilot for Gaming“ vor – einen KI-Assistenten, der Spieler coachen, Fragen beantworten und sogar Spiele installieren kann.
Als Beispiele demonstrierte Microsoft unter anderem, wie ein Minecraft-Spieler die KI nach Verwendungsmöglichkeiten für Holz fragt oder wie ein Nutzer per Xbox-App darum bittet, Age of Empires IV erneut zu installieren und gleichzeitig eine Zusammenfassung seines letzten Spielstands zu erhalten.
Quelle: VGC
