Mit The Blood of Dawnwalker hat Rebel Wolves Anfang September seine erste eigene große Spielemarke veröffentlicht und der Start kann sich sehen lassen. Das Dark Fantasy-Rollenspiel erreichte bereits kurz nach Veröffentlichung die Marke von einer Million verkauften Exemplaren. Für ein neu gegründetes Studio und eine komplett neue IP ist das ein bemerkenswerter Auftakt.
The Blood of Dawnwalker erschien Anfang September für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Hinter Rebel Wolves stehen zahlreiche ehemalige Entwickler von CD Projekt Red. Zu den bekanntesten Namen gehört Studio-Mitgründer und Game Director Konrad Tomaszkiewicz, der zuvor unter anderem als Game Director von The Witcher 3 tätig war.
Gute Bewertungen und erfolgreicher Verkaufsstart
Auch bei Spielern und Kritikern fällt die Resonanz überwiegend positiv aus. The Blood of Dawnwalker erreicht derzeit einen Metacritic-Metascore von 83 Punkten, während der User Score bei 8,2 liegt. Bei OpenCritic kommt das Rollenspiel auf einen Durchschnitt im Bereich von 85 Punkten.
Auf Steam fallen die Nutzerbewertungen ebenfalls deutlich positiv aus. Besonders häufig werden die Spielwelt, Charaktere, Lore und die Rollenspielelemente hervorgehoben. Der reguläre Verkaufspreis liegt bei rund 70 Euro.
Dass Rebel Wolves gerade bei Fans von The Witcher auf Interesse stößt, überrascht angesichts der Vergangenheit zahlreicher Entwickler kaum. Nach Angaben des Alinea Analytics-Analysten Rhys Elliott haben rund 58 Prozent der Steam-Spieler von The Blood of Dawnwalker auch The Witcher 3 gespielt. Die personelle Verbindung zu CD Projekt Red dürfte damit zumindest ein Faktor für die hohe Aufmerksamkeit rund um die neue Marke sein.
Rebel Wolves arbeitet bereits am nächsten Kapitel
Beim ersten Spiel soll es allerdings nicht bleiben. Rebel Wolves hat The Blood of Dawnwalker von Beginn an als Auftakt einer größeren „Dawnwalker Saga“ konzipiert.
Narrative Director Jakub Szamałek bestätigte wenige Tage nach dem erfolgreichen Verkaufsstart, dass das Studio bereits nach einem Lead Writer für das nächste Kapitel der Dawnwalker-Saga sucht. Einen offiziellen Titel, einen konkreten Schauplatz oder einen Veröffentlichungstermin für das nächste Spiel gibt es bislang allerdings nicht.
Die langfristigen Pläne sind dafür bereits erstaunlich konkret: Die Saga soll sich über mehrere Jahrhunderte, Kontinente und Kulturen erstrecken. Im Mittelpunkt soll weiterhin Coen stehen. Aufgrund seiner übernatürlichen Eigenschaften kann der Protagonist unterschiedliche historische Epochen erleben, ohne dass für jedes Spiel eine komplett neue Hauptfigur benötigt wird.
Entscheidungen sollen über mehrere Spiele hinweg Konsequenzen haben
Besonders ambitioniert ist der geplante Umgang mit Spielerentscheidungen. Rebel Wolves möchte Entscheidungen aus The Blood of Dawnwalker in zukünftige Teile übernehmen. Dafür soll der entsprechende Spielstand beziehungsweise dessen Entscheidungen in die nachfolgenden Spiele übertragen werden.
Dadurch könnten Konsequenzen theoretisch erst Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später innerhalb der Spielwelt sichtbar werden. Welche Entscheidungen tatsächlich übernommen werden und wie umfangreich dieses System letztlich ausfallen wird, hat Rebel Wolves bislang allerdings nicht im Detail erklärt.
Trotz der übergreifenden Geschichte sollen die einzelnen Spiele eigenständig funktionieren. Rebel Wolves möchte bewusst auf Cliffhanger und ungelöste zentrale Handlungsstränge verzichten. Jeder Teil soll eine abgeschlossene Geschichte erzählen, während im Hintergrund eine größere Handlung die einzelnen Spiele miteinander verbindet.
Bereits The Blood of Dawnwalker enthält laut Narrative Director Szamałek Hinweise auf diesen übergeordneten Konflikt.
Von mittelalterlicher Dark Fantasy bis in die Moderne
Die Möglichkeiten für zukünftige Schauplätze sind entsprechend groß. Während The Blood of Dawnwalker im Europa des 14. Jahrhunderts angesiedelt ist, sollen spätere Spiele Coen in völlig andere Regionen und Kulturen führen.
Wie weit Rebel Wolves dabei gehen möchte, zeigte das Studio bereits beim Summer Game Fest 2026. Dort wurde Coen sogar in einem Setting des 21. Jahrhunderts gezeigt. Dabei handelt es sich laut den Entwicklern nicht um Zeitreisen. Vielmehr soll Coens ungewöhnlich lange Lebensspanne ermöglichen, dass seine Geschichte über Jahrhunderte hinweg erzählt wird.
Damit könnte sich die Dawnwalker-Saga langfristig stark von klassischen Fantasy-Rollenspielreihen unterscheiden. Statt dauerhaft innerhalb derselben Epoche zu bleiben, kann Rebel Wolves historische Entwicklungen und wechselnde Kulturen zum Bestandteil der übergeordneten Geschichte machen.
Neue Epochen sollen dabei auch neue Charaktere und eigenständige Geschichten mit sich bringen, während Coen als verbindendes Element erhalten bleibt.
The Blood of Dawnwalker könnte erst der Anfang sein
Noch ist offen, wann das zweite Dawnwalker-Spiel erscheinen wird und wohin Coens nächste Reise führt. Die Suche nach einem Lead Writer zeigt jedoch, dass Rebel Wolves die langfristigen Pläne bereits vorantreibt.
Der kommerzielle Start liefert dafür eine gute Grundlage: Mehr als eine Million verkaufte Exemplare innerhalb weniger Tage sind für die erste Veröffentlichung eines neuen Studios ein beachtlicher Erfolg.
Entscheidend wird nun sein, ob Rebel Wolves die ambitionierte Idee einer über Jahrhunderte laufenden Rollenspiel-Saga tatsächlich umsetzen kann. Das Konzept bietet jedenfalls reichlich Möglichkeiten: unterschiedliche historische Epochen und Kulturen, wechselnde Charaktere sowie Entscheidungen, deren Auswirkungen Spieler möglicherweise erst mehrere Spiele später zu sehen bekommen.
Mit The Blood of Dawnwalker ist damit nicht nur eine neue Rollenspiel-IP gestartet. Es könnte zugleich der Grundstein für eine deutlich größere Dawnwalker-Saga gelegt worden sein.
