Das angekündigte Remake von Assassin’s Creed: Black Flag sorgt aktuell für enorme Euphorie, doch bei einem erneuten Blick auf das bereits veröffentlichte Material wird klar, dass das Spiel auch einige Schwachstellen aufweist bzw. dass Ubisoft an einigen Stellen wieder typische Ubisoft-Sachen macht.
Die größte Kritik richtet sich dabei an die Überarbeitung von Anne Bonny. Im Original von 2013 trug Anne Bonny ein auffälliges Piraten-Outfit mit offenem Dekolleté, das ihren rebellischen und rauen Charakter unterstrich. Im Remake hingegen wirkt ihr Design deutlich entschärft und stärker bedeckt. Interessant dabei: Viele Fans behaupten, dass nahezu alle anderen Charaktere optisch weitgehend unverändert geblieben seien.
Viele Spieler werfen Ubisoft vor, gezielt einzelne Figuren an moderne gesellschaftliche Erwartungen anzupassen, obwohl Black Flag ursprünglich genau wegen seines kompromisslosen Piraten-Flairs gefeiert wurde. Kritiker sprechen sogar von einer „selektiven Zensur“, weil offenbar nicht das gesamte Spiel modernisiert wurde, sondern nur bestimmte Elemente.
Dabei geht es vielen Fans längst nicht nur um ein Outfit. Für sie steht die Änderung symbolisch für ein größeres Problem bei Ubisoft, was durch einen Far Cry 3-Patch-Patch im April 2025 bestärkt wird. Feminismus in den eigenen Reihen oder chinesischer Einfluss seitens Tencent?
Kein weitreichendes Detail, an welchem man sich zu sehr aufhängen sollte, aber meiner Meinung nach verdichten sich hier einmal mehr die Anzeichen dafür, dass Ubisoft eben nicht so frei in der eigenen Gestaltung sein will.
Angst vor Ecken und Kanten?
In den letzten Jahren wurde Ubisoft immer wieder dafür kritisiert, Risiken zu vermeiden und ihre Spiele möglichst woke für „moderne Zielgruppen“ zu gestalten. Charakterdesigns würden geglättet, Dialoge abgeschwächt und kontroverse Elemente entfernt und das eben leider oft auf Kosten von Authentizität und Wiedererkennungswert.
Gerade bei einem Remake stellt sich deshalb die Frage: Will Ubisoft Black Flag wirklich bewahren oder lediglich neu verpacken? Ubisoft steckt bis zum Hals in der Tinte und eigentlich müssten sie endlich mal ihren Kurs ändern.
Ein Remake lebt eigentlich davon, den Geist des Originals zu respektieren. Verbesserte Grafik, modernisierte Technik und Quality-of-Life-Features sind willkommen. Doch wenn kreative Änderungen vorgenommen werden, die niemand verlangt hat, reagieren Fans verständlicherweise sensibel.
Was Fans an Assassin’s Creed Black Flag Resynced kritisieren
Die Diskussion um Anne Bonny ist sicherlich der größte Kritikpunkt am Remake von Assassin’s Creed Black Flag, aber längst nicht der einzige. In sozialen Medien und Community-Foren sammeln sich mittlerweile zahlreiche Kritikpunkte zum Remake.
Zu den größten Beschwerden vieler Fans gehören aktuell:
- Die beliebten Hidden-Blade-Kämpfe sollen stärker zurückkehren und nicht nur Nebenfeature sein
- Einige Cutscenes wirken trotz neuer Grafik überraschend steif und „robotisch“
- Das HUD erinnert viele Spieler zu stark an Assassin’s Creed Shadows statt an ein eigenes Piraten-Design
- Die Tierjagd empfinden viele als unnötig nervig – manche wünschen sich One-Shot-Hunts oder deutliche Anpassungen
- Einige Fans kritisieren allgemein die neuen Charaktermodelle, besonders Anne Bonny
- Viele hätten sich größere Verbesserungen beim Kampfsystem und Parkour gewünscht
- Die modernen spielbaren Story-Abschnitte fehlen offenbar komplett, was einige Spieler enttäuscht
- Nach Assassin’s Creed Valhalla scheint zudem die gesamte Basim-Storyline einfach fallengelassen worden zu sein
- Der Ingame-Microtransaction-Store sorgt schon vor Release für Kritik – viele Fans fordern seine komplette Entfernung
Gerade der letzte Punkt trifft einen Nerv. Viele Spieler haben das Gefühl, dass Ubisoft zwar problemlose Wege findet, alte Designs zu verändern, gleichzeitig aber aggressive Monetarisierung weiterhin unangetastet bleibt.
Die eigentliche Gefahr für das Remake
Das Problem ist also nicht allein Anne Bonnys neues Outfit. Das Problem ist das Gefühl vieler Spieler, dass Ubisoft erneut versucht, ein bestehendes Werk nachträglich an aktuelle Trends anzupassen, obwohl genau der umgekehrte Stil das Spiel damals groß machte.
Aber für Ubisoft muss klar sein: Bei einem, vielleicht sogar dem beliebtesten Assassin’s-Creed-Teil ist die Erwartungshaltung enorm hoch, während Ubisoft unter massivem Release-Druck, gar Existenzdruck steht.
Ich denke, dass zur Glanzzeit von Ubisoft niemand diese Änderungen infrage gestellt hätte, und noch ist es meiner Meinung nach auch zu früh, um Ubisoft abzuschreiben, denn was zählt, ist das fertige Ergebnis bzw. die Arbeit, die nach dem Release von Assassin’s Creed Black Flag Resynced passiert und wie Ubisoft mit diesem Titel umgeht.
Doch das, was man bis jetzt gesehen hat, macht absolut Bock, die Meere und Inseln erneut zu erkunden und ich denke nicht, dass Ubisoft uns dieses Mal enttäuschen wird #fingerscrossed.
