Die Hinweise auf eine dritte große Erweiterung für The Witcher 3: Wild Hunt verdichten sich zunehmend. Was lange wie ein Wunschtraum klang, wird inzwischen von mehreren Seiten gestützt: IGN Poland, polnische Brancheninsider und Analysten gehen übereinstimmend davon aus, dass sich seit Jahren ein umfangreiches neues Projekt rund um Witcher 3 in Entwicklung befindet. Laut diesen Berichten handelt es sich nicht um ein kleines Add-on, sondern um ein DLC auf dem Umfangsniveau von Blood & Wine, das als erzählerische Brücke zur kommenden neuen Saga dienen soll.
Auslöser der aktuellen Diskussionen ist unter anderem ein Analystenbericht von Noble Securities, der für 2026 mit einer Rückkehr ins Witcher-Universum rechnet – entweder in Form eines klassischen DLCs oder eines eigenständig spielbaren Titels im Stil von „Miles Morales“. Ziel sei es, mit einem frischen Erlebnis rund 11 Millionen Verkäufe zu erzielen, was nur mit neuen Inhalten und einem deutlich anderen Setting realistisch erscheint. Genau hier greifen ältere Informationen, die IGN Poland nun erstmals offenlegt: Bereits vor Jahren habe man interne Hinweise auf ein neues Witcher-3-Projekt erhalten, das sich damals noch in einer sehr frühen Phase befand.
Besonders interessant ist der damals genannte Schauplatz. Entgegen späterer Spekulationen über eine Reise in den frostigen Norden nach Kovir deuteten frühe Quellen klar auf Zerrikania hin – eine exotische, wüstengeprägte Region im Osten der Witcher-Welt. Ein solches Setting würde einen drastischen Kontrast zu Velen und Toussaint darstellen und gleichzeitig zahlreiche lose Enden der Lore aufgreifen. In den Spielen und Büchern finden sich mehrere narrative Seeds, die dieses Szenario stützen: die Schule der Mantikore nahe Zerrikania, Hinweise auf Lethos geplante Reise dorthin, der Ursprung von Azar Javed aus dem ersten Witcher sowie der ausgeprägte Drachenkult der Region. Besonders brisant ist die Theorie, dass Ciri dort dank fortschrittlicher Alchemie die Kräuterprobe absolvieren könnte – ein starker erzählerischer Übergang zur neuen Saga.
Gleichzeitig schließt der Artikel nicht aus, dass sich die Pläne im Laufe der Jahre verändert haben. Kovir und Poviss gelten ebenfalls als potenzieller Kandidat, da sie politisch dicht, visuell spektakulär und inhaltlich gut als Übergang zu The Witcher 4 funktionieren würden. Allerdings sprechen gewichtige Argumente gegen ein winterliches DLC: Ein zu ähnliches Setting könnte der neuen Saga visuell vorgreifen, zudem wäre es ineffizient, komplexe Städte noch für die alte REDengine zu bauen, wenn sie später in Unreal Engine 5 neu entstehen müssen.
Technisch soll die Erweiterung laut aktuellen Berichten ausschließlich für PS5, Xbox Series X|S und PC erscheinen. Die Entwicklung wird Fool’s Theory zugeschrieben, die parallel am The Witcher 1 Remake arbeiten. Als möglicher Release-Zeitraum wird derzeit Mai gehandelt, eine offizielle Ankündigung steht jedoch noch aus.
