Sony scheint im PlayStation Store neue Preisstrategien zu testen. Dabei geht es offenbar um ein System, das unterschiedlichen Nutzern verschiedene Preise für dasselbe Spiel anzeigen kann. Zusätzlich experimentiert das Unternehmen anscheinend mit personalisierten Rabatten, die individuell auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten sind.
Normalerweise erwarten Spieler, dass ein neu erschienenes Videospiel überall denselben Preis hat, außer natürlich, wenn es sich im Angebot befindet. Allerdings sind regionale Preisunterschiede schon länger keine Seltenheit. So kostet ein Spiel in den USA beispielsweise oft mehr als derselbe Titel in weniger kaufstarken Ländern wie Indien.
Doch laut aktuellen Beobachtungen könnte sich dieses Prinzip weiter verändern. Sony untersucht offenbar, ob dynamische Preisgestaltung im PlayStation Store funktionieren könnte.
Hinweise auf dynamische Preise im PlayStation Store
Bei der dynamischen Preisgestaltung handelt es sich um ein Modell, bei dem der Preis eines Produkts je nach Nutzer variieren kann. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, etwa Kaufhistorie, Standort, Nachfrage, Uhrzeit oder andere Nutzerdaten. Dieses System wird bereits in vielen Branchen eingesetzt, zum Beispiel in Supermärkten, bei Flugtickets oder sogar auf dem Immobilienmarkt.
Während manche Preisunterschiede nur minimal ausfallen, können sie in anderen Fällen deutlich größer sein. Unternehmen setzen dabei darauf, langfristig mehr Umsatz zu erzielen, indem sie Preise flexibel anpassen. Wichtig ist jedoch: Dynamische Preise bedeuten nicht zwangsläufig höhere Kosten für Verbraucher. In manchen Fällen entstehen dadurch sogar günstigere Angebote.
Hinweise auf entsprechende Tests im PlayStation Store stammen von der Website PS Prices, die Preise auf Sonys digitaler Plattform regelmäßig analysiert. Bei der Auswertung von Daten aus der PlayStation-Store-API entdeckten die Betreiber laut eigenen Angaben ungewöhnliche Angebotsstrukturen mit speziellen Testkennungen.
Preis-Tests bei über 100 PlayStation-Spielen
Durch die Analyse dieser Kennungen kam heraus, dass Sony offenbar A/B-Tests mit unterschiedlichen Preisen für verschiedene Spiele durchgeführt hat. Betroffen waren unter anderem große Exklusivtitel wie God of War Ragnarök und The Last of Us Part 2.
Insgesamt sollen rund 139 Spiele in 68 Regionen Teil dieses Experiments gewesen sein. Die Preisunterschiede lagen laut den Daten zwischen 5,3 % und 17,9 %. Auffällig dabei: In den beobachteten Fällen handelte es sich ausschließlich um Preisreduzierungen, nicht um Erhöhungen. Außerdem soll der Test nicht in den USA durchgeführt worden sein.
Sony selbst hat sich bisher nicht offiziell zu den Berichten geäußert.
Personalisierte Rabatte im PlayStation Store
Neben variierenden Preisen testet Sony offenbar auch personalisierte Rabattaktionen. Ein Beispiel betrifft das Spiel Helldivers 2: Während einige Nutzer den üblichen 25-Prozent-Rabatt sahen, erhielten andere offenbar einen deutlich höheren 56-Prozent-Nachlass.
Laut PS Prices läuft dieses Experiment bereits seit mindestens drei Monaten. Ende des vergangenen Jahres führte Sony außerdem eine neue PS5-Funktion ein, mit der Spieler sehen können, wie niedrig der Preis eines Spiels in den letzten 30 Tagen war. Diese Information soll Nutzern helfen, besser einzuschätzen, ob sich ein Kauf aktuell lohnt.
Skepsis bei PlayStation-Spielern
Trotz möglicher Schnäppchen reagieren viele PlayStation-Fans skeptisch auf das Konzept. Zwar haben die bisherigen Tests anscheinend nur zu niedrigeren Preisen geführt, doch einige Spieler befürchten, dass dynamische Preise künftig auch dazu genutzt werden könnten, bestimmten Nutzern höhere Preise zu berechnen.
Sony-CEO hatte Investoren bereits erklärt, dass das Unternehmen Wege sucht, die bestehende PS5-Spielerbasis stärker zu monetarisieren, da sich die Hardware-Verkäufe der Konsole langsamer entwickeln. Dynamische Preise könnten ein möglicher Ansatz sein.
Gleichzeitig sind die Gewinnmargen bei digitalen Verkäufen ohnehin höher als bei physischen Spielen. Attraktive Rabatte könnten daher Spieler zum Kauf bewegen, die ansonsten gar kein Geld ausgegeben hätten, ohne dass Sony die regulären Preise für alle erhöhen muss.
Quelle: polygon
