Der Start von Marathon, dem neuen Extraction-Shooter von Bungie, verläuft bislang durchwachsen. Das Spiel erschien am 5. März und entführt Spieler in eine düstere Sci-Fi-Welt auf dem Planeten Tau Ceti IV. Dort übernehmen sie die Rolle sogenannter Runner, die eine verlassene Kolonie nach wertvollen Ressourcen durchsuchen, während rivalisierende Spielergruppen und feindliche Sicherheitskräfte jederzeit zur Gefahr werden können.
Das Gameplay folgt dem bekannten Extraction-Prinzip: Spieler sammeln Ausrüstung, kämpfen gegen andere Spieler und KI-Gegner und versuchen anschließend erfolgreich zu exfiltrieren. Gelingt das, können sie ihre Beute behalten, stärkere Builds erstellen und kosmetische Belohnungen freischalten. Scheitert der Run jedoch, geht ein Großteil der Ausrüstung verloren. Dieses Risiko gehört zum Kern des Gameplays und sorgt für intensive PvPvE-Gefechte.
Spielerzahlen sorgen für Diskussionen
Kurz nach dem Release sorgten jedoch vor allem die Spielerzahlen für Aufmerksamkeit. Laut Steam-Daten verlor Marathon innerhalb kurzer Zeit einen großen Teil seiner aktiven Spielerbasis. Zwischenzeitlich fiel das Spiel sogar aus den Top-Platzierungen der meistgespielten Titel heraus und rutschte zeitweise bis auf Rang 42 der Steam-Charts.
Marathon is being review-bombed on Metacritic by users. pic.twitter.com/r5RKXmqrPv
— Pirat_Nation 🔴 (@Pirat_Nation) March 7, 2026
Parallel dazu werden Berichte von Review-Bombing auf Metacritic laut, was die Diskussion rund um den Launch zusätzlich angeheizt hat. Kritisiert werden unter anderem Gameplay-Design, Inhalte zum Release sowie allgemeine Erwartungen an das Spiel.
Slay the Spire 2: Indie-Hit überholt AAA-Shooter
Besonders deutlich wird die Situation im direkten Vergleich mit Slay the Spire 2. Der Indie-Nachfolger erschien nahezu zeitgleich im Early Access auf Steam und entwickelte sich sofort zu einem großen Erfolg.
Imagine getting mogged by an early access indie with 0.1% of your budget and only 2 devs 🤡 pic.twitter.com/j4BJ6bzP7Z
— Mike Mills (@MikeMillz34) March 5, 2026
Zeitweise erreichte Slay the Spire 2 über 500.000 gleichzeitige Spieler und gehört damit bereits zu den Spielen mit den höchsten Steam-Peaks überhaupt. Selbst zu ruhigeren Tageszeiten lagen die Spielerzahlen deutlich über denen von Marathon, das teilweise nur rund 40.000 bis 80.000 gleichzeitige Spieler verzeichnete.
Der Vergleich wird in der Community bereits als Beispiel dafür diskutiert, wie stark Indie-Titel inzwischen mit großen AAA-Produktionen konkurrieren können.
Diskussion über die Zukunft von AAA-Spielen
Die Situation hat auch eine größere Debatte ausgelöst. Einige Beobachter sehen darin ein Zeichen dafür, dass große AAA-Projekte zunehmend Schwierigkeiten haben, sich im hart umkämpften Markt zu behaupten – besonders wenn sie auf Live-Service-Modelle und langfristige Monetarisierung setzen.
Ob sich Marathon langfristig stabilisieren kann, bleibt abzuwarten. Multiplayer-Spiele erleben häufig starke Schwankungen kurz nach dem Launch, und Updates oder Community-Feedback können die Entwicklung noch deutlich beeinflussen. Klar ist jedoch bereits jetzt: Der Start des Bungie-Shooters hat eine neue Diskussion über die Zukunft großer AAA-Projekte und den wachsenden Einfluss erfolgreicher Indie-Spiele ausgelöst.
